Multifunktionsdrucker Vorsicht vor der Tintenkrise

Multifunktionsdrucker sind praktisch und inzwischen auch preisgünstig in der Anschaffung. Doch wer neue Tintenpatronen kauft, bezahlt die oft teuer. Weil die Hersteller die Nutzung von Billigpatronen verhindern.

Multifunktionsdrucker (Foto)
Lohnt sich der Alleskönner? Wer einen Multifunktionsdrucker kauft, sollte die Druckkosten im Auge behalten. Bild: dpa

Scanner, Drucker, Fax und Kopierer: Multifunktionsgeräte gibt es inzwischen für unter 100 Euro. Doch bei günstigen Angeboten rät Hardware-Experte Tim Gerber von der Zeitschrift c't zur Vorsicht: «Die sind etwas für Wenignutzer und es besteht die Gefahr, dass die Tinte eintrocknet.» Bei Preiseinstiegsmodellen sind die Druckwerke oft identisch mit teuren Geräten, nur die Füllmenge unterscheide sich. «Das sind teilweise extrem kleine Patronen. Da können die neuen schon fast so teuer werden wie das komplette Gerät.»

Auch bei teuren Geräten lohne sich vor dem Kauf ein genauer Blick. Gerber empfiehlt Modelle mit einzelnen Farbpatronen. Diese hätten den Vorteil, dass die Tinte komplett verbraucht wird und nicht wie bei Kombipatronen teilweise weggeworfen werden muss, weil eine Farbe leer ist.

Ratsam sei, sich vor dem Kauf umzusehen, ob es passende Tintenpatronen von Drittherstellern gibt. «Bei denen muss man zwar etwas Abstriche machen, was die Druckqualität angeht, doch dafür sind sie erheblich günstiger», sagt Gerber.

Hersteller forcieren teure Druckkosten

Um den Gebrauch dieser Patronen zu verhindern, hätten sich viele Hersteller inzwischen jedoch etwas einfallen lassen. «Bei aktuellen Lexmark-Geräten geht das kaum noch, auch bei Brother ist es schwierig.» Lexmark zum Beispiel verwendet spezielle Chips gegen die Nutzung von Fremdpatronen. Für Geräte von Hewlett-Packard oder Canon gebe es noch ein weitaus besseres Angebot von No-Name-Tinte.

Die Fotodruckqualität sollte bei der Kaufentscheidung keine große Rolle spielen: «Wer schnell einmal ein Foto ausdrucken will, kann das machen. Aber in der Regel sind die Abzüge etwa vom Drogisten günstiger und auch besser», sagt Gerber. So könne bei manchen Multifunktionsgeräten ein Abzug der Größe 10 mal 15 Zentimeter schon Tintenkosten von 40 Cent verursachen. Farblaser seien keine echte Alternative. «Die sind zwar deutlich billiger geworden, das zahlt der Kunde aber über höhere Tonerkosten am Ende wieder drauf.»

In der Drucktechnik unterscheiden sich die Geräte verschiedener Hersteller laut Gerber nicht wesentlich. Bei der Scanfunktion aber schon: Technisch sei Epson eindeutig führend vor Canon und «dahinter gibt es zu den anderen Anbietern einen gehörigen Abstand», sagt Gerber mit Blick auf zahlreiche Produkttests.

Drucken per Fernauftrag

Statt eines WIA-Treibers sollte das Gerät auf jeden Fall ein Twain-Modul haben, das beim Scannen deutlich mehr Einstelloptionen liefert. Deutliche Unterschiede gibt es nach Gerbers Erfahrung bei der mitgelieferten Software. «Teilweise gibt es bei den etwas teureren Geräten etwa Texterkennungsprogramme wie Readiris oder Omnipage, die alleine gekauft so teuer wären wie der ganze Multifunktionsdrucker.» Solche Texterkennungsprogramme verwandeln gedruckte Texte in elektronische, die man weiterverarbeiten kann.

Neben den Standardfunktionen gebe es Zusatzfeatures wie Wlan-Fähigkeit oder den ePrint-Dienst bei HP-Geräten. Damit kann der Nutzer Bilder und Dokumente ohne PC via iPhone über eine E-Mail-Adresse ausgeben, hinter welcher der Drucker steckt.

Wer Benutzerfreundlichkeit suche, finde diese durch Touchscreens vor allem im oberen Preissegment ab 200 Euro, sagt Gerber.

ham/sca/rzf/news.de/dapd

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