Mobiles Fernsehen
So wird das Smartphone zur Glotze

Wer lange Wartezeiten überbrücken will, funktioniert sein Smartphone zum Fernseher um. Das geht ganz einfach: App herunterladen und los geht's. Doch viele Angebote haben ihre Tücken. Welche das sind, erfahren Sie bei news.de.

Schaut Bundesfamilienministerin Schröder etwa heimlich Germany's Next Topmodel im Bundestag? Bild: ddp

Sie sind noch im Wachstum: Die Displays der SmartphonesStreng genommen handelt es sich um Mobiltelefone mit erweiterten Fähigkeiten - zum Beispiel für die Verwaltung von Kontakten, Terminen und Aufgaben (sogenannten PIM-Funktionen) - sowie multimedialen oder internetbasierten Anwendungen. Sie benutzen meist ein spezielles Betriebssystem, welches die Installation weiterer Programme erlaubt (Symbian OS, Windows-Mobile, Android). Der Begriff Smartphone wird oft synonym für Geräte anderer Gattungen verwendet, zum Beispiel Organizer oder PDAs mit Telefonfunktionen. werden immer größer und brillanter. Bildschirm-Diagonalen von vier Zoll und mehr sind längst Normalität. Technologien wie Oled, Amoled oder Apples Retina-Display sorgen für kontrastreiche, gestochen scharfe Bilder, auf die so manches Fernsehgerät neidisch wäre. Warum also nicht gleich das SmartphoneSmartphones sind streng genommen Mobiltelefone mit erweiterten Fähigkeiten - zum Beispiel für die Verwaltung von Kontakten, Terminen und Aufgaben (sogenannten PIM-Funktionen) - sowie multimedialen oder internetbasierten Anwendungen. Sie benutzen meist ein spezielles Betriebssystem, welches die Installation weiterer Programme erlaubt (Symbian OS, Windows-Mobile, Android). Der Begriff Smartphone wird oft synonym verwandt für Geräte anderer Gattungen, zum Beispiel Organizer oder PDAs mit Telefonfunktionen. zur mobilen Glotze machen? Die Möglichkeiten sind mittlerweile vielfältig.

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zurück Weiter HTC Wildfire (Foto) Foto: Trademark PR Kamera

Push und Streaming

Technisch gibt es zwei Varianten: Push- und Streamingdienst. Die erste Variante ist für jene empfehlenswert, die nicht ständig online sein wollen oder können. Ähnlich wie bei den bekannten E-Mail-Pushdiensten für Smartphones werden vorher ausgewählte Inhalte wie Serien immer dann auf das Endgerät heruntergeladen, sobald eine Verbindung zum Internet besteht. Teilweise können Nutzer hier einstellen, dass der Download nur startet, wenn ein Wlan-Netz genutzt wird. Dieser Prozess läuft im Hintergrund ab. Die gewünschte Serie kann dann zu einem beliebigen Zeitpunkt - auch, wenn das Gerät offline ist - geschaut werden.

Ganz anders verhält es sich mit Streams. Sie setzen eine ständige Internetverbindung voraus, da die Inhalte hier gleichzeitig empfangen und wiedergegeben werden. Anders als bei Push-Diensten werden Daten nicht auf dem Endgerät gespeichert, können also nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt offline angeschaut werden.

Bei den Streams wird zudem in Live- und On-demand-Streaming unterschieden. Bei Ersterem werden die Daten in Echtzeit bereitgestellt - ähnlich wie beim herkömmlichen Fernsehen. Bei Letzterem werden die Daten von einem Server auf Anfrage an den Nutzer übertragen - wie bei Youtube.

TV-Apps der Öffentlich-Rechtlichen

Eine der bekanntesten, weil anfangs heftig diskutierten Apps ist die der ARD. Die Tagesschau-Anwendung kommt aufs iPhone, Android und Blackberry - wer auf Nokia-Geräte und damit das System Symbian setzt, geht leer aus. Die ARD-App ist kostenlos und bietet die Möglichkeit, die Tagesschau, Tagesthemen oder Wochenspiegel per Videostream anzuschauen. Dazu können Nutzer auch Videos, Fotos oder Beiträge auf ihr Gerät laden und dort speichern. Im news.de-Test hat die Anwendung gut abgeschnitten und überzeugte durch einfache Bedienung und hervorragende Bild- und Tonqualität.

Die App des Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) lässt noch auf sich warten. Auf news.de-Anfrage bestätigte der Veranstalter jedoch, dass ein Releasetermin für die erste Aprilhälfte geplant ist. Die Mediathek-App wird kostenlos sein und das Rad nicht neu erfinden: Sie ist das exakte mobile Abbild des Online-Angebots der Mediathek mit Live- und On-Demand-Streams. Nach der Mediathek sollen laut ZDF auch andere Angebote wie heute.de oder zdf.de eine eigene App bekommen.

Apps der großen Privaten

Zahlen müssen die Nutzer der RTL-App und zwar 1,59 Euro für 30 Tage. Vorher kann die Anwendung in einer Testphase einen Monat lang ausprobiert werden. Zu sehen gibt es das gestreamte Live-Programm und Videos. Für die Tester des Gadget-Blogs Gizmodo ist der «Schuss aber weitgehend nach hinten» losgegangen. Sie meckern über lange Ladezeiten auf der Oberfläche mit News und Bildern: «Andererseits fehlen auch Alternativen und man bekommt tatsächlich einen amtlichen Livestream.» Bisher gibt es die App nur für das iPhone.

Mehr Geräteauswahl bietet die App von ProSieben, die auch für Android verfügbar ist. Anders als bei RTL wird hier nicht das gesamte Programm gestreamt, sondern lediglich einzelne Sendungen wie Taff oder Germany‘s Next Topmodel, aber auch Previews oder Rückblicke auf Grey‘s Anatomy oder Desperate Housewifes. Die App ist kostenlos, kommt allerdings bei ihren Nutzern nur mäßig an. In den mehr als 500 Bewertungen im Appstore klagen Nutzer über die Qualität der Videos und die mangelnde Auswahl an Inhalten. Dazu bietet ProSieben weiter Apps zu einzelnen Sendungen wie Germany's Next Topmodel und Popstars an. Dem gleichen Prinzip folgt die Sat.1-App, die im Februar an den Start ging.

Push-Dienste

Wer für den Genuss von Serien nicht ständig online sein will, für den ist der kostenlose Push-Dienst dailyme eine gute Alternative. Die App gibt es für alle gängigen Handymodelle und Betriebssysteme. Bevor eine Sendung auf das Smartphone kommt, müssen sich User registrieren und im übersichtlichen dailyme-Katalog die Sendungen auswählen, die auf das Gerät heruntergeladen werden sollen.

Das geschieht automatisch, sobald das Gerät online ist. Nutzer können jedoch einen sogenannten Zugangspunkt wählen: Hier entscheiden sie, über welche Verbindungsart - Wlan oder Mobilfunknetz - das Video heruntergeladen werden soll. So kann die Datenflat geschont werden. Die Auswahl reicht von bekannten Magazinen und Serien der großen Programmveranstalter bis hin zu Web-TV-Angeboten. Pro 15 Minuten Sendezeit empfiehlt dailyme 25 MB Speicherplatz auf dem Handy freizuhalten.

Im Gegensatz zu den Apps von ProSieben und RTL kommt die App bei den Nutzern offenbar gut an. Im Appstore kommt die aktuelle Version bei den mehr als 60 Rezensenten mit 4,5 Sternen sehr gut weg. Im Android Market wurden insgesamt 2000 Bewertungen abgegeben, hier gibt es vier Sterne. Bei androidapptests.com zeigten sich die Tester überzeugt. Die Videoqualität sei zufriedenstellend, die Bedienung einfach. Geärgert haben sie sich allerdings über die optische Gestaltung - Werbeanzeigen und durchlaufende Programmhinweise machten die Orientierung schwer.

ham/som/ivb/news.de

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