Systemkameras Spiegellos schöne Bilder

NEX-5 (Foto)
Sonys NEX-5 ist ein bildstarkes Leichtgewicht. Bild: Sony

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Kompakt, leicht und flexibel: Die neuen Systemkameras verbinden die Vorteile von zwei Welten miteinander und sind auf dem Vormarsch. Wer jetzt in eine neue Kamera-Ausrüstung investieren will, kommt auch als Einsteiger nicht an den Geräten vorbei.

Vor zwei Jahren ist der Startschuss für eine neue Kameragattung auf der photokina gefallen: Panasonic und Olympus stellten die sogenannten Systemkameras vor. Schnell haben auch andere Hersteller wie Sony und Samsung nachgezogen. Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Schlagwort Systemkamera? Ein bisschen irreführend ist der Begriff schon, denn im Prinzip bezeichnet er auch jedes Spiegelreflexmodell (SLR) mit wechselbaren Objektiven und anderem Zubehör.

«Die Hersteller sind sich selbst nicht einig, wie diese Kameragattung bezeichnet werden soll. Wahrscheinlich wird hier noch ein einheitlicher Name kommen», sagt Nico Barbat, Chefredakteur bei DigitalPhoto. Eins steht aber schon jetzt fest: Wer sich in den nächsten Monaten eine professionelle Kamera-Ausrüstung zulegen will, der wird an diesen Geräten nicht vorbeikommen.

Systemkameras
Vorteile aus zwei Welten

Kompakt ohne Spiegel und Sucher

Im Gegensatz zu Spiegelreflexmodellen kommen die Systemkameras ohne Spiegel aus. Das Licht fällt also direkt auf den Bildsensor und wird nicht umständlich umgeleitet, erklärt Barbat. Zudem fehlt den Knipsen der optische Sucher, dafür zeigen das Display oder auch ein elektronischer Aufstecksucher genau, wie das Foto mit den entsprechenden Einstellungen später einmal aussehen wird. Für Anfänger ist das ein komfortables Feature.

Der Verzicht auf Spiegel und optischen Sucher macht es den Herstellern möglich, diese Geräte mit sehr kompakten Abmessungen zu bauen. Im Prinzip schlagen sie damit eine Brücke zwischen den kleinen, digitalen Kompaktkameras und der großen SLR - nicht nur optisch: «Die Sensoren der Systemkameras sind gleich groß (Samsung, Sony) oder nur wenig kleiner (Olympus, Panasonic) als die einer gängigen SLR-Kamera. Kompaktkameras haben winzig kleine Sensoren. Je größer der Sensor ist, desto besser ist die potenzielle Bildqualität einer Digitalkamera», erklärt Tamar Zifra Stern vom fotoMAGAZIN.

Frühe Erfolgserlebnisse für Anfänger

Genauso wie die großen SLRs richten sich die Spiegellosen an einen Kundenkreis mit hohem Anspruch an die Bildqualität, erklärt Stern. Obwohl die Kameras ihren Nutzern technisches Interesse abverlangen, kann Stern sie auch Foto-Neulingen empfehlen: «Ihre Bildqualität ist um ein Vielfaches besser als die von Kompaktkameras. Die Bedienung moderner Systemkameras ist einfach und die Automatiken - welche die meisten Einsteiger anfangs nutzen - liefern so gute Ergebnisse, dass auch Anfänger schnell Erfolge erleben.» Und noch ein Argument führt die Expertin ins Feld: Dank ihrer umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten wachsen sie mit den steigenden Fähigkeiten ihres Besitzers mit.

Verdrängen werden die Spiegellosen die klassische SLR aber nicht, ist sich Barat sicher: «Wer viel draußen fotografiert und eine Kamera braucht, die auch mit Wasserspritzern und Staub zurechtkommt, der wird derzeit bei der Spiegelreflexkamera bleiben.» Beide Systeme werden nebeneinander existieren.

Trend zur professionellen Fotoausrüstung

Schwächen gegenüber einer SLR hätten die Spiegellosen kaum, sagt Stern, allerdings gäbe es bislang wenige hochqualitative Objektive. Für 2011 und 2012 hätten die Hersteller aber einige angekündigt: «Darunter auch ein paar Modelle, deren Daten darauf hoffen lassen, dass es echte Schätzchen werden.»

Dass sich die Systemkameras am Markt etablieren werden, darüber sind sich die Experten einig: Für Stern reicht da der Blick nach Japan. Dort hätten die Spiegellosen bereits einen großen Marktanteil. Und auch die deutschen Daten sprechen für die neue Gattung: Laut Photoindustrie-Verband lasse sich hierzulande ein deutlicher Trend hin zu professioneller Ausrüstung ausmachen: So seien im letzten Jahr etwa 900.000 Spiegelreflex- und Systemkameras verkauft wurden. In diesem Jahr rechnet die Branchenvertretung mit etwa 950.000 verkauften Exemplaren dieser Profikameras.

Noch sind die Systemkameras aber teurer als Einsteiger-Spiegelreflexkameras. Die Experten sind sich jedoch einig, dass der Preis mit wachsender Nachfrage fallen wird.

Mehr über aktuelle Modelle und deren Preise erfahren Sie in unserer Bilderstrecke.

sgo/reu/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • brainstuff
  • Kommentar 1
  • 08.10.2010 13:58

Es wird wirklich Zeit, dass da einmal das System an die neuen Technologien angepasst wird. Es ist ein völliger Unfug, dass Spiegelreflexkameras noch einen Spiegel haben (der verursacht eine kleine Erschütterung wenn er hochklappt und das führt manchmal zu Unschärfe).

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