Mo., 13.02.12
Schöner Wohnen

Intelligente Hausgeräte Waschmaschine mit Sparsinn

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber

Artikel vom 07.09.2010

Ab 2011 müssen die Energielieferanten lastabhängige Stromtarife anbieten. Dann ist die Energie an manchen Stunden des Tages günstiger. Der erste deutsche Hersteller hat nun Waschmaschine und Trockner präsentiert, die dann automatisch ihre Arbeit starten.

Auf der Ifa hat Miele als erster deutscher Hersteller sogenannte Smart-Grid-Geräte vorgestellt. Schon seit einiger Zeit gibt es in Deutschland Pilotprojekte mit dieser Technologie, die die Stromkosten in den Haushalten massiv senken soll. Das Prinzip dahinter klingt simpel: Das Hausgerät hat ein integriertes Modul, das Preisinformationen aus dem Stromnetz bezieht und deshalb quasi weiß, wann der Strom günstig ist und erst dann seine Arbeit startet.

Die Gütersloher preschen mit einer Waschmaschine und einem Trockner vor und geben ihnen den bekannt anmutenden Namenszusatz «SG Ready». Dass dies dem von Fernsehern bekannten «HD ready» ähnelt, ist vom Unternehmen beabsichtigt. Diese «SG Ready»-Geräte können mit einem sogenannten Kommunikationsmodul ausgestattet werden und dann über die Stromleitung entsprechende Daten mit dem sogenannten Miele-Gateway austauschen. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein Hersteller-eigenes Kommunikationsmodul, auf dem Steuerungsfunktionen und auch ein Kalender hinterlegt sind. Über den PC füttert der Nutzer den Kalender auf dem Gateway nun händisch mit aktuellen Stromtarifen des Energielieferanten.

Diese Lösung dürfte allerdings wegen ihres wenig pragmatischen Ansatzes zum Scheitern verurteilt sein. Deshalb soll es möglich werden, dass der Energielieferant selbst Tarifinformationen per RSS-Meldung auf das Gateway überträgt. Ist es mit den richtigen Daten gefüttert, müsste an Waschmaschine oder Trockner nur noch die sogenannte Smart-Start-Funktion aktiviert werden. Danach werde der Nutzer aufgefordert, einen Zeitraum einzugeben, innerhalb dessen die Maschine ihre Arbeit verrichten soll. Ist der Strom besonders günstig, startet der Waschvorgang innerhalb der eingegebenen Zeitspanne.

Das neue Energiezeitalter im Test

«In den kommenden Jahren können wir eine sehr uneinheitliche Entwicklung der Stromtarife in Deutschland erwarten», ist Peter Hübinger von Miele überzeugt. Denn dann sind die Energielieferanten verpflichtet, lastabhängigeTarifeEs handelt sich um Tarife, die von den zeitlich variablen Stromhandelspreisen und der unterschiedliche hohen Stromabnahme zu den verschiedenen Tageszeiten abhängig gemacht werden können. anzubieten.

Die Verantwortlichen hinter dem sogenannten Smart-Watts-Modellversuch, der innerhalb des Förderprogramms E-Energy der Bundesregierung stattfindet, proben dieses neue Energiezeitalter bereits jetzt. Auch hier werden solche lastabhängigen Tarife mit intelligenten Haushaltsgeräten getestet. Dahinter steht die Überzeugung, dass die bisherige Praxis, dass die Energieerzeuger dem Verbrauch folgen, überholt ist. Es dürfe nicht mehr selbstverständlich sein, dass wir Strom verbrauchen, wann wir wollen. Immerhin werden fossile Energien knapp und erneuerbare Energien sind nicht zuverlässig ständig vorhanden.

Die Smart-Watts-Lösung setzt auf den intelligenten Stromzähler, den Smart-Meter, der seit Anfang des Jahres in allen Neubauten eingeführt werden muss. Er empfängt das Preissignal und leitet es an alle Steckdosen in einem Haus weiter, wo es die intelligenten Haushaltsgeräte empfangen. In Aachen wird dieses Prinzip am Ende des Jahres in etwa 500 Haushalten getestet. Die Projektleiter von Smart-Watts gehen davon aus, dass sich diese Technologie ab 2012 schnell durchsetzen wird.

Auch Miele erprobt seine Technik und zwar gemeinsam mit dem Energiekonzern RWE. Zuerst wird dazu die Smart-Grid-Tarifidee mit lastabhängigen Strompreisen erprobt. Dafür liegt laut Miele ein Durchschnittspreis von 25 Cent pro Kilowattstunde zugrunde - die Preisspreizung solle etwa 30 bis 50 Prozent erreichen. Zudem entstehe derzeit in Port Olpenitz, nahe der Schlei-Mündung in Schleswig-Holstein, ein Ferienwohnpark mit etwa 1000 Einheiten, die zum Großteil mit den Smart-Grid-fähigen Miele-Geräten ausgestattet werden sollen.

ham/ivb/news.de
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