Photovoltaik So werden Sie zum Sonnenkönig

Auf Deutschlands Dächern funkeln immer mehr Solaranlagen - und der Boom nimmt kein Ende. Denn obwohl die staatliche Förderung gekürzt wurde, rentieren sich Solarmodule für Hausbesitzer noch immer. Längerfristig lässt sich damit viel Geld sparen und verdienen.

 
Solaranlage (Foto)
Solaranlagen lohnen sich für Hausbesitzer. Bild: flickr/Pink Dispatcher/Creative Commons License

Für Hausbesitzer gibt es zwei Möglichkeiten, Sonnenenergie zu nutzen: die Inselanlage und die Anlage mit Einspeisung. Erstere kann ein eigenes Haus, eine Hütte oder Wohnmobil mit Strom versorgen. Bei der Anlage mit Einspeisung handelt es sich dagegen um eine sogenannte netzparallele Anlage. Unabhängig vom Eigenverbrauch wird dabei der erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist, wofür der Betreiber eine entsprechende Vergütung vom Staat erhält.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Betreiber von Solaranlagen leisten einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Schonung nicht erneuerbarer Ressourcen. Zugleich ist eine Solaranlage eine Absicherung gegen die Preistreiberei der Energiekonzerne. Obendrein spült sie Geld in die Haushaltskasse.

Sonnenkraftwerke lohnen sich

Der Anteil an Sonnenenergie deckt in Deutschland derzeit knapp vier Prozent des gesamten Strombedarfs. Tendenz steigend. Denn immer mehr Hausbesitzer setzen auf Photovoltaik-Anlagen - vor allem in Süddeutschland.

Der Entschluss für eine Solaranlage lohnt sich finanziell vor allem, wenn ein Teil des erzeugten Stroms in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Das ist auch bei Eigennutzung möglich. Der Staat belohnt das 20 Jahre lang mit 17,94 bis 24,43 Cent pro Kilowattstunde. Zwar sind das 15 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, allerdings werden Solaranlagen immer preiswerter.

Seit 2006 sind die Anschaffungskosten um 58 Prozent gesunken. Pro Kilowatt PeakWatt Peak oder Kilowatt Peak ist die Bezeichnung für die elektrische Leistung von Solarzellen. Der Wert wird unter Testbedingungen erreicht, wenn 1000 Watt Lichtleistung auf einen Quadratmeter Modulfläche fallen. (kWp) sind für eine montierte, fertiggestellte Anlage durchschnittlich rund 2100 Euro einzuplanen. Fünf Jahre zuvor waren es noch etwa 5000 Euro. Rechenbeispiel (berechnet durch solaranlagen-portal.com): Bei einer Leistung von 2,5 kWp im Jahr verdient ein Hausbesitzer (Satteldach, Südlage, Mitteldeutschland) bei Inbetriebnahme im Januar 2012 569 Euro jährlich. Die Gesamtvergütung für 20 Jahre beträgt 12.074 Euro. Bereits nach zehn Jahren wären die Investitionskosten von geschätzten 5500 bis 6734 Euro abgegolten.

Grund für den Preisverfall bei Photovoltaik-Anlagen ist die steigende Nachfrage. Das ermöglicht die Massenproduktion und damit niedrigere Preise. So gab es 2010 und 2011 einen enormen Zuwachs bei den Neuinstallationen. Und auch steuerlich lohnt sich eine Anlage: Die Anschaffungskosten können 20 Jahre lang abgeschrieben werden, zudem ist im ersten Jahr eine Sonderabschreibung möglich. Unterm Strich machen Hausbesitzer also ein sattes Plus.

Wichtig zu wissen

Ob sich eine Anlage lohnt, kommt insbesondere auf örtliche Gegebenheiten und den Standort an. So ist entscheidend, in welche Richtung das Dach zeigt (Norden oder Süden), welchen Neigungswinkel es hat, ob es durch Bäume verdeckt wird. Eine nach Süden ausgerichtete Fläche mit einer Neigung von 30 Grad ohne Schatteneinfall ist nahezu optimal.

Wie hoch die Ausbeute ist, hängt zudem von der Lage ab. Denn: Die Sonneneinstrahlung auf die Anlage variiert von Standort zu Standort. Es gibt Gebiete, die erstaunlich viele Sonnenstunden im Jahr haben. So sind stellenweise bis zu 1000 Kilowattstunden pro Quadratmeter möglich. Das entspricht einem Viertel dessen, was eine vierköpfige Familie im Jahr verbraucht.

Damit eine Anlage eine Leistung von 1000 Kilowattstunden erreicht, muss die Generatoroberfläche rund zehn Quadratmeter groß sein. Nicht außer Acht lassen dürfen potenzielle Stromerzeuger die Betriebs- und Wartungskosten der Anlage, die im Schnitt 30 Jahre halten soll. Dafür sollten bis zu ein Prozent der Investitionssumme veranschlagt werden. Solaranlagen eignen sich aber auch zur kleinen Kostenersparnis - besonders, wenn eine Familie mit gutem Gewissen heizen kann, ohne die Energiekosten in die Höhe zu treiben.

Stromertrags- und Renditerechner im Internet können erste Hinweise darauf geben, wie groß die Anlage sein muss, wie viel Strom sie erzeugt und wie sehr sich eine Investition lohnt. Im Anschluss daran ist es sinnvoll, Komplettangebote mit Montage bei mehreren Installateuren einzuholen. Zukünftige Solaranlagenbesitzer sollten sich zudem informieren, ob eine Förderung möglich ist. Einige Kommunen und Energieversorger bezuschussen Solarstromanlagen. Wichtig: Wer seinen Strom vergüten lassen will, muss sich vor Inbetriebnahme der Anlage bei der Bundesnetzagentur anmelden.

rzf/sca/ham/news.de

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