Internet Online-Shopping: Tipps zum sicheren Einkauf im Web

Berlin/Bonn/Kehl (dpa/tmn) - Internet statt Supermarkt: Europäer sollen im Netz künftig genauso unbeschwert einkaufen können wie im Laden um die Ecke. Das sieht ein Aktionsplan vor. Doch wie sicher ist das Einkaufen im Web zurzeit?

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Online-Shopping: Tipps zum sicheren Einkauf im Web Bild: dpa

Berlin/Bonn/Kehl (dpa/tmn) - Internet statt Supermarkt: Europäer sollen im Netz künftig genauso unbeschwert einkaufen können wie im Laden um die Ecke. Das sieht ein Aktionsplan vor. Doch wie sicher ist das Einkaufen im Web zurzeit?

Europäer sollen im Internet einfacher und sicherer einkaufen können. Das sieht ein Aktionsplan vor, den die EU-Kommission am Mittwoch (11. Januar) in Brüssel vorstellte. «Lieferungen über Landesgrenzen hinweg sind oft noch viel zu teuer und entsprechen nicht den Bedürfnissen der Verbraucher», bemängelte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. Er will deshalb den elektronischen Zahlungsverkehr EU-weit einheitlich gestalten. Das würde beispielsweise bedeuten, dass Bankkarten überall zum Bezahlen einsetzbar sind. Dies ist bisher noch nicht immer der Fall.

Doch wie steht es zurzeit mit der Sicherheit beim Online-Shopping? Das kommt auch auf das Verhalten des Käufers an. Beim Online-Shopping in Deutschland und im europäischen Ausland sollte man folgende Ratschläge des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland und des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beherzigen:

Preise vergleichen: Verbraucher sollten Preissuchmaschinen nutzen und die Preise im Einzelhandel mit den besten Online-Angeboten vergleichen - unter Berücksichtigung der Versandkosten. Die können den Preisvorteil schrumpfen lassen oder beim Versand aus dem Ausland schnell zunichtemachen. Wer im Ausland bestellt, sollte auch längere Lieferfristen einkalkulieren.

Anbieter überprüfen: Um Shops ohne Impressum mit vollständiger Adresse, Telefon und E-Mail sollten Verbraucher EU-weit einen Bogen machen. Gleiches gilt, wenn die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und eine Widerrufs- oder Rückgabeerklärung, die man vor dem Kauf lesen sollte, nicht auffindbar sind. Hinweise auf die Seriosität des Anbieters kann auch eine kleine Internetrecherche bringen. Vorsicht vor Fantasie-Gütesiegeln: Empfehlenswerte Siegel listet die Seite www.internet-guetesiegel.de auf.

Sichere Zahlungsart wählen: Mit am bequemsten für Verbraucher ist die Zahlung per Bankeinzug oder Lastschrift, die man bei Problemen zurückbuchen lassen kann. Auch bei der Zahlung per Kreditkarte hat der Käufer die Möglichkeit, bei schadhafter oder nicht versendeter Ware eine Rückbuchung bei seiner Kreditkartengesellschaft zu erwirken. Das größte Problem bei der Nutzung von Kreditkarten: Betrüger im Internet haben es besonders auf diese Daten abgesehen. Von Geldtransfers und Vorkasse ist grundsätzlich abzuraten - es sei denn man kennt den und vertraut dem Händler. Eine gute Alternative können Zahlungssysteme mit Käuferschutz sein. Allerdings sollte man sich vorher über Vor- und Nachteile der Zahlungsanbieter informieren, zum Beispiel unter http://dpaq.de/i6e6B beim BSI.

Auf Verschlüsselung achten: Sobald persönliche Daten und Zahlungsinformationen wie Bankverbindung oder Kreditkartennummer übertragen werden sollen, muss eine sichere SSL-Verbindung zum Server des Shops bestehen. Die erkennt man unter anderem daran, dass in der Adresszeile des Browsers https statt nur http angezeigt wird.

Phishing-Attacken erkennen: Betrüger versuchen mit allen Mitteln, an Kreditkartennummern zu kommen. Aber auch Konto- und Zugangsdaten von Banken oder Zahlungsdienstleistern sind für sie interessant. Eine beliebte Masche sind gefälschte E-Mails oder Internetseiten, die denen der Shops, Banken oder Dienstleister oft verblüffend ähnlich sehen. Dort fordern die Betrüger den Nutzer unter irgendeinem Vorwand auf, sensible Daten preiszugeben. Banken oder seriöse Unternehmen würden das aber nie tun. Deshalb: Nie sensible Daten herausgeben. Im Zweifel direkt an das Unternehmen wenden, das sich vorgeblich an einen wendet. Zudem empfiehlt es sich, mindestens einmal im Monat seine Konten zu überprüfen. Denn bei Kreditkarten-Missbrauch wird der Schaden meist von den Gesellschaften erstattet.

Sparsam mit Daten umgehen: Ohne Namen und Adresse geht es nicht. Fragt der Händler aber zahlreiche weitere Daten ab, sollte man sich gut überlegen, ob man diese preisgibt. Macht der Anbieter zu viele Angaben verpflichtend, sollte man in Erwägung ziehen, einen anderen Shop zu wählen. Aus Sicherheitsgründen sollte man - falls möglich - kein Benutzerkonto anlegen. Denn Bankkonto- oder Kreditkartennummern, die nicht auf dem Server des Anbieters gespeichert sind, können bei Angriffen nicht in die Hände von Hackern fallen.

Einkauf dokumentieren: Die wichtigsten Bestellschritte im Online-Shop sollten dokumentiert werden. Das geht zum Beispiel durch Screenshots oder das Ausdrucken der jeweiligen Internetseiten, dem Aufbewahren aller E-Mails und dem Sichern der Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum Zeitpunkt der Bestellung. Nur so haben Kunden bei Streitigkeiten Beweismittel in der Hand.

Lieferung im Auge behalten: Kommt die Bestellung einfach nicht, sollte man dem Verkäufer eine Frist zur Lieferung setzen. Lässt dieser die Frist verstreichen, darf der Käufer vom Vertrag zurücktreten oder sogar Schadenersatz wegen Nichterfüllung fordern. Beim Empfang sollte man das Paket sofort in Augenschein nehmen und eventuelle Schäden direkt vom Zusteller dokumentieren lassen. Ein beschädigtes oder falsch geliefertes Produkt reklamiert man schriftlich beim Händler mit der Bitte um Umtausch oder Reparatur - bei Bedarf mit einer Fristsetzung.

Widerrufsrecht nutzen: Grundsätzlich sollten Online-Käufer im Zweifel ihr Widerrufsrecht nutzen: Binnen zwei Wochen dürfen sie die Ware an den Verkäufer zurückschicken - Ausnahmen sind Reisen, Tickets, verderbliche Waren, entsiegelte Datenträger oder Sonderanfertigungen. Der Händler muss dann den Kaufpreis erstatten und die Rücksendekosten, wenn der Warenwert mehr als 40 Euro beträgt.

Es empfiehlt sich, die Bestellung stets in der Originalverpackung mit Extra-Umverpackung und als Paket zurückzuschicken, damit man einen Einlieferungsnachweis hat. Bei Ärger mit einem deutschen Online-Shop kann das kostenlose Online-Schlichtungsverfahren genutzt werden. Bei Streitigkeiten mit einem Anbieter aus dem europäischen Ausland können sich Käufer an das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland wenden. Ob für einen Deutschen, der in einem EU-Online-Shop bestellt, die deutsche Widerrufsfrist oder die unter Umständen kürzere des EU-Mitgliedsstaates gilt, erklärt unter http://dpaq.de/XKLup ein Merkblatt.

Liste der Online-Gütesiegel

Liste der Bezahlsystem-Anbieter

Schlichtungsstelle für Online-Handel

Webseite des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland

Merkblatt mit Verbraucherrechten (pdf)

BSI-Tipps zum Einkaufen im Internet

Broschüre des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland (pdf)

Beschwerde- und Beratungsstellen für Verbraucher

news.de/dpa

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