Handy-Schäden Erste Hilfe für mobile Begleiter

Was tun bei Handyschäden (Foto)
Einige Schäden am Handy lassen sich reparieren, zumindest aber vermeiden. Bild: dpa

Leere Akkus, Risse im Gehäuse und Hitzeschlag: Unsere Mobiltelefone müssen bei stetigem Gebrauch einiges mitmachen. Was viele nicht wissen: Einige Schäden lassen sich leicht reparieren.

Ob am Strand, in der Bar oder auf der Skipiste - das Handy ist immer dabei. Doch die Geräte sind sensibel und nehmen schneller Schaden, als manche Nutzer denken. Wer einige Tipps beherzigt, kann sich viel Ärger ersparen.

Hitzetod für den mobilen Freund

Ein unbedarftes Sonnenbad schadet nicht nur der Haut, sondern auch der mobilen Hardware. «Empfindliche Flüssigkeitskristalle im Display können dadurch beschädigt werden, auch das Kunststoffgehäuse droht bei starker Erhitzung zu schmelzen», erklärt Marc Thylmann vom IT-Branchenverband Bitkom in Berlin. Bei hohen Temperaturen verliert der Akku seine Leistungsfähigkeit, im schlimmsten Fall droht sogar der Hitzetod - ein Komplettausfall des Telefons.

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Lisa Brack von der Zeitschrift Chip in München warnt: «Setzen Sie das Display oder den Touchscreen länger den Sonnenstrahlen aus, kann sich der Bildschirm verflüssigen. Und ein Flimmern macht es unlesbar - teilweise nur vorübergehend, teilweise aber auch mit irreparablen Schäden.»

So schützen Sie Ihr Handy: Das Handy sollte stets im Schatten oder an kühlen Orten gelagert werden - keinesfalls auf dem Armaturenbrett. Denn im Hochsommer kann sich der Innenraum des Autos auf bis zu 70 Grad erhitzen, ähnlich wie in einer Sauna. Bei unvermeidbarer Hitze schalten Sie das Gerät am besten aus. Ist das Handy doch zu heiß geworden, sollte es langsam abkühlen und auf keinen Fall in den Kühlschrank gelegt werden.

Die Wüste Gobi in der Sprechmuschel

Ebenfalls ein Problem im Sommerurlaub: Sand. Er kann Tasten blockieren oder die Ladeverbindung verstopfen. «Die Sandkörner sollten vorsichtig mit einem Pinsel, leicht feuchten Tuch oder Schwamm entfernt werden», rät Bitkom-Sprecher Thylmann. Auch Zahnstocher helfen. Mancher Staubsauger hat zudem einen kleinen Aufsatz für Tastaturen.

Kälteschock für den Akku

Auch klirrende Kälte ist schädlich. So sinkt die Akkuleistung erheblich. «Die Handys kommen schneller ans Limit als bei warmen Temperaturen», sagt Thylmann. Ist der Akku fast leer, lassen sich einige Gesprächsminuten gewinnen, indem man ihn am Körper erwärmt. Skifahrer gehen mit einem Reserveakku auf Nummer sicher, dass sie nach der letzten Abfahrt noch Strom haben.

Ist ein Handy mit Touchscreen längere Zeit Frost oder starken Temperaturwechseln ausgesetzt, kann dies zu Rissen im Display führen. Schutz bietet eine warme Umgebung: «Tragen Sie das Handy in einer Innentasche nah am Körper oder warm eingehüllt im Rucksack oder in der Umhängetasche», rät Brack. Nach dem Ausflug in die Kälte sollte man das Gerät langsam bei Zimmertemperatur erwärmen. Sonst könnte sich Kondenswasser bilden.

Kühles Nass ist nichts für mobile Endgeräte

Flüssigkeiten und Elektronik - das verträgt sich nicht. Doch was tun, wenn das Handy ins Meer oder die Badewanne fällt, Wasser oder Rotwein darauf verschüttet wird? Thylmann rät, Akku, SIM-Karte und Speicherkarten sofort zu entnehmen, das Gerät zu trocknen - und dann schnell zu einem Fachmann zu gehen. Auch kleine Flüssigkeitsmengen sind nicht zu unterschätzen, wie Dirk Waasen, Chefredakteur der Zeitschrift Connect, betont: «Ein Wasserschaden kann zum Kurzschluss oder zur Oxidation der Elektronik führen und ist generell von der Garantieleistung ausgenommen.»

Ein Sonderfall sind zuckerhaltige Getränke wie Cola. Schüttet der Besitzer solch klebrige Flüssigkeiten über das Gerät, kann es helfen, die Platine in Ethanol zu legen. «Aber Vorsicht: Das ist wirklich nur was für geübte Bastler», warnt Lisa Brack.

Gehäuseschäden einfach wegtauschen

Ob durch Hitze oder Stürze: Wenn die Schale kaputtgeht, kann man diese bei vielen älteren Geräten selbst austauschen. Bei modernen Smartphones bleibt meist nur der Weg zum Handyreparaturdienst oder zum Geschäft. Ähnliches gilt bei zerkratzten Displays: «Bei nicht zu großen Kratzern hilft Displaypolitur weiter, bei tiefen rettet aber nur der Austausch des Displays», sagt Waasen. Zur Vorbeugung ist eine Schutzfolie ratsam - die gibt es passgenau für jedes Modell.

Auch beschädigte Tastaturen können leicht getauscht werden: «Im Internet kann man sich neue Tastaturmatten bei Zubehörhändlern bestellen», sagt Handyexpertin Brack.

Wenn das Smartphone auf den Boden knallt und die Anzeige erlischt, kann der Nutzer nicht viel tun - außer einen kompletten Neustart zu versuchen, wie Brack erläutert: «Akku rausnehmen, wieder einsetzen und versuchen, das Handy in Gang zu bringen.»

som/sca/news.de/dpa

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