Elektrosmog Tipps gegen den strahlenden Haushalt

Elektrosmog im Haushalt (Foto)
Gesundheitsschädlich oder nicht: Wer Elektrosmog fürchtet, sollte technische Geräte nicht im Stand-by betreiben. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unwohlsein? Das deutet nicht unbedingt nur auf eine Erkältung hin. Vielleicht schadet Ihnen Ihr eigener Haushalt. Wie Sie dem Elektrosmog Einhalt gebieten, lesen Sie hier.

Unheimliche Gefahr oder modisches Aufregerthema? Das Schlagwort «Elektrosmog» geistert schon seit einigen Jahren durch die Medien, um gesundheitsschädliche Strahlung beispielsweise durch Handys zu thematisieren. Eine einheitliche Definition gibt es aber nicht, darauf verweist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Oft wird der Begriff synonym für elektrische, magnetische und elektromagnetische FelderAllgemein unterscheidet man dabei in niederfrequente und hochfrequente Felder. Demnach entstehen erstere beim Stromtransport selbst und beim Gebrauch von Haushaltsgeräten, Letztere kommen bei Funkübertragungen zustande – dazu gehört das Telefonieren mit dem Handy oder die Übertragung von Funksignalen. benutzt. Diese entstehen, wenn Spannung fließt - also wenn ein Gerät mit dem Stromnetz verbunden ist - egal, ob es ein- oder ausgeschaltet ist. Zusätzlich dazu entstehen magnetische Felder, wenn der Strom fließt.

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Was Sie einsparen können

Ob diese Strahlung tatsächlich gesundheitsschädlich ist, darüber sind sich Forscher und Experten uneins. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) weist darauf hin, dass es mehr als 300.000 Studien zum Thema gibt, die wissenschaftlichen Erkenntnisse aber dennoch lückenhaft bleiben. Teilweise widersprechen sich die Ergebnisse sogar.

Elektrosmog steht im Verdacht, Kopfschmerzen, Schlaf- oder Konzentrationsstörungen hervorzurufen. Zudem kann er medizinische Implantate wie Herzschrittmacher stören. Sowohl das Lanuv als auch das BfS empfehlen deshalb Privatpersonen eine Vorsorge. In ihrer Broschüre ElektrosmogDer Ratgeber Elektrosmog kostet 7,90 Euro, dazu kommt eine Versandkostenpauschale von 2,50 Euro. Bestellanschrift: Verbraucherservice der Verbraucerzentralen, Aderstraße 78, 40215 Düsseldorf; Tel.: 0211/ 3809-555; Mail: publikation@vz-nrw.de geben außerdem die Verbraucherzentralen (VZ) Tipps zum Umgang mit Elektrosmog im Haushalt.

Die wichtigsten Tipps haben wir für Sie zusammengefasst:

Abstand halten. Die Verbraucherzentralen raten, Abstand zu allen Geräten zu halten, die permanent auf uns einwirken - auch wenn die elektromagnetischen Felder relativ schwach sind. Bei Geräten wie Radioweckern und Babyfonen, die mit Netztrafos ausgestattet sind, empfiehlt das BfS einen möglichst großen Abstand zwischen 1,5 und zwei Metern zu halten.

Auf Stand-by-Betrieb verzichten. Im Stand-by sind viele Geräte nicht nur unnötige Strom- und Geldfresser, sie erzeugen oft auch dieselbe Feldstärke wie im normalen Betrieb, so die VZ. Demnach könnte die Gesellschaft ein großes Kraftwerk stilllegen, wenn auf den Wartebetrieb verzichtet würde.

Investieren Sie in Energiespargeräte. Je mehr Strom fließt, desto stärker wird das erzeugte Magnetfeld, erklärt das Lanuv. Geräte mit großem Energiehunger erzeugen deshalb stärkere Felder.

Radiowecker ohne Netzteil. Wer seinen Radiowecker mit Netzteil in direkter Reichweite zum Kopf aufstellt, könne sich laut Verbraucherzentralen einer höheren Belastung aussetzen, als sie von einer Hochspannungsleitung in Wohnungsnähe ausgeht. Besser sei ein Wecker mit Batteriebetrieb, dazu rät auch das Umweltinstitut München.

Ohne Dimmer. Empfohlen werden zudem Nachttischlampen ohne Dimmer, da diese auch im ausgeschalteten Zustand elektrische Felder erzeugen.

Energiesparlampe nicht in Schreibtischleuchten. Die Energiesparer sollen die herkömmliche Glühlampe bald völlig aus unserem Haushalt verdrängen. Aber die Energiesparlampen haben ihre Tücken. Nicht nur wegen des verwendeten Quecksilbers. Trotz ihres geringeren Stromverbrauchs geben die Leuchten mehr elektromagnetische Felder ab als Glühbirnen. Die Verbraucherzentralen empfehlen deshalb, die Energiesparer nicht in Leuchten zu installieren, die in der Nähe des Kopfes eingesetzt werden. Ein Mindestabstand von einem Meter wird empfohlen.

Sorgfältiger Umgang mit der Mikrowelle. In der Mikrowelle werden Speisen innerhalb weniger Minuten stark erhitzt - hochfrequente Strahlung macht es möglich. Damit sie nicht nach außen gelangen kann, ist der Garraum abgeschirmt, außerdem schalten sich die Geräte automatisch ab, sobald die Tür während des Betriebs einfach geöffnet wird. Das ist aber längst nicht bei allen Mikrowellen so - gerade bei den älteren Modellen. Bei den Oldies wurde zudem eine erhebliche LeckstrahlungStrahlung, die aus Defekten des Gerätes herrührt. gemessen. Dies könnte zu einer Trübung der Augenlinsen führen, erklären die Verbraucherzentralen im Ratgeber Elektrosmog. Ursache dieser erhöhten Strahlung seien oft schon winzige Schmutzpartikel in der Türdichtung. Sie sollte deshalb regelmäßig gereinigt werden.

Immer der passende Topf bei Induktion. Beim Kochen mit Induktion werden Speisen nicht mithilfe heißer Metalldrähte erhitzt, sondern dank elektromagnetischer Wellen, die direkt in den Boden der Kochtöpfe geleitet und dort in Wärme umgewandelt werden. Das ist schnell, spart Energie und macht das Kochen kindersicher. Wer hier bei den Töpfen spart und diese nicht genau auf die Herdplatten abstimmt, riskiert, dass in der Umgebung des Herdes deutlich erhöhte Magnetfelder auftreten, warnt das BfS. Zudem empfiehlt das Amt einen Mindestabstand von fünf bis zehn Zentimetern bis zur Vorderkante des Herds. Träger von Herzschrittmachern sollten sich zudem bei ihrem Arzt über mögliche Risiken informieren.

Sparen Sie sich den Abschirmaufkleber. Das Umweltinstitut München rät davon ab, selbst an die Abschirmung seines Haushalts mit Tapeten, Farbe oder Matten Hand anzulegen - in Einzelfällen könne die Feldstärke so noch erhöht werden. Kristalle, Aufkleber oder Magnetarmbänder sparen Sie sich am besten auch gleich.

ham/som/reu/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 2
  • 20.04.2011 11:21

Elektrosmog ist ein weiterer Beweis, dass Horrorszenarios die Menschen in Panik versetzen sollen. Gezielte Verunsicherung des menschlichen Lebens. Und das in einer Demokratie und im 21. Jahrhundert. Diese Ideologen sind Bestien, die dem Menschen die Seele rauben. Es sind jedoch auch die gleichen Typen, die nunmehr Deutschland mit Stromleitungen überziehen wollen. Sie wollen den grünen Kapitalismus. Unsere Natur wird zur Marktnische für Renditestreben durch angebl. erneuerbare Energien. Die Bestien sind auch noch zum Massenmord bereit, indem sie CO/2 Gas unter Städten speichern wollen.

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  • Spatenpauli
  • Kommentar 1
  • 19.04.2011 23:11

300'000 Studien? Das hat das Lanuv so mit Sicherheit nicht verkündet, denn es gibt keine 300'000 Studien zur Wirkung von Elektrosmog. Auch auf der Website des Lanuv ist davon nichts zu lesen. Wieviele Studien zum Thema es wirklich gibt, weiß das EMF-Portal der RWTH Aachen: Momentan steht dort der Zähler auf 14440. Von einem Patt bei der Studienlage kann übrigens keine Rede sein, vielmehr wird dieser Eindruck von gewerbsmäßigen Mobilfunkgegnern verbreitet. Das ganze Theater um Elektrosmog ist eine Inszenierung - denn mit der Angst der Leute lassen sich gute Geschäfte machen.

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