Haushaltsgeräte Was das Energielabel verrät

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Ab November muss das neue Energielabel auf Fernsehern und Haushaltsgeräten prangen: Was die Kennzeichnung auf Waschmaschine und Co. verrät und was sie verschweigt, lesen Sie bei news.de.

Geschirrspüler, Waschmaschinen, Kühl- und Gefrierschränke - für sie gibt es mittlerweile ein eigenes, aktualisiertes Energielabel. Daran sollen sich Verbraucher orientieren können und Geräte finden, die besonders sparsam sind. Gemein ist den Labeln, dass sie neben der Energieeffizienzklasse auch den Jahresenergieverbrauch in Kilowattstunden angeben, gemessen an Normwerten für die jeweilige Geräteklasse. Ab November beziehungsweise Dezember sind die Hersteller verpflichtet, ihre Geräte damit zu labeln. Übrigens: Auch für Fernseher ist die Kennzeichnung ab November verpflichtend.

Die Energieeffizienzklasse eines Geräts bestimmen verschiedene Faktoren. Bei einem Kühlschrank spielen neben dem Jahresenergieverbrauch das zur Verfügung stehende Nutzvolumen und die tiefste Temperatur der Lagerfächer eine Rolle. Bei einem Geschirrspüler sind beispielsweise der Energieverbrauch im Standardprogramm und die Anzahl der Maßgedecke bei Standardbeladung entscheidend. Energieverbrauch beim 60- und beim 40-Grad-Programm sowie die maximale Füllmenge werden bei Waschmaschinen in die Waagschale geworfen.

Energielabel auf einen Blick

50 Prozent des gesamten Energiebedarfs im Haushalt gehen auf Kosten der weißen Ware. Tatsächlich können Verbraucher mit einem besonders sparsamen Gerät im Vergleich zu einem herkömmlichen bis zu 60 Prozent der Energiekosten einsparen.

So lesen Sie die Label richtig: Bei den Haushaltsgeräten reicht die Skala von A+++ bis D, wobei D tief rot und A+++ dunkelgrün ist und damit den besten erreichbaren Wert darstellt. Ein Plus steht für Energieeinsparung im Vergleich zu einem Produkt mit der Energieeffizienzklasse A, die auf dem Label gelb unterlegt ist. Praktisch bedeutet dies, dass ein A+++-Kühlschrank etwa 60 Prozent des Energiebedarfs gegenüber Klasse A einspart. Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern macht das Triple-PlusGemeint ist Effizienzklasse A+++. dagegen nur etwa 30 Prozent aus.

Ein praktisches Beispiel: Laut der Deutschen Energie-Agentur, verschlingt ein 130-Liter-Kühlgerät mit einem herkömmlichen Gefrierfach in der Effizienzklasse A Strom für etwa 54 Euro im Jahr, ein vergleichbares Gerät in der Energieeffizienklasse A++ kostet dagegen nur etwa 30 Euro jährlich.

Das aktuelle Energielabel ist vollkommen sprachneutral, Piktogramme im unteren Teil des Labels zeigen Zahlenwerte zu Nutzvolumen/ Beladungskapazität, Geräuschentwicklung, Wasserverbrauch, Trockungswirkung oder Schleudergrad. Um zu sehen, wie das gesamte Label aussieht, klicken Sie einfach auf eines der linken Bilder.

Energieeffizienz
Energieeffizientes Waschen
Waschmaschinenkauf (Foto) Zur Fotostrecke

Das sagen Kritiker: Die Gerätehersteller feiern das Energielabel mit vier verschiedenen A-Klassen als Bereicherung für den Verbraucher. Verbraucherzentrale und BUND sehen das anders: Für sie ist die Kennzeichnung irreführend. Bei der Neuregelung des Labels in 2010 haben sich die Verantwortlichen nicht die Mühe gemacht, die Klassen neu zu verteilen, stattdessen wurden die Zusatzklassen A+ bis A+++ zugelassen.

Sinnvoller wäre es gewesen, besonders effiziente Geräte weiterhin allein mit einem A zu kennzeichnen. Die aktuelle Regelung suggeriert dem Verbraucher, dass ein A-Gerät sparsam sei, dabei sind solche Geräte technisch längst überholt. Das Label spielt hier eindeutig den Herstellern in die Hände, die veraltete Technik mit einem positiv besetzten A kennzeichnen können. Die Aussagekraft des Labels wird verwaschen. Verbraucherschützer fordern, die alte A-bis-G-Skala beizubehalten und diese regelmäßig, alle drei bis fünf Jahre, zu aktualisieren.

Dazu kommt gerade bei Waschmaschinen ein weiteres Probelm, erklärt der BUND. Die Geräte werden immer größer: Auf der kommenden Ifa werden Waschmaschinen mit einem 12-Kilogramm-Ladevolumen keine Seltenheit sein. Der absolute Energieverbrauch würde so unnötig gesteigert, da sich die Verbrauchgewohnheiten in den vergangenen Jahren kaum geändert hätten. Wer eine 12-Kilogramm-Trommel mit nur 4-Kilogramm-Wäschen betreibt, gewinnt nichts, im Gegenteil: Er zahlt bei den Energiekosten unnötig drauf.

Energielabel
Verstehen Sie +++?
Video: news.de

Energiesparen im Haushalt:

Deshalb ist immer auch das eigene Köpfchen gefragt. Der tatsächliche Energieverbrauch der Geräte hängt maßgeblich vom eigenen Nutzungsverhalten ab. News.de hat eine Auswahl an hilfreichen Informationen zusammengestellt:

Wie Sie Waschmittel dosieren und besonders effizient waschen, erfahren Sie hier.

Ob Entkalker wie Calgon wirklich etwas bringen, verrät news.de in diesem Text.

Allgemeine Informationen darüber, wie sie den Stromhunger ihres Gerätezoos zügeln, gibt es hier.

Auch im Büro oder Arbeitszimmer gibt es jede Menge Einsparpotenzial.

ham/rzf/news.de

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