Computer Deutsche Telekom sucht neue Geschäfte in der Cloud

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Deutsche Telekom sucht neue Geschäfte in der Cloud Bild: dpa

Hannover - Mit Internet-Diensten für das vernetzte Arbeiten will die Deutsche Telekom ihr Geschäft auf eine neue Grundlage stellen. «Die PC-Architektur ist überholt, die Post-PC-Ära hat begonnen», sagte Vorstandschef René Obermann am Montag zum Auftakt der CeBIT in Hannover.

Das Marktpotenzial der IT-Dienste aller Art aus dem Internet sei enorm. «Wir wollen in diesem Ökosystem Cloud eine wichtige Rolle einnehmen», sagte Obermann. «Nur vom reinen Netzgeschäft kann man auf Dauer nicht leben.»

Allerdings soll das Netz der Deutschen Telekom zusammen mit ihren weltweit 90 Rechenzentren die Basis bilden für Angebote aus der Cloud, mit denen der Bonner Konzern in Konkurrenz tritt zu mächtigen IT-Unternehmen wie Microsoft, Google, Amazon oder SAP. Schon jetzt würden Cloud-Dienste der Telekom von 600 Großkunden genutzt, sagte der Vorstandschef und nannte als Beispiel den Brauereikonzern Heineken und den Mineralölkonzern Shell. Bislang nutzten aber nur zwölf Prozent der kleineren und mittleren Unternehmen Cloud-Dienste.

«Wir wollen die Cloud für alle», sagte Obermann, auch für Privatanwender. Dabei sei es von entscheidender Bedeutung, mit der Einhaltung europäischer Datenschutzbestimmungen für Vertrauen und Akzeptanz zu sorgen. Mit Blick auf Cloud-Anbieter aus dem Ausland sagte Obermann: «Die deutsche Cloud wird aus unserer Überzeugung zum Wettbewerbsfaktor.» Als neue Plattform für mittelständische Unternehmen stellte die Deutsche Telekom einen «Business Marketplace» vor. Dabei will das Unternehmen verstärkt auf Partnerschaften setzen. Zu den ersten Anwendungen für den Business Marketplace gehört eine zusammen mit dem Software-Haus Scopevisio entwickelte Lösung für Vertrieb, Auftragsabwicklung und Finanzen.

Mit einem teilweise kostenlosen Angebot steigt die Deutsche Telekom in den Wettbewerb um verschlüsselte E-Mails ein. «Geschäftskunden und Verbraucher warten schon seit langem auf eine bequeme, rechtsverbindliche und verlässliche Alternative zur E-Mail», sagte Obermann. Die De-Mail bietet eine gesicherte Identität des Absenders und eine verschlüsselte Übertragung - hingegen kann bei einer normalen E-Mail der Absender gefälscht und der Inhalt wie eine Postkarte ausgelesen werden.

Für Geschäftskunden startet das De-Mail-Angebot der Telekom am (morgigen) Dienstag. Für alle anderen geht es im Anschluss an eine «kostenlose Schnupperphase» mit einer begrenzten Zahl von Kunden im September los. Ihren Privatkunden räumt die Telekom ein Freikontingent von drei De-Mails im Monat ein. Dies decke den Grundbedarf in den meisten Fällen ab, sagte Obermann. Jede weitere De-Mail kostet dann 39 Cent. Seit Beginn der Registrierung für die speziellen De-Mail-Adressen sei eine sechsstellige Zahl von Kunden dafür gewonnen worden, sagte Obermann. Die Deutsche Telekom führt nach seinen Angaben zurzeit rund 15 Millionen E-Mail-Konten.

Damit wendet sich die Telekom auch gegen den Konkurrenten Deutsche Post, der seinen E-Postbrief bereits 2010 gestartet hat und dafür 55 Cent verlangt, also eine mit dem Briefporto identische Gebühr. Die gesetzliche Grundlage für die De-Mail wurde vor einem Jahr vom Bundestag verabschiedet. Auch andere Anbieter wie die zur United-Internet-Gruppe gehörenden Mail-Anbieter 1&1, Web.de und GMX sowie das Unternehmen Francotyp-Postalia bereiten eigene Angebote zur De-Mail vor.

CeBIT Security World

news.de/dpa

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