Gegen Trojaner So schützen Sie Ihren PC

Trojaner (Foto)
Sich unbemerkt in fremde Rechner einschleusen: Mit diesen Tipps bleibt der Trojaner aber draußen.  Bild: dapd

Eine staatliche Überwachungssoftware - der sogenannte Staatstrojaner - sorgt für einen Eklat. Doch was verbirgt sich hinter der Technikwaffe und wie kann man seinen Computer vor der Schadsoftware schützen?

Der in die Schlagzeilen geratene Trojaner ist eine Spionagesoftware, die ähnlich funktioniert wie Schadprogramme, die von Kriminellen zum Ausspähen etwa von persönlichen Bankdaten genutzt werden. Eigentlich Trojanisches Pferd genannt, schleust sich eine solche Schadsoftware unbemerkt in fremde Rechner ein, liest Daten aus und kann im Prinzip die Kontrolle des ganzen Computers übernehmen.

«Man sollte deshalb keine Programme installieren, die nicht aus vertrauenswürdigen Quellen kommen», rät Martin Mink vom Center of Advanced Security Research (CASED) der TU Darmstadt. Auf Windows-Rechnern sei zudem eine Antiviren-Software Pflicht, die Trojaner oftmals schon vor oder bei der Installation erkennen könne.

Staatstrojaner
Der CCC als Gewinner
Video: news.de

Vordergründig hätten Trojaner meist eine nützliche Funktion, seien zum Beispiel ein Bildschirmschoner oder ein Spiel, erklärt Mink. Im Hintergrund könnten sie aber Schadsoftware ausführen oder nachinstallieren, eben wie das namensgebende Trojanische Pferd, in dessen Innerem griechische Soldaten der Sage nach in die Stadt Troja gelangten.

Angreifern ist es so möglich, sensible Daten wie Benutzernamen oder Kennwörter, Tastatureingaben, Chats oder Gespräche mitzuschneiden, den Rechner fernzusteuern, Werbung einzublenden oder auch sicherheitsrelevante Programme zu deaktivieren.

Wohlgemerkt waren es die Trojaner selbst, die das riesige Holzpferd nach einem vorgetäuschten Abzug der Griechen in die Stadt holten - aus purer Neugier. Ähnlich funktionieren PC-Trojaner heute noch. «Insbesondere, wenn es um Raubkopien geht, kann es gut sein, dass sie manipuliert sind», sagte Mink, der in der Security Engineering Group der TU Darmstadt arbeitet. «Damit werden Nutzer geködert.»

Auch Surfen ist gefährlich

Die Verbreitungswege von Trojanern sind vielfältig. Die Gefahr lauert nicht nur bei Tauschbörsen oder Direktdownloads, auch Programme in E-Mail-Anhängen oder auf Datenträgern wie USB-Sticks können infiziert sein. Selbst beim Surfen können manipulierte Webseiten dem Rechner Schadsoftware unterschieben - Drive-by-Download heißt das im Fachjargon. «Das müssen keine Schmuddelseiten sein», sagt Mink. «Es gibt schon Beispiele von bekannten Seiten, die infiziert worden sind, zum Beispiel über Werbebanner.»

Bei Suchmaschinen wie Google werden potenziell gefährliche Seiten oft schon markiert. In den neuesten Versionen warnen auch Browser wie Firefox oder der Explorer den Nutzer, wenn dieser gefährliche Adressen ansteuern möchte. Martin Mink empfiehlt zudem die Installation der Erweiterung NoScript. «Die verhindert, dass eine Webseite aktive Inhalte ausführen kann.»

Ob nicht vielleicht schon längst ein Trojaner samt Schadsoftware sein Unwesen auf dem PC treibt, ist nicht leicht festzustellen. «In den meisten Fällen merkt man das einfach nicht», sagt Mink. Von Zeit zu Zeit könne man sein System aber von einer Notfall-CD booten, wie sie Computerzeitschriften oft beiliegen. Unter einem anderen Betriebssystem wie Linux ließen sich dann oft gleich mehrere Antiviren-Programme ausführen. «Damit kann man schon viel entdecken.»

Es gibt aber durchaus ungewöhnliche Systemaktivitäten, die für eine Infektion sprechen können. «Es kann auffallen, wenn sich plötzlich Webseiten oder Browserfenster öffnen», erklärt der Experte. Auch wenn der Rechner plötzlich langsamer läuft oder der Prozessor immer stark ausgelastet ist, lohnt sich ein Scan mit einer Boot-CD.

Eine Garantie, dass die verschiedenen Antivirenprogramme den Trojaner oder die jeweilige Schadsoftware sicher entfernen können, gibt es nicht. «Bei manchen geht es besser, bei manchen weniger gut», sagt Mink. «Wenn man nicht sicher ist, ob die Schadsoftware ganz entfernt ist, ist es am besten, das ganze System neu zu installieren.»

cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Joe
  • Kommentar 5
  • 12.10.2011 16:41

Ja,ja,Viren und Trojaner.Wenn ich es mir recht überlege,soviele Viren und Trojaner die für das WWW programiert worden sind.Dann müssen ja unzählige private Leute unterwegs sein und nichts besseres zu tun haben um das Internet zu verseuchen.Ich denke eher,die gesamten Firmen aus dem Internet und Software Hersteller,haben einen Stab an Mitarbeitern beschäftigt die nur dafür da sind.Schadsoftware zu entwickeln,damit sie dann wieder teure anti Schadsoftware verkaufen können.Ist doch alles nur Geschäftemacherei.

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 4
  • 12.10.2011 15:06
Antwort auf Kommentar 1

Hey schon mal was von ner IP-Adresse gehört? Anonym? Viele Politiker lenken einfach vom Problem ab, ich denke da besonders an Missbrauch, wenn alles gleich offen wäre. Ein solches Staatsystem würde ich mit eine´m Ameisenhaufen vergleichen, überleben dürfte nur, wer den gleichen Stallgeruch äh die politische Meinung hat usw... Also doch lieber das eigene Hirn anstrengen und sich Strategien ausdenken...... Sozialismus hatten wir schon.

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  • Nichtwähler
  • Kommentar 3
  • 12.10.2011 15:02
Antwort auf Kommentar 2

Empirische Vorschau. Internet explorer. Sie gehen auf Extras-Internetoptionen-Sicherheit. Den Schieberegler bitte auf die höchste Stufe stellen, man kann auch einzeln alles abschalten, was mit Java .net und anderen lässtigen Dingen zu thun hat. Einige Manipulationen später... Jetzt läuft das Internet völlig im Textmodus, sie dürfen sich darüber freuen, dass sie über vieles im unklaren bleiben werden...........

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