Apple Der Löwe unter den Betriebssystemen

Apple will Erfolgsgeschichte mit iCloud fortschreiben (Foto)
Apple will seine Erfolgsgeschichte mit iCloud fortschreiben. Bild: dpa

Apple präsentiert seine neuesten Erfindungen: Im Mittelpunkt steht das neue Betriebssystem Lion, das die Software-Basis für iPad und iPhone liefert. Außerdem: der Dienst iCloud, eine Art zentrales Datenlager.

Gegen die Rivalen wie das Google-System Android schickt Apple ein stark aufgerüstetes Betriebssystem ins Rennen. Damit sollen die Mac-Computer noch einfacher zu bedienen sein. Im aktuellen Wettstreit der Zukunftskonzepte von Apple, Google und Microsoft steht viel auf dem Spiel: Mit dem aktuellen Umbruch in der Computerbranche könnten die Karten in großem Stil neu gemischt werden.

Tablet-Computer wie Apples iPad drücken gerade den Absatz klassischer Personal Computer, die Macs liegen beim Marktanteil zwar immer noch weit hinter Microsofts Windows-Betriebssystem zurück, sind aber gegen den allgemeinen Trend auf dem Vormarsch.

Nachdem Google und Microsoft ihre Zukunftsentwürfe in den vergangenen Wochen bereits vorgestellt hatten, war nun Apple dran. Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC kündigte das Unternehmen für Juli eine neue Version des Computer-Betriebssystems Mac OS X an. Im Herbst soll ein Update des mobilen Systems iOS folgen.

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Löwenstarkes Betriebssystem

Marketing-Chef Phil Schiller kündigte die neue Version des Mac-Betriebssystems namens Lion  für Juli an, zu einem Update-Preis von rund 24 Euro. In Lion gebe es mehr als 250 neue Funktionen. Dabei übernimmt das Mac-System für Notebooks und Desktop-Computer etliche Bedienfunktionen vom Tablet-Computer iPad, etwa die Unterstützung von Zwei-Finger-Gesten für Touchpad-Eingabegeräte und die Vollbilddarstellung von Anwendungen.

Neu ist auch eine als «Mission Control» bezeichnete Funktion für einen besseren Überblick zu allen geöffneten Programmen. Mac OS X Lion soll zudem die Daten aller Anwendungen künftig automatisch speichern, um unbeabsichtigte Datenverluste zu vermeiden. Weltweit gebe es inzwischen mehr als 54 Millionen aktive Mac-Nutzer, sagte Schiller. Und die Zuwachsraten seien Jahr für Jahr wesentlich größer als beim Windows-PC.

Neue Software für iPad und iPhone

Apple-Vizepräsident Scott Forstall stellte iOS 5 vor, eine neue Version der Software-Basis für das Mobiltelefon iPhone, das iPad und das Musikabspielgerät iPod touch. Zu den Neuerungen gehört die Darstellung von Push-Mitteilungen für Aktualisierungen, Statusmeldungen und andere Informationen einzelner Apps direkt auf dem Startbildschirm - mit dieser Fähigkeit glänzten bislang vor allem die mobilen Geräte mit dem konkurrierenden Google-System Android.

Viele Funktionen, die bislang von Drittanbietern bereitgestellt wurden, werden jetzt ins Betriebssystem übernommen, etwa bei der Bearbeitung von Fotos. Für die vor allem bei Jugendlichen beliebte Chat-Kommunikation führt Apple nun einen eigenen Dienst mit der Bezeichnung iMessage ein. Ein iPhone kann künftig auch ohne eine Verbindung zu einem PC aktiviert werden. Das neue System soll noch im Herbst auf den Markt kommen.

Bisher seien 200 Millionen mobile Geräte mit iOS verkauft worden, darunter 25 Millionen iPads, sagte Forstall. Bei mobilen Systemen sei iOS mit einem Anteil von 44 Prozent weltweiter Marktführer. In weniger als drei Jahren seien 14 Milliarden Apps für die mobilen Geräte von Apple heruntergeladen worden.

Die Datenwolke der Zukunft?

Außerdem setzt das Unternehmen verstärkt auf den aktuellen Cloud-Trend, der auch die persönlichen Daten ins Internet legt. Die Zeit sei vorbei, in der der Personal Computer im Mittelpunkt gestanden habe, sagte Vorstandschef Steve Jobs in San Francisco. «Manche Leute glauben, dass die Cloud nur eine Festplatte in den Wolken ist. Wir denken, dass es viel mehr ist.» Der künftig kostenlose Online-Dienst, der das alte MobileMe ablöst, soll jetzt auch zum Speichern von Dokumenten aller Art dienen. Und «iCloud» speichert auch die Songs, die bislang auf der Festplatte des Kunden liegen.

Der Auftritt von Steve Jobs nach mehrmonatiger Pause aus Gesundheitsgründen wurde mit besonderer Spannung erwartet. Der Vorstandschef beschränkte sich zunächst nur auf eine kurze Ansprache, ließ es sich dann aber nicht nehmen, selbst die neue Cloud-Strategie im Detail zu präsentieren.

rzf/zij/sca/news.de/dpa

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