Unter 300 Euro Smartphones zum kleinen Preis

Smartphone (Foto)
Wer sich ein Smartphone zulegen will, bekommt günstige Geräte schon für weniger als 300 Euro. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Es muss nicht immer das Luxusmodell sein: Smartphones gibt es auch schon zum kleinen Preis um die 100 Euro. Welche Modelle das sind und mit welchen Macken Sie bei den Billigheimern rechnen müssen, lesen Sie hier.

535 Euro, 499 Euro, 650 Euro, 629 Euro - hinter diesen Preisen verbergen sich die Flaggschiff-Smartphones einiger prominenter Hersteller wie HTC, Samsung, Rim oder Apple. Bei manchen Mobilfunkhändlern gibt es die Luxusgeräte für lau zur Vertragsverlängerung dazu. Dafür wird der Kunde aber auch mit langen Laufzeiten und hohen Monatspreisen gegeißelt. Das ist alles andere als zeitgemäß. Wenn man das vermeiden will, bleibt nur der Kauf des Geräts.

Omas Erbe muss für ein einfaches Smartphone aber niemand verscherbeln. Wer weniger Wert auf Prestige legt, der bekommt günstige Alternativen für weniger als 300 Euro. In ihrer aktuellen Ausgabe haben die Redakteure der c't elf der Mittelklasse-Smartphones getestet - Totalausfälle gab es nicht.

Unter 300 Euro
Günstige Smartphones

Günstige Androiden

Googles Betriebssystem Android hat einige Vorzüge. Es ist ein offenes System, dass sich individuell einstellen lässt. Bedienung und Nutzeroberfläche sind einfach und intuitiv gehalten und die Auswahl an Apps im Android-Market ist stattlich. Eines der derzeit günstigsten Smartphones auf dem Markt kommt mit Android 2.1 und stammt eigentlich von dem chinesischen Hersteller Huawei. Mobilfunkanbieter Vodafone vertreibt es in Deutschland aber unter seinem Namen für gerade einmal etwa 130 Euro ohne Vertrag.

Das kleine Gerät wirke nicht billig, sondern sei gut verarbeitet, urteilen unter anderem die Tester von chip.de. Das Display kann dagegen nicht auf ganzer Linie überzeugen: So konnten die Redakteure der c‘t in der Sonne kaum noch etwas erkennen. Für die Tester von Zdnet geht das kleine Display aber «in Anbetracht des Preises in Ordnung.» Kritik hagelt es auch für den Touchscreen. Der reagiere nicht einfach nur auf Berührung, sondern nur auf Druck. Im chip-Test reagierte er zudem nicht immer exakt und sofort. Icons müssten genau getroffen werden - das Smartphone für kleines Geld ist also ein Gerät für kleine Finger.

Am oberen Ende der Günstigpreisskala steht das HTC Wildfire, das es in manchen Onlineshops schon für etwa 220 Euro inklusive Versandkosten gibt. Stylisch finden das kleine Handy die Redakteure der c‘t, hochwertig wirkt es für die chip.de-Redakteure und gut in der Hand liegt es den Testern von Computerbild. Das Wildfire kommt mit Android 2.1 und der typischen HTC-Sense-Oberfläche, die durch Widgets zu Wetter, Mails oder sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter ergänzt wird. Im chip.de-Test reagierte das Gerät «flott auf Eingaben», beim Spielen wirkte der Touchscreen aber etwas ungenau.

Günstige Symbian-Modelle

Wer ein Symbian will, muss Nokia kaufen. Das Betriebssystem der Finnen überzeugt Experten immer wieder mit seiner einfachen Bedienbarkeit, die auch Neueinsteiger nicht ratlos zurücklässt. Kritik hagelte es bisher immer für die Touchscreenbedienung der Geräte, die eben nicht optimal auf die Fingerbedienung abgestimmt sei. Eines der günstigsten Nokia-Smartphones ist das C5. Es kommt ganz ohne Touchscreen aus - untypisch für aktuelle Smartphone-Modelle.

Dafür ist es laut chip.de ein Preis-Knüller und kostet derzeit etwa 130 Euro. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein normales Handy, denn die typische QWERTZ-Tastatur fehlt und das Display misst winzige 2,2 Zoll. Pluspunkte gibt es aber für die umfangreiche Ausstattung. Kostenlos ist das Ovi-Maps-Kartenmaterial, das C5 taugt also als Navi. Dafür muss es noch nicht einmal ständig online sein, denn es beherrscht die sogenannte Onboard-Navigation.

Windows und die Exoten

Symbian und Android haben zusammen den dicksten Anteil am Smartphonemarkt. Die Auswahl an Geräten ist hier dementsprechend breit - auch im unteren Preisbereich. Wer sich ein günstiges Windows-Handy zulegen will, ist deutlich eingeschränkter. Ein preiswerter Vertreter mit Windows Mobile 6.5 ist Samsungs Omnia 735 für etwa 200 Euro. Im Test des Fachmagazins connect konnte das Gerät auf ganzer Linie überzeugen. Kritik gab es lediglich für die bescheidene Auflösung der Anzeige. Dafür beherrscht es Multitouch und kann mit einem Stift bedient werden. Dank breiter Ausstattung ist das Omnia für die connect-Tester ein Gerät für den Profi-Einsatz und ein Arbeitstier mit starker Performance. Bei typischer Nutzung komme es auf eine Akkuleistung von 13 Stunden.

Eine weitere Alternative liefert Palm mit seinem WebOS. Einer der günstigsten Vertreter ist das Pixi Plus für etwa 200 Euro. Das Pixi ist recht kompakt und kommt mit einem 2,6-Zoll-Touchdisplay, das auch Multitouchgesten erkennt. Außerdem steht dem Nutzer eine QWERTZ-Tastatur zur Verfügung. Für die chip.de-Tester ist diese allerdings zu klein. Nur mit viel Übung gingen Texte schnell von der Hand. An der Bedienung des Palm Pixi Plus haben sie nichts auszusetzen, allerdings sei auch hier etwas Eingewöhnung nötig. Wie seine Kollegen von Apple beherrscht es Flash nicht, was besonders den Spaß beim Surfen trüben dürfte. Wie die meisten seiner günstigen Kollegen kann das Gerät auch nicht mit seiner Kamera punkten, die reicht den Testern von der c‘t gerade für Schnappschüsse.

Fazit. Einige der Billigheimer sind eine echte Alternative zu den Luxussmartphones ab 400 Euro. Allerdings bieten sie nicht den Komfort der Oberklassemodelle. Das geht schon bei den kleineren Displays los: Warten Desire, Galaxy S und Co. mit etwa 4 Zoll großen Displays auf, haben die Schnäppchen nur Anzeigen bis etwa 3,2 Zoll zu bieten. Je kleiner das Display, desto weniger Spaß und Sinn macht das Surfen. Auch mit ihrer Rechenleistung halten sie nicht mit. Für den Alltag sind sie aber gut gerüstet, das bescheinigen auch die c't-Redakteure, außerdem kranken sie nicht an den kurzen Akkulaufzeiten ihrer großen Brüder.

rzf/reu/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Heinz
  • Kommentar 1
  • 22.12.2010 14:04

Leider haben die c't-Redakteure oder die news.de-Redakteurin Sophia Sieber das glofiish X650 von Eten vergessen, das gibt es bei PEARL schon für 129,-EUR. Echt was für Freaks.

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