HDTV im Überblick Hier sehen Sie schärfer

Schärfer sehen (Foto)
Wer schärfer sehen will, der muss mit Extrakosten rechnen. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Wer sein Fernsehgerät mit Hochauflösendem füttern will, braucht die richtigen HD-Programme. Doch die gibt es längst nicht überall. Wie Sie HDTV empfangen können und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, zeigt unser Überblick.

Frei empfangbare HDTV-Programme

Frei empfangbar sind derzeit die HD-Angebote der öffentlich-rechtlichen Anstalten - also Das Erste HD, ZDF HD und Arte HD. Zudem gibt es Anixe HD, das ins deutsche Kabelnetz eingespeist wird. Den privaten Spartenkanal gibt es zum Beispiel bei Kabel Baden-Württemberg oder cablecom, nicht jedoch bei den großen Anbietern Kabel Deutschland oder Unitymedia.Teilweise frei empfangbar ist Servus TV HD über Kabel Bayern-Württemberg.

Dafür müssen Sie zahlen

Das Angebot an frei empfangbaren, kostenlosen HD-Programmen ist überschaubar. Wer seinen Full-HD-Flachbildschirm permanent mit Hochauflösendem füttern will, für den lohnt ein Blick auf die Angebote des Pay-TV. Elf reine HD-Programme gibt es derzeit zum Beispiel beim Premiere-Nachfolger Sky via Satellit. Sie können zu einem bereits bestehenden Paket hinzugebucht werden und kosten abhängig davon zwischen 5 und 10 Euro extra.

Alternativ dazu gibt es die Pay-Angebote der Kabelnetzbetreiber wie Kabel Deutschland oder Unitymedia. Bei Ersterem gibt es sechs sogenannte Premium-HD-Sender in den Paketen Kabel Digital Home HD und Kabel Digital Home+ für je etwa 13 und 21 Euro. Unitymedias kostenpflichte HD-Programme können für 5 Euro zum bestehenden Fernsehpaket hinzugebucht werden. Etwa 10 Euro extra nimmt Kabel Bayern-Würrtemberg für das HDTV-Paket «Mein TV HD». Die Angebote der Kabelbetreiber schwanken stark, zudem brauchen sie für diese Pay-Angebote zumeist einen vom Anbieter lizenzierten Receiver.

Hochauflösendes RTL kostet extra

Anders als die öffentlich-rechtlichen Sender bieten die Mediengruppe RTL und die ProSiebenSat.1-Gruppe die hochauflösende Variante ihrer Programme nicht kostenlos an. Sie wollen für die Extraschärfe auch Extrageld. Zu sehen sind sie nur über das Bezahlangebot HD+ des Satellitenbetreibers Astra. Im ersten Jahr noch kostenlos, wird für den Zuschauer dann eine Servicepauschale von 50 Euro fällig - Preisentwicklung ungewiss.

Geschickt fesseln Astra und die Privaten den Kosnumenten zudem an spezielle Technik. So wird ein lizenzierter HD+-Receiver benötigt, der in einfachster Ausführung ab etwa 150 Euro zu haben ist. Möglich ist der Empfang ebenso mit Fernsehgeräten oder Receivern mit einer CI+-SchnittstelleSchnittstelle an einem digitalen Receiver, über die in Kombination mit Smart-Card und entsprechendem Modul Pay-TV-Programme entschlüsselt werden können. . Hat der Verbraucher nur einen herkömmlichen HD-Receiver mit CI-Schnittstelle, braucht er ein Nachrüstmodul für 99 Euro und ein Software-Update. Welche Geräte HD+-fähig sind, erfahren Sie hier.

IPTV als Alternative?

Wer dem klassischen Fernsehen den Laufpass geben will, für den ist IPTV - Internetfernehen - eine Lösung. Dafür brauchen Sie sich nicht mehr vor den Monitor hocken, längst gibt es Lösungen mit Set-Top-Boxen für den Flachbildschirm. So bietet beispielsweise der jüngste Telefonica-O2-Spross Alice eine Fernseh-Flatrate zum DSL-Paket an, dafür werden ohne Rabatte etwa 40 Euro monatlich fällig. Darin enthalten sind die Alice-Videothek, ein On-Demand-Angebot mit mehr als 2000 Filmen und Alice TV mit mehr als 65 Programmen inklusive der öffentlich-rechtlichen HD-Inhalte sowie RTL und Vox HD.

Zum «Empfang» brauchen Verbraucher den Media-Receiver, der entweder einmalig mit 99 Euro ohne Festplatte oder 299 Euro mit Festplatte zu Buche schlägt. Auch eine monatliche Miete ist vereinbar. Vorsicht: In einer Untersuchung der Stiftung Warentest glänzte der Anbieter nicht gerade mit Kundenfreundlichkeit. Nachdem die Tester das Produkt geordert hatten und ausprobieren wollten, blieb das Bild schwarz. Erst auf Nachfrage wurde ihnen mitgeteilt, dass die Leitung für HDTV zu langsam sei.

Ein ähnliches Angebot hat die Deutsche Telekom mit Entertain in petto. Los geht es ab etwa 28 Euro. Dafür gibt es 70 TV-Sender, dazu verspricht die Telekom 1500 HD-Inhalte auf Abruf. Voraussetzung sind ein passender kostenpflichtiger DSL- beziehungsweise VDSL-Anschluss und der sogenannten HD-Media-Receiver. Doch auch die Telekom gängelt ihre Kunden. Die Stiftung Warentest kritisiert, dass sich auf dem Media-Receiver aufgezeichnete Filme nur bei aktiver DSL-Leitung anschauen ließen. Wer den Vertrag kündigt, der müsse seine digitale Videothek auf ein anderes Medium retten und das mit deutlich schlechterer Bildqualität.

DVB-C, DVB-S oder DVB-T: Wo es das beste Bild gibt, das lesen Sie hier.

Mehr zu dem Pay-Angebot HD+ lesen Sie hier. Weitere Informationen zum Thema Internetfernsehen lesen Sie hier.

ham/reu/news.de

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