Geld sparen Was Sie noch nicht über Ökostrom wussten

Der Wechsel zum Ökostrom-Anbieter schont oft nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigenen Finanzen (Foto)
Der Wechsel zum Ökostrom-Anbieter schont oft nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigenen Finanzen Bild: dpa

Claudia LöweVon news.de-Redakteurin
Deutschland beschäftigt sich stärker mit dem Thema Ökostrom. Ein Viertel der Bundesbürger ist bereits auf grüne Energie umgestiegen. Doch auch der Rest legt Wert darauf, Strom zu sparen.

Aktuellen Umfrageergebnissen zufolge hat jeder zweite Bundesbürger vor, auf nachhaltige Energiequellen umzusteigen oder schließt das zumindest nicht für sich aus. Der Wechsel zu Ökostrom hat aber einige Tücken. So ist für Verbraucher oft nicht leicht zu erkennen, ob Fernseher und Kaffeemaschine tatsächlich durch nachhaltige Energie betrieben werden. Das beginnt schon damit, dass es bundesweit keine feststehende Definition für den Begriff Ökostrom gibt. Rechtlich geschützt ist der aus nachhaltigen Quellen gewonnene Strom ebenfalls nicht.

Ökostrom zeichnet sich dadurch aus, dass er aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird - also beispielsweise aus Wasser- oder Windkraft, aus Biomasse, Lichtenergie oder GeothermieGeothermie bezeichnet Wärme, die in der Erdkruste gespeichert ist und als Energielieferant genutzt werden kann . Strom, der in Atomkraftwerken, aus Kohle oder Erdgas gewonnen wird, scheidet aus.

Wo RECS draufsteht, ist nicht unbedingt Ökostrom drin

Viele Stromanbieter werben für ihre Energie mit sogenannten RECS-ZertifikatenRECS steht für Renewable Energy Certificate System, also ein System für die Zertifizierung von erneuerbaren Energien, das die Herkunft von nachhaltig produzierter Energie belegt. . Allerdings ist dieser Strom nicht gleich Ökostrom - das Zertifikat belegt nur, dass eine gewisse Menge Ökostrom produziert und dem Stromnetz zugeführt wurde. Was beim Verbraucher aus der Steckdose kommt, ist jedoch größtenteils Strom aus Kohle- und Atomkraft. Durch die Zertifikate wird der Strom lediglich mit einem grünen Etikett versehen.

Wer zu einem Ökostrom-Anbieter wechselt, betreibt seine Elektrogeräte auch nicht ausschließlich mit grüner Energie. Um die Versorgung zu gewährleisten, wird dem Stromnetz neben Energie aus fossilen Quellen auch Atomstrom zugeführt. Die Anbieter von grüner Energie sind verpflichtet, so viel Strom in das Netz einzuspeisen, wie nachgefragt wird. Jeder zusätzliche Abnehmer von Ökostrom erhöht demnach den Anteil der grünen Energie im Netz. Entscheiden sich Verbraucher also für den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter, tragen Sie dazu bei, dass das «graue» Stromgemisch ein bisschen grüner wird. 2010 betrug der Anteil erneuerbarer Energie an der gesamtdeutschen Stromversorgung bereits 17 Prozent - Tendenz steigend.

Ökostrom ist meist günstiger

Viele Verbraucher meinen, Ökostrom sei für den kleinen Geldbeutel unerschwinglich. Dabei können Verbraucher mit dem Wechsel zu einem Anbieter von grüner Energie richtig Geld sparen. Die preisliche Differenz zwischen Grundversorger und Ökostromanbieter kann bis zu 300 Euro jährlich betragen. Wer hier genau die Angebote vergleicht, tut etwas für die Umwelt und seinen Geldbeutel.

Klimaschutz beginnt im eigenen Haushalt

Neben der Entscheidung für Ökostrom kann jeder Verbraucher aktiv zum Klimaschutz beitragen. Dass Geräte im Stand-by-Modus jährliche Zusatzkosten von 100 Euro und mehr verursachen können, haben 85 Prozent der Deutschen verinnerlicht und schalten nicht benötigte Elektrogeräte deshalb ganz aus.

Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Tiefkühlgeräte oder Raumklimaanlagen sind für den Dauerbetrieb gedacht und können nicht einfach vom Stromnetz getrennt werden. Hier ist es ratsam, veraltete Geräte durch neue zu ersetzen - 65 Prozent der Deutschen achten beim Kauf neuer Geräte bereits auf deren Energieeffizienz.

Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit gibt das Energiesiegel: Ist der neue Kühlschrank mit der Energieeffizienzklasse A++ versehen, spart das Gerät mehr Strom als ein Modell der Klasse A oder A+. Zusätzlich Strom sparen lässt sich, wenn der Kühlschrank nicht direkt neben dem Backofen steht und die Tür nicht lange offen steht. Abgenutzte Dichtungen lassen ebenfalls unnötig Kälte nach draußen. Möchten Sie Speisen im Kühlschrank aufbewahren, lassen Sie sie zuerst auf Raumtemperatur abkühlen - so verbraucht der Kühlschrank weniger Strom.

loc/ham/news.de

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