Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber - 16.02.2011, 10.47 Uhr

Slow Cooker: Kochen ohne Stress

Vergessen Sie den Schnellkochtopf: In einem Slow Cooker köcheln Speisen stundenlang vor sich hin und müssen nicht mehr beaufsichtigt werden. In Deutschland ist diese entspannte Art zu kochen bisher wenig bekannt. Doch der Trend schwappt aus den USA langsam herüber.

Der Slow Cooker eignet sich gut für die Zubereitung von Eintöpfen. Bild: pressel-publishing

In den USA gehört der Slow Cooker seit mehr als 30 Jahren zum Standardinventar in der Küche. Dass sich die Geräte, auch Crock-Pots genannt, ausgerechnet dort entwickelt haben, dafür hat Gabriele Frankemöller, freie Journalistin und Autorin des Slow-Cooking-Buchs Die neue Art zu kochen, eine Erklärung. Die amerikanische Küche kenne sehr viele Gerichte mit Hülsenfrüchten, und ursprünglich war der Crock-Pot als Bean Cooker geplant: «Die US-Frauen, gerade die Berufstätigen unter ihnen, haben das Gerät quasi zweckentfremdet und weitere Rezepte dafür ersonnen. Der Vorteil des Slow Cookers liegt auf der Hand: Er kocht so langsam, dass nichts ansetzt, anbrennt und man trotz sechs oder acht Stunden Kochdauer nicht rühren, kontrollieren oder angießen muss.»

FOTOS: Heißer Winter Seelentröster Suppe

Langsam kommen die Crock-Pots auch nach Deutschland und sind in einigen Shops bereits - mehr oder weniger zuverlässig - erhältlich. Auf ihrem Crock-Pot-Blog hat Frankemöller einige Bezugsquellen zusammengestellt.

Für welche Gerichte ist der Slow Cooker gemacht?

Ein saftiges Stück Rinderfilet, das innen schön rosa und außen scharf angebraten ist, kann der Slow Cooker nicht liefern. Er ist ein Schmorer, eignet sich deshalb für Eintöpfe und Suppen, aber auch für Fleischgerichte wie Schmorbraten. Auf ihrer Homepage empfiehlt Frankemöller, das Fleisch vorher anzubraten. Dann sieht es besser aus und entwickelt wohlschmeckende Röstaromen.

Einige Gemüsesorten brauchen beim NiedrigtemperaturgarenDiese Kochmethode gilt als besonders schonend und einfach. sehr lange. Deshalb sollten sie unter das Fleisch geschichtet werden, damit genügend umgebende Flüssigkeit vorhanden ist. Wer Gerichte mit Milch, Sahne, Käse, Nudeln oder Reis plant, dem empfiehlt die Expertin, diese Lebensmittel frühestens in der letzten Stunde zuzugeben, ansonsten verkochen sie. Milchprodukte könnten ausflocken.

Worauf beim Kauf achten?

Das amerikanische Pendant zur Stiftung Warentest, Consumer Reports, empfiehlt Slow-Cooker-Käufern darauf zu achten, dass sich das Gerät elektronisch bedienen lässt und nach dem Kochen automatisch in den Warmhaltemodus schaltet. Der Crock-Pot sollte feuerfest sein, um ein Gericht schnell im Backofen erhitzen zu können. Wer das Gerät nicht stundenlang reinigen will, sollte darauf achten, dass der Slow Cooker spülmaschinenfest ist.

Wie groß muss der Cooker sein?

In ihrer aktuellen Ausgabe haben die Redakteure des ETM Testmagazins in Deutschland erhältliche Slow Cooker unter die Lupe genommen. Demnach liefern die Geräte das beste Ergebnis, wenn sie mindestens halb gefüllt sind. Ein Vier-Personen-Haushalt komme mit einem 3,5-Liter-Gerät wunderbar aus. «Die mittlere Größe von 5,5 Litern eignet sich wegen ihrer runden und hohen Form besonders gut für Suppen und Eintöpfe», schreiben die Tester. Geräte mit einem Fassungsvermögen von 6,5 Litern eignen sich dagegen eher für einen Braten.

Der Slow Cooker, ein Energieverschwender?

Laut Frankemöller verbrauchen die Geräte nicht mehr als eine 100-Watt-Glühbirne. In der Stunde verbraucht die etwa 0,1 Kilowatt, hochgerechnet auf acht Stunden sind dass 0,8 Kilowatt. So viel verbraucht ein herkömmlicher Backofen in nur einer Stunde. Der Slow Cooker ist also trotz langer Laufzeit relativ günstig. Das gilt auch für den Kaufpreis: In Internetshops wird das Gerät bereits ab 40 Euro angeboten.

ham/rzf/reu/news.de

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