Internet Fußball gucken im Netz: Nicht alle Angebote sind legal

Berlin/Köln - Fußballfans können Live-Übertragungen von Bundesligaspielen auch am Notebook gucken. Auf den Internetseiten ausländischer Sender ist das rechtlich weitgehend unproblematisch.

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Fußball gucken im Netz: Nicht alle Angebote sind legal Bild: dpa

Ob Urheberrechte verletzt werden, ist eine Frage der Technik.

Manche Live-Spiele der Fußball-Bundesliga kann man sich kostenlos im oder über das Internet ansehen. Doch während Streams auf den Seiten ausländischer Sender oder auf anderen Portalen unproblematisch seien, begingen Nutzer beim sogenannten Peer-to-Peer-TV (P2PTV) Urheberrechtsverletzungen, warnt Medienrechtsanwalt Christian Solmecke. «Davon sollte man die Finger lassen.» Denn wer ein Live-Spiel mit Client-Programmen wie SopCast oder TVUPlayer anschaut, verbreitet es automatisch auch weiter - und riskiert damit eine Abmahnung, die mehr als 1000 Euro kostet.

Dabei spiele es keine Rolle, in welcher Sprache das Spiel kommentiert wird - allein, dass der Kommentator kein Deutsch spricht, schützt nicht vor Verstößen gegen das Urheberrecht. Das Anschauen von Bundesliga-Live-Spielen auf Webseiten hält Christian Solmecke dagegen für rechtmäßig: Zum einen müsse man sich als Nutzer darauf verlassen können, dass der Anbieter die Rechte zur Verbreitung hat, wenn die Quelle nicht offensichtlich illegal ist.

Zum anderen werde beim Streamen keine dauerhafte Kopie auf dem Rechner angelegt, sondern nur eine flüchtige, die allein dem technischen Zweck der Übertragung dient. Trotzdem: «Manche Juristen sagen, dass man auch da eine Urheberrechtsverletzung begeht», sagt der Medienrechtler. Er teile diese Auffassung allerdings nicht.

«Das ist die gleiche Rechtsfrage wie bei Kino.to», erklärt der Anwalt. Während Betreiber des geschlossenen Film-Streamingportals zu Haftstrafen verurteilt worden sind, müssen die Nutzer keine Verfolgung fürchten. «Wenn man eine Streaming-Seite nutzt, ist man schlecht rückverfolgbar», erlärt Solmecke. Selbst wenn Server von Anbietern beschlagnahmt werden, hätten Strafverfolger theoretisch nur sieben Tage Zeit, über IP-Adressen von Nutzern ihre Identität festzustellen - länger speicherten die Internet-Provider IP-Adressen nicht.

Ein Verzeichnis von Streaming-Angeboten aus aller Welt bietet zum Beispiel die Seite www.wiziwig.tv. Dort werden alle möglichen Sportarten und Sendetermine aufgelistet. Mit einem Klick erhält man die Internetadresse für den jeweiligen Livestream. Die Qualität der Angebote schwankt natürlich sehr und ist unter anderem von der Bitrate der Übertragung und der Zahl der Zuschauer je Stream abhängig.

Wer das nicht in Kauf nehmen möchte, zu selten deutsche Live-Begegnungen findet oder den deutschen Kommentar vermisst, muss sich die Angebote der deutschen DFL-Lizenznehmer anschauen. Bei Sky kostet das obligatorische Paket aus Sky Welt mit 29 Sendern plus Bundesliga 34 Euro im Monat bei einjähriger Laufzeit. Wenn man keine Sat-Anlage hat, kommen eventuell noch Grundgebühren für den Kabelanschluss dazu. Wer bei Sky für 10 Euro monatlichen Aufpreis HD-Sender bucht oder eine Zweitkarte für 12 Euro mehr im Monat bestellt, kann die Bundesliga auch in jedem Webbrowser verfolgen (Sky Go).

Die Telekom verbreitet die Bundesligaspiele derzeit noch per Web-TV (IP-TV). Das obligatorische Entertain-Paket mit Internet- und Telefon-Doppelflatrate mit bis zu 120 TV-Sendern plus Bundesliga (Liga total) kostet 55 Euro im Monat. Das 40 Euro teure Entertain-Paket hat der Telekom zufolge eine Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren, die Bundesliga-Option ist frühestens nach einem Jahr kündbar. Davon unabhängig können Handy- oder Tabletnutzer Liga total derzeit auch noch für die mobile Nutzung per App buchen.

Das kostet 5 bis 8 Euro im Monat oder 2 Euro für 24 Stunden, jeweils ohne Laufzeit. Allerdings sollte man eine ausreichend große Datenflatrate gebucht haben, weil die Spiele über UMTS übertragen werden. Ab der Spielzeit 2013/14 hat die Telekom die Rechte für IP-TV und für die Übertragung auf mobile Geräte verloren.

Verzeichnis mit Streaming-Angeboten aus aller Welt

news.de/dpa

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