Ifa 2011 Das steckt hinter «Smart TV»

Im Osten nichts Neues: Die IFA lebt von Dauertrends (Foto)
Das Smartphone als Fernbedienung für «smarte» Fernseher - immer mehr Hersteller legen Apps für Android oder iPhone auf.  Bild: Samsung/dpa/tmn

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Autos sind smart, Handys sind smart und auch der Fernseher wird immer smarter. Schlaue Fernseher sind einer der wichtigsten Trends der Ifa 2011. News.de erklärt, warum hinter «Smart TV» mehr steckt als ein internetfähiger Fernseher.
 

Sie waren einer der großen Ifa-Trends 2011: smarte Fernseher. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Eine eindeutige Antwort fanden Besucher der Ifa nicht. Denn jeder Hersteller kocht hier noch sein eigenes Süppchen.

Samsung bewirbt seine Fernseher aggressiv mit dem Zusatz «Smart TV», bei Sony wiederum sucht man das Schlagwort vergebens. Und während einige es schon smart finden, dass der Fernseher mit dem Smartphone kommuniziert, fassen andere den gesamten Funktionsumfang ihrer Geräte unter «Smart TV» zusammen. Für den Verbraucher ist das verwirrend. 

Smart TV ist mehr als die Verschmelzung von Internet und Fernsehen

Die c't teilt «Smart TV» in fünf Kernbereiche, die in anderen Geräten wie Computern oder Smartphones bereits etabliert sind: Fernsehen, Medien, Information, Kommunikation und Community.

Smart TV
Fernseher ans Netz

Fernsehen. Hier ist nicht allein der abendliche Genuss von Serien und TV-Shows gemeint. Vielmehr sollten schlaue Fernseher in der Lage sein, den «Wust digitaler Programme in geordnete Bahnen» zu lenken, so die c't. Deshalb fallen unter diesen Kernbereich auch der elektronische Programmführer (EPG), die Möglichkeit zeitversetzt fernzusehen oder Lieblingssendungen bequem aufzuzeichnen.

Medien. Smart-TVs ermöglichen ihren Nutzern den einfachen Zugriff auf Medien aus dem eigenen Fundus auf Smartphones, Computer oder im eigenen Onlinspeicher - also MP3s, Urlaubsbilder oder -videos. Aber sie erlauben auch den bequemen Zugriff auf Daten aus dem Netz. Dazu zählen die c't-Redakteure zum Beispiel Video-on-Demand-Portale oder Online-Musikdienste.

«Smart TV»
Tschüss Berieselung!
Video: news.de

Information. Der Fernseher sollte zur zentralen Anlaufstelle für die Beschaffung aktueller Informationen werden, so die c't. Ein personalisierbarer Startbildschirm ermöglicht im Idealfall den Blick auf Wetter- oder Börsendaten sowie aktuelle Schlagzeilen. Dazu liefert der schlaue Fernseher programmbegleitende Infos beispielsweise via HbbTV oder er ermöglicht das freie Surfen mit einem Webbrowser. Was sich hinter HbbTV verbirgt, erfahren Sie in dem news.de-Artikel «HbbTV mixt Internet und Fernsehen».

Kommunikation. Skype-Konferenz mit der Familie auf dem 40-Zöller im Wohnzimmer? Kein Problem. Schlaue Fernseher sollten auch hier Funktionen übernehmen, die wir eigentlich von Smartphones und Computern kennen.

Community. Zu guter Letzt darf auch der Draht zum sozialen Netzwerk nicht fehlen. Egal ob Facebook, Twitter oder Google+ - während des Fernsehens können Nutzer von Smart TVs parallel Fotos posten, Tweets absetzen oder chatten.

Wie die Hersteller Smart TV umsetzen, zeigt unsere Fotostrecke.

Nachrüsten kein Problem

Eine aktuelle Studie des Bitkom und des Beratungsunternehmens Deloitte belegt, dass immer mehr internetfähige Fernseher in die Wohnzimmer der Verbraucher einziehen. Ende 2012 rechnen die Experten damit, dass jeder vierte Haushalt ein solches Gerät besitzen wird.

Ifa 2011
Die Fernsehtrends der Ifa

Alle anderen können ihren herkömmlichen Fernseher nachrüsten - schon jetzt. Die Geräte, die dafür auf dem Markt verfügbar sind, sind vielfältig. So beherrschen einige DVB-Receiver oder Blu-Ray-Player die wichtigsten Smart-TV-Funktionen. Auch die Playstation 3 bringt ihre Nutzer ans Internet und damit an Video-on-Demand-Portale oder soziale Netzwerke und vernetzt sich mit Computer und Co. Doch es gibt auch spezielle Smart-TV-Boxen.

Auf der Ifa präsentiert Hama eine Box mit Android 2.2. Sie wird per HDMI-Kabel an den Fernseher angeschlossen und nimmt über LAN oder WlaWin mit dem Router Kontakt auf. Nutzer können dann auf Apps und Widgets aus dem Appstore zurückgreifen, im Netz surfen oder Internetvideos schauen. Die Box soll etwa 180 Euro kosten. Eine weitere Lösung kommt von Videoweb. Die kleine schwarze Box für etwa 150 Euro kann HbbTV und hat einen Webbrowser zum freien Surfen. Dazu ermöglicht sie den Zugang zu Mediatheken und Video-on-Demand-Angeboten. Über das Mediencenter können private Musik- oder Fotosammlungen direkt über das Heimnetzwerk genutzt werden. 

IFA
Die Messehighlights auf einen Blick

Gemeinsamer Standard in Sicht

Im Rahmen der Ifa haben sich Philips, LG und Sharp auf ein gemeinsames Konzept für internetbasierte Dienste auf dem Fernseher geeinigt, das sie direkt mit dem Namen «Smart TV» bewerben. Die drei Hersteller wollen technische Anforderungen für Smart-TV-Angebote entwickeln, die unter anderem auf den Standards HTML 5 und HbbTV basieren. 

Ihre Arbeit wollen sie anderen Herstellern und Drittanbietern zugänglich machen. Dann hat die Smart-TV-Verwirrung hoffentlich bald ein Ende.

rzf/som/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Miriam
  • Kommentar 1
  • 07.09.2011 10:33

Ja am Anfang sind die begriffe alle ein bisschen verwirrend. Smart, hybrid, HbbTV? Wir haben uns das im TecWatch-Blog live von der IFA auch mal angeschaut - vielleicht hilfts ja weiter! http://tecwatchcrossmedia.wordpress.com/2011/09/06/hybrid-tv-die-eierlegende-wollmilchsau/

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