Sonys Pannenserie Ignoranz statt Sicherheit

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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Seit Wochen beherrscht der Datenklau bei Sony die Spielebranche. Die Japaner können vor peinlicher Berührtheit kaum noch aus den Augen gucken, die Publisher jammern über Umsatzeinbußen. Und der Verbraucher fühlt sich betrogen.

Dass Sony Mist gebaut hat, steht außer Frage. Die Informationspolitik war bei der Abschaltung von Playstation Network und Qriocity vor Ostern miserabel. Veraltete Sicherheitssysteme zu verwenden, ist katastrophal. Und obendrein verursacht nun offenbar das aktuelle Update auch noch Probleme - da bleibt nur noch Kopfschütteln.

Verständlich, dass manche Spieler sogar ihre Konsole umtauschen wollen. Schließlich bezahlen sie oft viel Geld, um die Onlinedienste Sonys in Anspruch zu nehmen. Daher wäre es eigentlich zu erwarten, dass persönlichen Daten - sensible wie Konto- und Kreditkarteninformationen - besonders gut geschützt sind.

Wiedergutmachung in Form von kostenfreien - wenn auch nicht besonders aktuellen - Spielen und gebührenfreier, aber befristete Nutzung von Premium-Diensten ist zwar als Entschädigung ganz nett. Am entstandenen Misstrauen ändert das nichts. Dass sich die japanische Regierung bislang weigert, die Dienste des Konzerns im eigenen Land wieder online gehen zu lassen, ist der beste Beweis. Sony macht es zudem nicht besser, wenn lauthals Organisationen - ohne Beweise - als Täter abgestempelt werden, aber nur kleinlaut die eigene Unzulänglichkeit eingestanden wird.

Die Sache hat aber noch eine andere Seite: Wer hat den Verbraucher eigentlich aus der Verantwortung entlassen, sich um die Sicherheit seiner eigenen Daten Gedanken zu machen? Niemand. Nur weil alles schnell und bequem geht und ein Vertrag geschlossen wird, heißt das noch lange nicht, dass alle persönlichen Informationen auch sicher sind.

Menschen machen Fehler - deshalb hat auch Sicherheitssoftware ihre Lecks. Das entlässt Sony freilich nicht aus der Verantwortung. Doch der Verbraucher muss sich überlegen, ob er seine Daten dort wirklich hinterlassen muss oder ob es Alternativen gibt. Im Fall Sony wäre das zum Beispiel eine Playstation-Network-Card, mit der das Online-Guthaben auch ohne Kreditkarte funktioniert. Eine weitere Alternative sind Prepaid-Kreditkarten.

Jeder Verbraucher ist in der Pflicht, sich das Risiko bewusst zu machen. Vorsicht heißt noch lange nicht, sich vom Internet abzuwenden. Aber es heißt, den gesunden Menschenverstand zu benutzen und die Warnungen von Experten nicht zu ignorieren, unbedacht auf E-Mail-Anhänge oder Links in sozialen Netzwerken zu klicken. Doch leider macht die schöne, neue Internetwelt mit ihrem Komfort oft ziemlich ignorant.

kas/sis/ivb/news.de

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