Internet Eine Botschaft für viele - Soziale Netzwerke verknüpfen

Eine Botschaft für viele - Soziale Netzwerke verknüpfen (Foto)
Eine Botschaft für viele - Soziale Netzwerke verknüpfen Bild: dpa

Hamburg/München - Facebook, Google+, Twitter, Flickr, Tumblr - viele nutzen heute mehr als ein soziales Netzwerk. Mit den einigen Tools lässt sich eine Botschaft automatisch gleich auf mehreren Kanälen veröffentlichen.

Sinnvoll ist das aber meistens nicht.

Für viele sieht das Online-Leben heute so aus: Facebook und Google+ dienen dem Austausch mit Freunden und Bekannten, Twitter fungiert als 140-Zeichen-Infomaschine, hinzu kommt ein Blog über das private Hobby und Flickr für ambitionierte Urlaubsfotos. Ganz schön stressig. Viele Dienste lassen sich aber bereits leicht miteinander verbinden.

«Die Verknüpfung sozialer Netzwerke wird immer einfacher werden. Die Entwicklung ist erst am Anfang», sagt Jan Krutisch, Webentwickler beim Software-Unternehmen Mindmatters aus Hamburg. «Ich kann mit einem Häkchen entscheiden, ob mein Blogartikel oder Foto zum Beispiel auch auf Twitter oder Facebook erscheinen soll.» Der Nutzer muss nur Benutzername und Passwort für das gewünschte Netzwerk angeben.

Die weitesten Möglichkeiten zum Teilen böten derzeit Facebook, Twitter, Google+ und Bloghoster wie Wordpress oder Tumblr, urteilt Kommunikationsberater Klaus Eck aus München. Flickr-Fotos und Youtube-Videos ließen sich ebenfalls mit wenigen Klicks auf anderen Seiten einbinden.

Das «Sharen» von Texten, Bildern und Videoclips ist zwar eine nette Zusatzoption, aber noch ein gewisser Zeitaufwand. Deshalb versprechen Anwendungen wie Hootsuite, das Veröffentlichen von Nachrichten komplett zu synchronisieren. Der Nutzer kann dort einen Beitrag gleichzeitig und zeitversetzt kostenlos in bis zu fünf Kanälen verbreiten. Dafür muss der User jeden anvisierten Dienst einmalig «adden», das heißt durch Bestätigung von Benutzername und Passwort hinzufügen.

Krutisch zufolge ist das Problem von Hootsuite aber, dass der Nutzer stets den kleinsten gemeinsamen Nenner finden muss. Jeder Service habe schließlich einen eigenen Schwerpunkt: «Ich könnte ja auch alles auf Facebook schreiben. Aber Foursquare oder Tumblr sind Nischen, die in ihrem Bereich besser funktionieren.»

Klaus Eck weist auf ein anderes Problem hin: «Sie verlieren schnell die Kontrolle darüber, wer was sieht, wenn alles automatisch in jeden Dienst geht.» Zum Beispiel befänden sich Fotos auf Facebook in einem geschlossenen Netzwerk. Sind sie aber auf Flickr für alle freigegeben, sehe sie jeder im Netz.

Nahezu unbegrenzte Freiheit bietet If this then that (IFTTT). «Ich kann damit zum Beispiel Twitter nach einem bestimmten Stichwort durchsuchen und alle Beiträge und Bilder zu diesem Thema automatisch auf meinem Blog veröffentlichen», erzählt Krutisch. Für wenig versierte Nutzer sei das aber nichts. Ohnehin deute die Zukunft eher auf massive Konzentration hin: «Ich habe die Befürchtung, dass die großen Player wie Facebook oder Google alle anderen Services auf ihren Seiten zusammenfließen lassen wollen.»

Hootsuite

If this than that

Drittanbieter-Eistellungen auf Twitter (englisch)

Beispiel für Drittanwendung auf Facebook

Datenschutz-Probleme von Drittanwendungen

Greift ein Dienst als Drittanbieter auf ein soziales Netzwerk wie Facebook zu, bekommt er Zugriff auf die Daten des Nutzers, sofern dieser zustimmt, erläutert Andreas Poller vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt.

Der Experte für soziale Netzwerke sieht bei dieser Praxis mehrere Probleme: Die Drittanwendungen, wie zum Beispiel Farmville, bekommen in der Regel zeitlich unbegrenzten Zugriff - auch wenn der Nutzer sich ausloggt. Zudem erhielten sie zum Teil Zugriff auf Daten von Kontakten. Nutzt ein Freund eine Drittanwendung, erhalte diese andersherum Zugriff auf Daten des Nutzers. Drittens könnten Anwendungen, die auch Webtracking betreiben, Daten aus anderen Diensten mit denen von Facebook und Twitter verknüpfen.

Poller rät, sich mithilfe der Privatsphäreneinstellungen in Facebook oder Twitter einen Überblick über die gewährten Rechte zu verschaffen und gegebenenfalls den Zugriff zu sperren.

news.de/dpa

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