Verbraucherrecht Schluss mit Wartezeiten auf Internetanschluss

Neue Regeln für Telefon und Internet (Foto)
Gut für den Verbraucher: Nach einem Anbieterwechsel darf der Internetanschluss höchstens für einen Tag unterbrochen sein. Bild: dpa

Telefon- und Internetkunden können aufatmen: Das frisch in Kraft getretene, neue Telekommunikationsgesetz erlaubt dem Verbraucher erweiterte Möglichkeiten und Rechte. Was sich ändert, hat news.de zusammengefasst.

Das neue Gesetz, das seit kurzem gilt, sorgt nicht nur bei Verbraucherschützern für Freude. «Die Novelle trägt dazu bei, den Ausbau schneller Internetzugänge überall in Deutschland voranzutreiben», sagte Professor Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien gegenüber dem Hightech-Verband Bitkom.

So werden unter anderem Gas- und Stromversorger verpflichtet, unter bestimmten Bedingungen Leerrohre für Internetkabel gegen Entgelt zur Verfügung zu stellen. Unnötige Kosten und zusätzliche Baustellen sollen damit der Vergangenheit angehören.

Darüber hinaus gibt es für den Verbraucher neue Regeln für Verträge und Tarife, die für einheitlichere Rechte der Kunden sorgen. Das sind die wichtigsten Änderungen:

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Anbieterwechsel: Der Telefon- oder Internetanschluss darf bei einem Wechsel des Anbieters nur noch für einen Kalendertag unterbrochen sein. Der Kunde bekommt zudem die Möglichkeit, seine bisher verwendete Telefonnummer zu behalten. Auch sie muss innerhalb eines Tages wieder freigeschaltet sein. Bei Handys kann die Rufnummer schon vor Ablauf des Vertrages zum neuen Anbieter mitgenommen werden.

Umzug des Kunden: Telefon- und Internetanbieter werden die vertraglichen Leistungen am neuen Wohnort des Kunden weiterführen, ohne dabei die Vertragslaufzeit automatisch zu verlängern. Wenn die Leistungen am neuen Wohnort nicht verfügbar sind, kann der Kunde kündigen - mit einer Frist von drei Monaten.

Vertragslaufzeit: Telefon- und Internetanbieter müssen künftig mindestens eine Tarifvariante mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten anbieten.

Mindestgeschwindigkeit: Bei Festnetz-Anschlüssen wie DSL und Kabel-Internet müssen die Anbieter die erreichbare Mindestgeschwindigkeit angeben.

Call-by-Call-Dienste: Wer über Call-by-Call-Dienste telefoniert, muss zu Beginn über den Preis informiert werden. Diese Regelung wird aber voraussichtlich erst im August in Kraft treten.

Bezahlung von Services über Handyrechnung: Handynutzer können Fremdanbietern einen Riegel vorschieben, dass über die Telefonrechnung Online-Services abgerechnet werden. Dafür reicht es, diesen Wunsch dem Handy-Netzbetreiber mitzuteilen. Zudem können auch Handynutzer nun gegen einzelne Rechnungsposten Widerspruch einlegen, ohne dass eine Anschlusssperre droht. Im Festnetz ist das seit längerem möglich.

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Warteschleifen: Wartezeiten bei Servicerufnummern sind künftig gratis. Die Regel greift aber nicht sofort, da die Anbieter Zeit brauchen, die technisch aufwändigen Umstellungen zu vollziehen. Der erste Schritt sieht vor, dass die Warteschleifen innerhalb der ersten zwei Minuten nichts kosten. Diese Übergangsregelung greift in drei Monaten. Ab 2013 dürfen diese nur noch bei Gratis-Nummern oder für Anrufe bei normalen Ortsvorwahlen geschaltet werden. Gestattet bleiben sie auch, wenn für den gesamten Anruf ein Festpreis gilt oder die angerufene Firma die Kosten trägt. Darüber und über die Dauer der Warteschleife müssen Verbraucher gleich zu Beginn des Telefonats informiert werden.

sca/rzf/news.de/dpa

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