Computer Warten auf die nächste Apple-Neuheit

Berlin/Cupertino - Neue MacBooks, eigene Kartendienste auf iPhone und iPad, Hinweise auf die Apple-Pläne für das Fernsehgeschäft? Vor der jährlichen Apple-Entwicklerkonferenz WWDC brodelt die Gerüchteküche.

Warten auf die nächste Apple-Neuheit (Foto)
Warten auf die nächste Apple-Neuheit Bild: dpa

Ein Analyst prophezeite sogar, Konzernchef Tim Cook könnte am Montag in San Francisco den Apple-Fernseher enthüllen, über den schon so lange spekuliert wird. Beobachter erhoffen sich Hinweise darauf, wohin Cook das wertvollste Technologieunternehmen der Welt als nächstes steuern wird.

Auf jeden Fall wird es wie immer um Software gehen, schließlich stehen bei der Worldwide Developers Conference (WWDC) die Software-Entwickler im Mittelpunkt und die App-Vielfalt gilt als wichtiges Kaufargument für iPhones und iPads. Weitere Einzelheiten dürfte es zum nächsten Mac-Betriebssystem «Mountain Lion» geben, das bereits für den Spätsommer angekündigt ist.

Und mit großer Wahrscheinlichkeit wird Apple auch iOS 6, die nächste Version des iPhone- und iPad-Systems vorstellen. Auf ein neues iPhone wird man hingegen wohl noch warten müssen, seit im vergangenen Jahr der Starttermin des Apple-Smartphones auf Herbst gerutscht ist.

Es wird die erste WWDC nach dem Tod des legendären Apple-Gründers Steve Jobs im vergangenen Herbst sein. Vor einem Jahr hatte sich der schwer von seiner Krebserkrankung gezeichnete Jobs noch aufgerafft, um bei der WWDC selbst die Strategie des Online-Speicherdienstes iCloud vorzustellen. Es wurde sein letzter öffentlicher Auftritt. Jetzt dürfte Cook eine noch tiefere Integration von iCloud ankündigen.

Apple hält sich wie immer vor großen Ankündigungen bedeckt: Ein großer Teil der Entwickler-Seminare im viertägigen WWDC-Zeitplan ist noch geschwärzt. Dass Cook schon einen fertigen Apple-Fernseher präsentiert, glauben nur wenige. Vielleicht aber erstmals eine App-Plattform für die aktuelle Settop-Box Apple TV, mit der man Inhalte von den Apple-Geräten und aus dem Internet auf angeschlossene Fernsehgeräte bringen kann. Möglicherweise könnte die App-Plattform auch auf Geräten befreundeter Hersteller wie Sharp laufen. Der Konkurrenzdruck steigt: Microsoft erhob vor wenigen Tagen auf das Computerspiele-Messe E3 einen klaren Anspruch auf die Schlüsselrolle in der Wohnzimmer-Unterhaltung mit seiner Xbox-Plattform.

Bis zu 14 neue Mac-Modelle sollen jüngst laut Berichten amerikanischer Blogs in Handelssysteme eingespeist worden sein - damit würde Apple auf einen Schlag zwei Drittel seiner Computer-Palette erneuern. Vor allem wird erwartet, dass es neue Geräte der Laptop-Reihe MacBook Pro und des Spitzen-Desktopmodells Mac Pro gibt. Gerüchten zufolge werden die Notebooks deutlich schlanker - in Anlehnung an das dünne und leichte Macbook Air.

Vielleicht bekommen sie auch einen Bildschirm mit höherer Auflösung nach dem Vorbild der «Retina-Displays» von iPhone und iPad. In Apples App Store für den Mac wurden am Freitag bereits erste Programme mit Unterstützung einer höheren Auflösung gesichtet - allerdings könnte das auch nur die vorauseilende Initiative einzelner Entwickler sein.

Immer mehr Hinweise gibt es darauf, dass Apple mit einem eigenen Kartendienst den nächsten Schritt bei der Trennung von einstigen engen Partner und heutigen erbitterten Rivalen Google gehen könnte. Seit das iPhone 2007 auf den Markt kam, hatten die Google-Karten einen Stammplatz auf den Apple-Geräten sicher. Doch nachdem Googles erfolgreicher iOS-Konkurrent Android einen Keil zwischen die beiden Technologie-Giganten trieb, soll Jobs schon vor drei Jahren die Entwicklung eigener Kartendienste angeordnet haben. Apple kaufte mindestens drei Spezialfirmen zusammen, jetzt soll das Produkt fertig sein. Die Vision sei, die Kartendienste noch tiefer in das iOS-System einzubinden, berichtete das «Wall Street Journal». Etwa, dass die Kalender-App den Nutzer warnt, wenn sich auf dem Weg zu einem Termin ein Stau zusammenbraut.

Viel spekuliert wird auch über eine mögliche vertiefte Facebook-Integration, die Cook jüngst vage in Aussicht gestellt hatte. Der Kurzmitteilungsdienst Twitter ist bereits tief in iOS eingebunden, man kann Fotos oder Links mit wenigen Fingerzeigen teilen. Viele Millionen Facebook-Nutzer warten schon lange, dass auch auch die Facebook-Anbindung so leicht funktioniert.

Erwartungen bei «All Things Digital»

«WSJ» zu Kartendiensten

Bloomberg zu neuen Notebooks

Analyst zu Apple-Fernseher

news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig