Telekommunikation Surfen für einen Tag: Tagesflatrates für UMTS-Sticks

Berlin (dpa/tmn) - Mal eben die Mails checken oder im Internet etwas nachschlagen - dank UMTS ist das auch unterwegs kein Problem mehr. Mit Laptop und Datentarif ist man im Handumdrehen online. Doch damit Leistung und Preis im Einklang stehen, gilt es, den richtigen Tarif zu finden.

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Surfen für einen Tag: Tagesflatrates für UMTS-Sticks Bild: dpa

Berlin (dpa/tmn) - Mal eben die Mails checken oder im Internet etwas nachschlagen - dank UMTS ist das auch unterwegs kein Problem mehr. Mit Laptop und Datentarif ist man im Handumdrehen online. Doch damit Leistung und Preis im Einklang stehen, gilt es, den richtigen Tarif zu finden.

Mobile Gelegenheitssurfer sind mit Standard-Datentarifen in der Regel nicht gut bedient. Denn die Provider verlangen meist eine Grundgebühr und binden den Kunden oft für Monate an sich. Eine preiswerte und praktische Alternative können Tagesflatrates für UMTS-Surfsticks sein.

Die Preise reichen von etwa zwei bis fünf Euro, sagt Rafaela Möhl vom Telekommunikationsportal Teltarif.de. Unterschiede gibt es jedoch im Detail: So rechnen einige Anbieter strikt nach Kalendertag, andere dagegen im 24-Stunden-Takt ab. «Das kann ärgerlich sein, wenn man erst spätabends ins Netz geht», sagt Möhl. Denn Punkt Mitternacht wäre im ersten Fall die Tagesflatrate schon abgelaufen, während sie im zweiten Fall noch bis zum späten Abend des folgenden Tages reicht. «Darauf sollte man achten.»

Auch ein Blick auf das genutzte Mobilfunknetz kann nicht schaden. «Es gibt da nach wie vor Geschwindigkeitsunterschiede», sagt Möhl. Auch sei die flächendeckende Versorgung mit UMTS nicht bei jedem Anbieter gleich gut. Am besten aufgestellt seien hier immer noch T-Mobile und Vodafone. Sie unterstützten den schnellen UMTS-Standard HSDPA mit 7,2 Mbit pro Sekunde am besten.

Außerdem müssen Laptop-Surfer überlegen, ob sie den Surfstick beim Provider im Paket mit der Tagesflatrate oder separat im Handel kaufen. Für die erste Variante könnte der Preis sprechen, so Möhl. Viele Provider bieten den Stick im attraktiven Starterkit an.

Für die zweite Variante spricht die Unabhängigkeit. Denn die Surfsticks im Paket lassen sich meist nur in Verbindung mit einer SIM-Karte des jeweiligen Providers nutzen. Für das Entsperren verlangen die Anbieter hohe Gebühren oder erlauben es erst nach Ablauf einer längeren Nutzungsdauer. In einen «freien» Stick lassen sich dagegen SIM-Karten verschiedener Anbieter einlegen. Man kann also öfter wechseln. Wichtig bei der Wahl des Sticks ist laut Möhl auch die Frage, welche UMTS-Geschwindigkeit er unterstützt.

Einer der günstigsten Anbieter für Tagesflatrates zum Laptop-Surfen ist derzeit Aldi Talk. Hier kostet der 24-Stunden-Zugang 1,99 Euro. Einmalig muss noch ein Starterset für 13 Euro dazugekauft werden, in dem jedoch 10 Euro Startguthaben enthalten sind. Den Surfstick gibt es für rund 50 Euro. Genutzt wird das E-Plus-Netz. Ab einem Datenvolumen von 1 GB je 24 Stunden steht aber nur noch die langsame GPRS-Verbindung zur Verfügung.

Diese Drosselung ist laut T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow bei allen vier großen Mobilfunkanbietern gängig. Auch T-Mobile reduziert ab einem Datenvolumen von 1 GB beim Download die Bandbreite auf maximal 384 kbit/s, ab 2 GB auf 64 kbit/s.

Loslegen können Surfer bei T-Mobile jedoch mit vollem HSDPA-Tempo, sagt von Schmettow. Bis zu 7,2 Mbit/s sind also drin. Ohne Stick kostet die Tagesflatrate 4,95 Euro. Wer online bucht, erhält ein Startguthaben von 10 Euro. Für das Paket mit Stick berechnet T-Mobile rund 40 Euro. Abgerechnet wird nach Kalendertag.

Bei Vodafone heißen die Tagesflatrates «WebSessions». Eine WebSession für 24 Stunden ist für 3,95 Euro zu haben, ein Stick ohne Vertragsbindung für rund 30 Euro. «Dabei gilt das Parkuhr-Prinzip», erläutert das Unternehmen: Die WebSession läuft auch dann weiter, wenn man nicht online ist. Nach 24 Stunden wird sie beendet.

Zwischendurch kann der Surfer beliebig oft on- und offline gehen. Allerdings beendet Vodafone die Session nach Ausschöpfung eines Datenvolumens von 1 GB - unabhängig von der Zeit.

Mit 3 Euro pro Surftag und einem Starterpaket von rund 20 Euro ebenfalls recht günstig ist die E-Plus-Marke Base. Der Stick kostet hier 49 Euro. Im Starterpaket sind 10 Euro Startguthaben enthalten. Abgerechnet wird nach 24 Stunden. Ab 250 MB Datenvolumen regelt Base die Verbindung auf GPRS-Bandbreite mit maximal 56 kbit/s herunter.

Bei O2 kann eine «Internet Dayflat» für 3,50 Euro pro Kalendertag gebucht werden. Das Paket mit Surfstick kostet online 25 Euro. Auch O2 verringert das Surftempo ab 1 GB verbrauchtem Datenvolumen auf GPRS-Standard.

In Betrieb nehmen lassen sich die Geräte meist nach dem gleichen Prinzip: Der Stick mit der Software des Providers wird einfach in eine USB-Buchse am Laptop gestöpselt. Das Programm installiert sich automatisch.

Um freie Surfsticks zu nutzen, müssen Nutzer vorher die Anbieter-Software aufspielen. Zumindest bei T-Mobile und O2 lässt sich diese über das Online-Portal herunterladen. Allerdings sollten Anwender «abschätzen, ob sich der Aufwand wirklich lohnt», meint O2-Sprecher Albert Fetsch. Denn dann müssten erst noch per Hand die Zugangsdaten eingetragen werden - und es sei nicht gesichert, dass das bei jedem Surfstick aus dem Elektronikmarkt klappt. «Für Otto-Normal-Verbraucher ist das sicher nicht die beste Variante.»

news.de/dpa

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