Soundsysteme Guter Klang kostet

Surround-Sound (Foto)
Wer ein gutes Filmkomplettsystem haben will, muss etwa 1000 Euro investieren. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Ein Horrofilm ohne schrille Geigen, ein Actionfilm ohne Bass-Explosion? Unvorstellbar. Erst der richtige Sound macht den Filmgenuss perfekt. Wir verraten, worauf Sie beim Kauf eines Surround-Systems achten müssen.

In immer mehr deutschen Haushalten steht mittlerweile der Full-HD-Flachbildfernseher im Wohnzimmer. Das hochauflösende Fernsehen kommt digital via Kabel oder Satellit von den öffentlich-rechtlichen Anstalten oder vom Bezahlangebot. Optisch ein Genuss, doch ein guter Krimi oder ein aufwändiger Blockbuster wirken erst durch den richtigen Sound.

Für den sorgt zum Beispiel ein 5.1Spich: fünf Punkt eins. Diese Zahlenkombination steht für die Anzahl der Tonkanäle. Insgesamt sind es sches: fünf Hauptkanäle und einTieftonkanal für den Subwoofer. -Surroundsystem. Doch für wen lohnt die Anschaffung des Raumklangs überhaupt? Zunächst einmal ist die Größe des Wohnzimmers, aber auch die Sitzposition entscheidend. Wer weniger als 15 bis 20 Quadratmeter zur Verfügung hat, der lässt am besten die Finger davon - so die Faustformel: « Alle Hörer sollten einen Mindestabstand zu jedem Lautsprecher einnehmen können von einem Meter, besser 1,50 Meter», erklärt Malte Ruhnke vom Fachmagazin audio.

Stereo vor Einsteiger-Surround

Aber keine Angst, guter Sound muss nicht aus dem Surroundsystem kommen. Ganz im Gegenteil: Der Griff zum 2.1-Stereo-System mit Subwoofer oder zu einem virtual Sound-System lohnt sich. «Auch sie erzeugen einen gewissen Raumklang bei Filmen, allerdings sollte man dafür genau mittig zu den Boxen sitzen und nicht zu weit entfernt», erklärt Ruhnke.

Die einfachste Form der virtual Sound-Systeme sind Soundbars. Sie werden unter dem Fernseher platziert und sehen oft aus wie ein großer schwarzer Riegel. In Tests der Fachmagazine konnten aber besonders die Modelle des unteren Preisbereichs ab 200 Euro nicht überzeugen. In einer aktuellen Untersuchung der Audio Foto Video Bild (Het 08/10) haben die Redakteure fünf Modelle um die 300 Euro untersucht, das beste schaffte gerade einmal ein «Befriedigend».

Der Griff zum Stereosystem lohnt auch für all jene, die ein kleineres Budget haben und mit der Anlage neben einem guten Film überwiegend Musik genießen wollen. Für audio-Mann Ruhnke sind die Stereos dem Einsteiger-Surround in dieser Preisklasse immer überlegen: «Surround-Systeme, die Film und Musik in Stereo gleichermaßen hochwertig spielen, fangen erst bei ca. 3000 Euro an, nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt.»

Filmkomplettsysteme ab 1000 Euro

Ein gutes Filmkomplettsystem mit integriertem Blu-Ray-Player sollte seiner Einschätzung nach um die 1000 beziehungsweise 1500 Euro kosten. Die Angebote sind hier vielfältig, einige Hersteller setzen sogar schon auf 3D. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins audivision stehen vier dieser 3D-fähigen Komplettanlagen im direkten Vergleich. Den besten Eindruck hinterließ Samsungs HT-C6930W.

Die Klangqualität sei im Großen und Ganzen hervorragend und bleibe im Testfeld unerreicht. Für dieses Modell müssen Kunden etwa 700 Euro einplanen. Bei den anderen Konkurrenten wie der Philips HTS 5590 für etwa 580 Euro, bemängelten die Tester, dass das musikalische Feingefühl fehle. Nur akzeptabel war auch der Klang von Panasonics erster 3D-Komplettanlage für etwa 750 Euro.

Das Äußere verrät nichts

Ob eine Surround-Anlage von guter Qualität ist, kann ihr niemand von außen ansehen, warnt Ruhnke. Ob Plaste, Holz oder Metall - das Material ist schweigsam, geht es um die Güte. Er empfiehlt nur das zu kaufen, was man auch selbst vorher hören und im Idealfall zu Hause ausprobieren konnte. Zudem sollten die Tests der seriösen Fachmagazine mit eigenem Labor studiert werden.

Einen kleinen Tipp hat der Experte aber trotzdem auf Lager: Die Satellitenlautsprecher sollten eine Mindestgröße haben. Die Mitteltöner, die auch mal mit niedrigen Frequenzbereichen klar kommen müssen, sollten bei kleinen Räumen einen Durchmesser von zehn Zentimetern nicht unterschreiten, bei größeren Räumen sind 13 Zentimeter ein Richtwert.

Kabelsalat mitgedacht?

Noch ein paar Tipps zur richtigen Aufstellung der Boxen bei Stereo- oder Surround-Anlagen: Laut Ruhnke sollten Hörer und Boxen ein gleichseitiges Dreieck beziehungsweise Fünfeck mit ähnlichem Hörabstand bilden. Zudem sollten die Winkel zwischen den jeweils linken und rechten Lausprechern identisch sein. «Wer eine solche Aufstellung nicht realisieren kann, verschenkt den Großteil der Klangqualität und sollte lieber über eine gute Stereoanlage nachdenken», so Ruhnke.

Doch wer die richtige Anlage für sein Wohnzimmer und seinen Geldbeutel gefunden hat, der steht vor einem weiteren Problem. Fünf Lautsprecher und ein Subwoofer müssen irgendwie untergebracht und verbunden werden. Deshalb empfiehlt Ruhnke besonders darauf zu achten, dass die benötigten Kabel auch wirklich verlegt werden können.

Sollte der Kabelsalat letztlich jede Ästhetik des Raums zerstören, ist damit niemandem geholfen. Alternativ können die Satelliten auch via Funk angeschlossen werden. Hier gilt es aber zu bedenken, dass eine Funkstrecke pro Kanal etwa 200 Euro kostet. Die kommen dann noch einmal zum Preis des Surround-Systems hinzu. 

mac/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Marc Krüger
  • Kommentar 1
  • 20.03.2011 18:07

Zitat: "[...] Alternativ können die Satelliten auch via Funk angeschlossen werden.[...] Schön und gut. Nur sind für die Stromversorgung nicht ebenfalls Kabel nötig, welche verlegt werden wollen? ;-)

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