Wellnesstechnik Prickelnder Luxus aus der Dusche

Duschen als Wellnesserlebnis (Foto)
Perlend wie ein sanfter Tropenregen: Moderne Duschsysteme bringen luxuriöse Wellness ins eigene Bad. Bild: dapd/Hansgrohe

Ob sanfter Wasserregen oder prickelnd-kräftig: Duschen ist längst zum Wellnesserlebnis in den eigenen vier Wänden geworden. Designerarmaturen, Hochdruckmassagen und Nebel spülen den Alltag luxuriös von der Haut.

Badezimmer waren noch nie so aufwändig ausgestattet wie heute. «Die Leute richten sich inzwischen ihre Badezimmer so ein, wie es eigentlich Wellnesshotels tun. Das reicht von der Regenbrause im Tropenstil über Champagner-Perleffekt in Whirlpools bis hin zu Hochdruckmassagen und Nebel in Duschkabinen», sagt Simone Struve, Sprecherin des Herstellers Villeroy & Boch.

Paul Flowers, Chefdesigner bei Grohe, weiß: «Das Badezimmer ist das letzte Refugium für Entspannung. Es ist ein emotionaler Raum, der nicht nur der Reinigung dient, sondern auch ein Ort, um dem Tempo des Alltags zu entkommen.» Kein Wunder, dass neue Multifunktionsduschen Systeme zur Rücken-, Nacken- und Fußreflexzonenmassage haben. Wasser kommt dafür nicht nur von oben, sondern in verschiedenen Höhen von der Seite. Außerdem lassen sich manche Duschen in ein Dampfbad umwandeln. Ein Generator, der alle 20 bis 30 Anwendungen entkalkt werden muss, sorgt bei Temperaturen von bis zu knapp 50 Grad für Nebel.

Wellnesstechnik
Entspanntes Spiel mit Licht und Wasser

Wer will, kann das fließende Wasser beleuchten und sich in der eigenen Dusche einer Licht- oder auch Aromatherapie unterziehen. Auch das Wasser in vielen Badewannen und Whirlpools kann in Farbe getaucht werden. Musik über Lautsprecher entspannt oder begleitet den Gesang unter der Dusche.

Vorprogrammierbare Baderituale

Luxus gibt es auch beim Bad einlassen: Mit einem System von Villeroy & Boch kann etwa die Befüllung der Badewanne dank Zeitschaltuhr 24 Stunden im Voraus programmiert werden. Drei Kombinationen aus Wassermenge und Temperatur lassen sich speichern.

«Erstmals lassen sich durch unsere Technik verschiedene Strahlarten zu vorprogrammierten Choreographien aus Wassertemperatur und -menge kombinieren, die die individuellen Badrituale bereichern», erläutert Andreas Dornbracht, Geschäftsführer des gleichnamigen Herstellers. Und Paul Flowers von Grohe prognostiziert: «Themen wie Beleuchtung, Unterhaltung und die Einstellung auf die jeweilige Tageszeit werden zunehmen. So kann am Morgen vitalisierend geduscht werden, am Abend wird dann die Dusche oder Wanne auf Entspannung programmiert.»

Multifunktionsduschen werden wie gewöhnliche Duschkabinen auch als geschlossene Kabinen in verschiedenen Größen und Ausführungen angeboten. Die Kabinen gibt es als Eck- oder Vorwandeinbau und als Einbau in Wandnischen. Oft bieten sie Platz für zwei Personen.

Streit um die Sparsamkeit

Dabei kommt das Design nicht zu kurz: Der Duschkabinenbauer HSK orientiert sich für die Nasszelle etwa an beliebten Designs aus dem Alltag der Verbraucher - eine Produktionsreihe orientiert sich beispielsweise am iPod-Design.

Für die Designer spielt aber auch der ökologische Nutzen eine Rolle. «Neue Verwirbelungstechniken und die Zufuhr von Luft senken den Wasserverbrauch deutlich ohne Komfortverlust», berichtet Branchenkenner Jens Wischmann.

Grohe zum Beispiel bietet ein Ecosmartsystem an: Die Duschstrahlen richten sich nach den durchschnittlichen Körperformen aus, und das reduziert den Wasserverbrauch. Den Unternehmensangaben zufolge wird so bis zu 50 Prozent weniger Wasser verbraucht. Und durch einen geringeren Energieverbrauch zum Wasseraufheizen reduziere sich auch der CO2-Ausstoß.

Kritiker der Luxusduschen halten dagegen: «Der Verbrauch bei Multifunktionsduschen ist natürlich höher. Es wird mehr Wasser und Energie für die verschiedenen elektronischen Komponenten benötigt», sagt Birgit Hansen.

Aktuelle Einblick in Badezimmertrends gibt unsere Fotostrecke.

ham/sca/rzf/news.de/dpa

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