Bezahlen mit dem Handy Tschüss Plastikgeld

Pläne der Bahn: Wenn das Handy zur Fahrkarte wird (Foto)
Bahnfahren ohne Fahrkarte aus Papier - das sollen elektronische Tickets fürs Handy ermöglichen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Handys sind echte Alleskönner: Hochleistungsfähige Smartphones sorgen für den ständigen Draht zum Internet, lotsen Autofahrer durch den Stadtdschungel und vertreiben mit kleinen Spielereien die Langeweile. Warum sollten sie dann nicht auch das Portmonee ersetzen?

Wer trägt heute noch viel Bargeld mit sich herum? Längst bezahlen die Menschen ohne Hart- und Papiergeld. EC-, Geld- oder Kreditkarte machen es möglich, sorgen für Ordnung und Leichtigkeit im Portmonee. Doch auch das kann immer öfter zu Hause bleiben. Die Bezahlarbeit leisten Handys und leistungsstarke Smartphones mit ständiger Onlineanbindung.

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bitkom ergab, dass sich immer mehr Deutsche vorstellen können, das sogenannte Mobile Payment zu nutzen – insgesamt seien es 43 Prozent aller Handybesitzer, bei den 14- bis 29-Jährigen steigt der Anteil sogar auf 75 Prozent. Am stärksten nachgefragt ist dabei die Bezahlung von Fahrscheinen im öffentlichen Personenverkehr, danach rangieren Parkscheine und Eintrittskarten. Jeder fünfte Handybesitzer würde gern überall dort mit dem Telefon bezahlen, wo schon jetzt EC- oder Kreditkarte das Bargeld ersetzen.

Tickets für den öffentlichen Personenverkehr

Natürlich ist das keine Zukunftsmusik mehr. Längst hat beispielsweise die Deutsche Bahn den Ticketkauf per Smartphone eingeführt. Bis zu zehn Minuten vor dem Start des Zugs kann eine Fahrkarte so gebucht werden. Dazu müssen sich Bahnfahrer erst auf bahn.de registrieren, danach mit dem Browser auf dem Telefon m.bahn.de aufrufen und die gewünschte Verbindung heraussuchen. Anschließend wählt der Nutzer den Menüpunkt «Ticket/Reservierung» und loggt sich mit seinen bahn.de-Zugangsdaten ein. Das Ticket kommt dann als MMS auf das Handy.

In einigen Regionen Deutschlands ist auch der öffentliche Nahverkehr schon auf das Smartphone eingestellt. Auf dashandyticket.de können Interessierte sehen, ob sich ihr Verkehrsverbund daran beteiligt. Für dieses Programm ist zunächst eine Registrierung nötig, zudem muss das Handy-Ticket-Programm, also eine App, auf das Smartphone heruntergeladen werden. Bezahlt wird entweder per Lastschrift, Kreditkarten-Verfahren oder mit einem Prepaid-Konto.

Wen es in ferne Gefilde zieht, der kann auch Flugtickets per Handy buchen. Diesen Service bietet beispielsweise Lufthansa. Unter mobile.lufthansa.com können Sie Tickets kaufen, reservieren und einchecken. Dafür brauchen Sie allerdings eine Miles-and-More-Nummer und müssen sich auf der Website registrieren.

Parken mit dem Handy

Für den Parkschein via Handy gibt es inzwischen ebenfalls einige Anbieter. Einer davon ist Simty: In Bad Homburg, Bad Münstereifel, Berlin, Bingen, Butzbach, Hamburg, Hanau, Heidenheim, Köln, Lübeck, Mainz, Mönchengladbach und Wiesbaden kann der Parkdienst genutzt werden. Prinzipiell ist Simty von jedem Handy aus möglich, am komfortabelsten ist aber die iPhone-App. Eine solche Lösung für andere Betriebssysteme wie Android wird bisher noch nicht angeboten.

Parken per Handy ist ein Dienst, der zudem in Saarbrücken, Wiesbaden, Günzburg, Köln und Osnabrück genutzt werden kann. Die Anmeldung ist auch hier kostenlos. Wer vor einem teilnehmenden Parkplatz steht, ruft die ausgeschilderte Telefonnummer der Parkzone an. Per Lastschriftverfahren wird der entsprechende Betrag später vom Bankkonto abgebucht. Der Vorteil des Dienstes: Ein hochtechnisiertes, modernes Mobilfunkgerät ist nicht nötig.

Wer sich nicht für einen solchen Dienst registrieren will, kann das System sms&park nutzen. Das funktioniert in mittlerweile mehr als 30 deutschen Städten, zudem beteiligen sich daran alle großen Mobilfunkanbieter. Wer auf einem teilnehmenden Parkplatz sein Auto abstellen will, tippt dessen Kennzeichen ins SMS-Menü ein und schickt diese an die zum Platz gehörende Kurzwahl.

Auch der Fahrradverleih funktioniert in vielen Deutschen Städten schon mit dem Handy. So bietet die Deutsche Bahn den Dienst Call-a-Bike als iPhone- oder Android-App an. Die finden verfügbare Räder automatisch via GPS-Ortung und zeigen diese auf einer Karte an. Daraus kann der App-Nutzer wählen. Alternativ können Call-a-Bike-Kunden ein Rad mit einem Anruf anfordern. Andere Anbieter setzen wie beim Parken auf eine SMS.

Darauf müssen Sie achten

Eine einheitliche Handy-Bezahl-Lösung gibt es in Deutschland bisher nicht – sie müssen sich also für verschiedene Dienste anmelden und ihre Daten herausrücken. Apropos «gläserner Kunde»: Laut Computerbild ist es Behörden bis zu sechs Monaten lang möglich zu sehen, wer was zu welchem Zeitpunkt mit dem Mobiltelefon bezahlt hat. Auch die Routen des Mietfahrrads können noch rekonstruiert werden.

Zudem müssen Sie immer die Zusatzkosten im Auge behalten. Immerhin zahlen Sie neben dem Parkticket auch die SMS-Kosten. Grundsätzlich sind Handyanrufe bei einschlägigen Hotlines immer teurer als vom Festnetz. Solche Kosten sollten Sie vorher abklären, sonst zahlen Sie am Ende sinnlos drauf.

ham/ivb/news.de

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