Datensicherung Kostenlos brennt besser

Kostenlose Brennprogramme (Foto)
Teure Brennsoftware muss nicht sein. Im Internet gibt es kostenlose und gute Alternativen. Bild: iStockphoto

Von Ralph Bauer
Auf CDs und DVDs lassen sich Urlaubsbilder und Sicherheitskopien von Daten für die Zukunft aufbewahren. Viel Arbeit für ein Brennprogramm. Beim Kauf eines neuen Computers ist entsprechende Software enthalten. Doch kostenlose Alternativen sind meist besser.

Nach Beobachtung von Tobias Weidemann, Redakteur der Computerzeitschrift PC Welt, sind kommerzielle Programme wie Nero oder Roxio längst keine einfachen Brenner mehr, sondern bieten umfangreiche Multimedia-Pakete mit Backup-Programmen. «Die Frage ist, ob der Kunde das braucht, gerade wenn er einen Laptop mit kleinerer Festplatte oder einen Office-PC hat», sagt er.

Kostenlose Alternativen brauchen häufig weniger Speicherplatz. Im Test der PC Welt zeigt sich: «Es ist oft sogar besser, diese zu verwenden, da die den Rechnern oder Grafikkarten beiliegenden Programme fast immer funktionsreduziert sind», sagt Weidemann. Bei diesen sogenannten OEM-Versionen müsse der Kunde einige Dienste kostenpflichtig freischalten. Im Gegensatz dazu könne er bei der kostenlosen Konkurrenz spezielle Tools gratis nachladen. Eine kleine Einschränkung macht Weidemann allerdings: Viele Gratisbrennprogramme hätten Probleme beim Thema Blu-ray.

Spezial-DVD-Rohlinge
Nur das Beste fürs Archiv

Diese Einschränkung gilt allerdings nicht für den CD Burner XP, der mit allen gängigen Formaten wie auch Blu-ray und HD-DVD zurechtkommt. «Er hat eigentlich alle Funktionen, die ein Gratisprogramm nur haben kann. Letzten Endes ist es fast ein Rundum-Sorglos-Paket», sagt Weidemann. Entgegen dem Namen laufe das nur 4,5 Megabyte große Programm auch auf Windows 7 und älteren Versionen des Betriebssystems. Es lässt sich intuitiv bedienen und erzeugt nicht nur bootfähige CDs und DVDs, sondern auch ISOs, also 1:1-Kopien von Datenträgern. Mit an Bord ist zudem eine einfache Funktion zum Druck von Covern sowie zum Splitten von Dateien auf mehrere Datenträger. Gibt es Probleme beim Brennen, bietet das kleine Programm mit dem großen Funktionsumfang sogar eine einfache und schnelle Fehlersuche. Musikfreunden wird der eingebaute CD-Ripper gefallen, der Audiodateien auf Wunsch in MP3-Files umwandelt.

Finger weg von Toolbars

Sorgen, dass Gratisprogramme unberechtigt private Nutzerdaten weitergeben könnten, müsse sich der Nutzer nicht machen, sagt Weidemann. Entweder seien diese werbefinanziert oder OpenSource, also von einer ganzen Community entwickelt. «Die kann man sorgenfrei nutzen und braucht keine Angst zu haben, dass wie bei anderen Programmen Informationen über den Nutzer gespeichert werden.» Allerdings sollte man immer «nur die Software selbst installieren, aber keine zusätzlichen Programme», beispielsweise Toolbars. Diese sammeln in anonymisierter Form Daten über das Nutzerverhalten im Internet und geben diese weiter.

Neben dem CD Burner empfiehlt der Experte die Programme ImgBurn und DeepBurner. Ersteres ist - wie der Name schon sagt - spezialisiert auf das Brennen von Image-Dateien, die etwa gebraucht werden, wenn man sich eine neue Linux-Version aus dem Internet lädt und diese dann ausprobieren möchte. Zudem beherrscht es den Umgang mit Blu-ray-Scheiben. Dies ist nicht der Fall beim DeepBurner. Dafür brennt dieser CDs in mehreren Anläufen (Multisession), schreibt Image-Dateien im ISO-Format und bietet einen Label-Editor für DVD- und CD-Einleger und Aufkleber. Zudem erstellt DeepBurner bootfähige CDs und Audio-CDs aus MP3- oder OGG-Daten. Für 1:1-Kopien wird jedoch die kostenpflichtige Pro-Version benötigt, die zudem ein Backup-Tool beinhaltet.

Für Spezialaufgaben wie etwa das Bearbeiten von Musikdateien und Filmen bieten sich nach Aussage Weidemanns Zusatz-Tools wie Format Factory an. Die ebenfalls kostenlose Software wandele Dateien in eine Vielzahl von Formaten um und ermögliche danach das platzsparende Brennen von Musik, Filmen und Fernsehsendungen mit einem beliebigen Brennprogramm. Wer dazu auch noch ein ansprechendes DVD-Menü basteln wolle, sei gut aufgehoben beim DVD Styler, der anschließend die Videoscheibe auch noch gleich brennen kann. Allerdings ist auch hier Vorsicht bei der Installation geboten. Das Gratistool bietet dem Nutzer ein Programm namens Kikin an, das auswertet, welche Websites in der Vergangenheit besucht wurden.

ham/sua/ivb/news.de/dapd

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