Software-Helfer Daten sichern leicht gemacht

Daten sichern am Computer (Foto)
Wer seine Daten ernsthaft sichern will, sollte für entsprechende Software ruhig etwas Geld ausgeben. Bild: dpa

Von Sandra Schipp
Kostenlose Programme oder doch die Bezahl-Software? Beim Sichern der Daten ist das nicht nur eine Frage der Benutzerfreundlichkeit. Doch egal, welche Software Sie benutzen - DVDs sind als Sicherungsorte wenig geeignet.

Musiksammlung, Urlaubsfotos - diese Daten können schneller futsch sein, als manchem PC-Besitzer liebt ist. Doch dem Schaden, den Diebe oder kaputte Festplatten verusachen können, lässt sich vorbeugen: mit regelmäßigen Backups. Bereits Gratis-Software reicht dafür aus, sagt Manuel Schreiber von der Zeitschrift Chip. Sie deckt alle wichtigen Backup-Funktionen ab, ist aber nicht immer leicht zu bedienen. Zudem fehlen oft Auswahlmöglichkeiten etwa der Speicherorte.

Kauf-Software macht es dem User leichter: Mit ein paar Mausklicks gibt er an, welche Ordner wo gesichert werden sollen - und schon geht es los. Hier lässt sich völlig frei entscheiden, wo die Daten gespeichert werden sollen - etwa in einem Online-Speicher oder einen Netzwerk-Festplattenspeicher. Zudem bieten die meisten größeren Hersteller mittlerweile eine Funktion an, mit der in Backups gestöbert werden kann, also eine Art Live-Vorschau der Dateien. Der Vorteil: Eine einzelne Datei lässt sich wiederherstellen, ohne das komplette Backup zurückzuspielen.

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Anders als in vielen Gratis-Programmen ist in den Kauf-Suiten meist ein Image-Programm enthalten. Im Gegensatz zu Backups, bei denen einzelne Daten, Dateien oder Ordner gesichert werden, ist ein Image eine Komplettsicherung des Systems. Damit wird der Zustand des Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt gespeichert, der dann nicht mehr verändert werden kann. Zu einem späteren Zeitpunkt wird einfach ein neues Image angelegt. Mit dem Image auf einem externen Datenträger lässt sich beispielsweise das System bei einem System-Crash wiederherstellen. Dazu legt der Nutzer eine Rettungs-CD ein, startet den Rechner und ruft die Funktion «Systemwiederherstellung» auf.

Windows 7 mit integriertem Backup

Windows-Nutzer griffen bisher meist auf externe Software zurück, um Backups zu machen. Windows 7 jedoch bietet sehr umfassende, wenn auch nicht übersichtliche Backup-Funktionen, wie Schreiber sagt. Sie sind in der Systemsteuerung verborgen: Einfach auf «Sichern und Wiederherstellen» gehen, und schon kann ein Image oder ein Systemreparatur-Datenträger erstellt werden. Anders als bei Window XP oder Vista lassen sich bei Windows 7 auch benutzerdefinierte Ordner und Benutzerkonten sichern.

Generell sei bei der Auswahl eines Backup-Programms darauf zu achten, dass die Software keine proprietären FormateEs handelt sich dabei um Software, die nicht kostenlos oder mit Veränderungen weiterverbreitet werden darf. Diese Software ist durch Patente oder Urheberrecht geschützt. benutzt, rät Schreiber. Sonst kann es zu Problemen kommen, wenn die Software schon ein paar Jahre alt und nicht mehr mit neuen Betriebssystemen kompatibel ist. Dass ein gängiges Format unterstützt wird, ist vor allem wichtig, wenn Daten nicht nur gesichert, sondern archiviert werden sollen. Der Chip-Experte rät in einem solchen Fall zu Open-Source-Programmen.

Mancher PC-Besitzer hat für regelmäßige Backups eine Partition auf der Festplatte freigeräumt. Bei einem Festplatten-Crash kann in diesem Fall jedoch nicht mehr auf die Daten zugegriffen werden, weil die Festplatte nicht mehr startet, warnt Schreiber. Eine zweite interne Festplatte ist hier eine mögliche Lösung. Noch besser ist es, eine externe Festplatte zu nutzen. Zwar muss diese extra an den Rechner angeschlossen werden. Im Fall der Fälle jedoch - etwa wenn der PC durch einen Kurzschluss unbrauchbar geworden ist - sind die Daten in Sicherheit. Gleiches gilt für USB-Sticks, die schon für wenige Euro erhältlich sind.

DVDs und Blu-rays ungeeignet

Eine komfortable Möglichkeit der Datensicherung bieten Netzwerk-Speicher, die am Router hängen und per Lan oder Wlan mit dem PC verbunden werden. Laut Schreiber gibt es einsteigerfreundliche und relativ günstige Modelle wie die Synology DiskStation DS 110j (ab rund 120 Euro). NAS-Server sind immer verfügbar, und es lassen sich darüber gleich mehrere Rechner verwalten. Sie bieten sich nicht nur für automatische Backups zu einem bestimmten Termin, sondern auch für Echtzeit-Backups an. Dabei werden die Daten im laufenden Betrieb permanent gesichert. Für aufwendige Projekte mit vielen wichtigen Daten sind solche Backups ideal, auch wenn dafür Programme wie Avanquest Perfect Image nötig sind, die diese Funktion unterstützen. Normalerweise reichen jedoch ein, zwei Backups pro Woche völlig aus.

CDs, DVDs und BluRays sind als Backup-Speicher noch immer sehr beliebt, dafür aber kaum geeignet, wie Schreiber sagt. Sie sind zu empfindlich und meist auch zu klein, zumindest, wenn viele Daten anfallen. Als sekundäre Backup-Quellen sind sie jedoch nicht verkehrt. Auch Online-Speicher sind Schreiber zufolge eher für sekundäre Backups oder für die Sicherung einzelner Daten zu empfehlen. Ein Grund dafür ist der fehlende Platz: In der Regel sind nur 2 Gigabyte gratis, danach muss man zahlen, und zwar monatlich. Größere Backups lohnen sich auch aus einem anderen Grund nicht: Das Hochladen der Daten dauert viel zu lange. Ein Plus der Online-Speicher ist die Ortsunabhängigkeit. Die Daten sind auch im Katastrophenfall sicher aufgehoben, etwa wenn die Wohnung samt PC und externer Festplatte in Flammen aufgeht.

Wurde das regelmäßige Backup vergessen und es kommt zum Crash, sind die Daten noch nicht unbedingt verloren. Ist «nur» das System beschädigt, reicht es oft schon, den Rechner über eine Live-CD zu starten - dann kann man auf die Festplatte zugreifen und die Daten extern sichern. Sind die Daten selbst beschädigt, wird es schwieriger, aber nicht hoffnungslos. Hier können meist Rettungstools wie PhotoRec helfen.

ham/mac/ivb/news.de/ddp

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