Fernsehboliden und smarte Backöfen
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Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber, Berlin
Artikel vom 01.09.2010
Die weltgrößte Messe für Unterhaltungselektronik öffnet am Freitag. 3D ist das Thema bei den Fernsehern, die Hausgeräte wollen mit Design und intelligenten Funktionen punkten. Welche Highlights Sie nicht verpassen dürfen, verrät news.de.
Zum 50. Mal findet die Internationale Funkausstellung (Ifa) nun schon statt, doch ist sie älter als nur ein halbes Jahrhundert. Zum ersten Mal öffnete sie als «Große Deutsche Funk-Ausstellung» am 4. Dezember 1924 ihre Pforten. Schon damals kamen weit mehr als 200 Aussteller und etwa 180.000 Besucher. Zu den Highlights gehörten in den 1920er Jahren Detektorgeräte und die ersten Röhrenrundfunkempfänger. Inzwischen ist die Ifa die weltweit bedeutendste Messe für Unterhaltungselektronik und beherbergt seit 2008 auch die Haushaltsgeräte.
In 2010 sind mehr als 1420 Austeller mit von der Partie, etwa 1000 davon kommen aus dem Ausland. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das ein Gesamtwachstum um etwa 22 Prozent. Maßgeblich dafür verantwortlich sind vor allem die Länder aus dem asiatischen Raum, besonders Taiwan. Auch bei den Besucherzahlen erhoffen sich die Ifa-Veramntwortlichen Zuwachs: 230.000 Technikhungrige werden erwartet.
Doch nicht nur Aussteller sind so zahlreich wie noch nie auf der Ifa vertreten: In diesem Jahr gibt es auch so viele Neuheiten zu bestaunen wie noch nie. Die Highlights und Trends sind aber längst keine unbekannten mehr. So war 3D bereits auf der diesjährigen Cebit das alles beherrschende Thema und auch die amerikanische Konkurrenz der Ifa die Consumer Electronics Show in Las Vegas sah dreidimesional.
Fernsehhersteller wie Toshiba, Samsung, Sony, Philips, LG oder Panasonic warten trotzdem auch in Berlin mit Neuigkeiten auf. Toshiba feiert mit seinem europaoptimierten Cell-TV auf der Messe Premiere: Das Gerät einfach nur als Fernseher zu bezeichnen wäre allerdings eine Untertreibung. Es hat einen Hochleistungsprozessor an Bord, der etwa 140-mal schneller sein soll als seine herkömmlichen Konkurrenten. Natürlich beherrscht auch er die Umstellung von 2D auf 3D.
Mit seinem neuen Premium-Fernseher C9090 setzt Samsung voll auf 3D, gleichzeitig aber auch auf elegantes Design. Nicht ganz acht Millimeter ist das Gerät tief, das aktuelle LED-Technologie an Bord hat. LED ist Trend und das nicht nur, weil hier Farben brillianter wirken. Auch zur Energieeffizienz tragen die kleinen Leuchten bei: Und deshalb stattet Philips seine neue 9000-Serie gleich mit LED-Pro aus und verspricht bis zu 50 Prozent Energieersparnis. Sharp hingegen präsentiert weltweit die ersten 3D-Geräte mit seiner Quattron-Technologie, bei dem Gelb als Pixelfarbe etabliert wird.
Doch die TV-Boliden können noch mehr als nur Fernsehen: HBBTV (Hybrid broadcast broadband TV) verschmilzt das reine Programm mit dem Internet auf einem Bildschirm auf bloßen Knopfdruck. Nahezu alle Hersteller haben ihre Geräte dafür fit gemacht. Und auch die Programmveranstalter arbeiten an entsprechenden Inhalten.
Design und Komfort bestimmen die Elektro-Hausgeräte
Während es bei der Unterhaltungselektronik also auf Vernetzung und Leistung ankommt, setzen die Hausgerätehersteller weiterhin auf Design, Ergonomie und natürlich Bedienkomfort - gleichzeitig schrauben sie den Energiehunger der Geräte weiter herab. Zu finden ist die sogenannte weiße Ware vorwiegend in den Hallen eins bis sechs.
Bosch und Siemens setzen auf selbstständig dosierende Waschmaschinen mit der i-Dos-Funktion und reduzieren den Verbrauch von Spülmaschinen auf etwa sieben Liter. Miele präsentiert zudem seine ersten Smart-Grid-fähigen Haushaltsgeräte in Form eines Trockners und eines Waschautomaten. Sie beziehen ständig die Tarifinformationen des Energielieferanten und schalten sich erst an, wenn der Strompreis günstig ist.
Russel Hobbes und WMF setzen lieber auf außergewöhnliches Design und bringen die Kunst von Salvador Dalí und den Bauhaus-Stil auf Kaffeemaschine, Toaster und Co. Einfacher soll das Leben ganz nebenbei natürlich auch werden. Dafür will beispielsweise AEG mit seinem intelligenten Backofen sorgen. Der ist das bisher einzige Gerät seiner Art, das automatisch die richtige Beheizungsart, Temperatur und Garzeit einstellt und erkennt, wann ein Gericht fertig ist.
Auch an der Staubsaugerfront wird der Verbraucher weiter geschont: iRobot präsentiert einen noch leistungsfähigeren Saugroboter, der selbst mit Katzenstreu fertig werden soll. Und Samsung erweiterte sein Sortiment um weitere NaviBots, die dank intelligenten Prozessoren genau erkennen, wo sie schon den Boden gereinigt haben und mit einer integrierten Kamera ein detailliertes Raumbild ihrer Umgebung anfertigen können.
Lern-Parcours für Schüler
Wer irgendwann genug hat von all den Innovationen, der kann beim Open-Air-Konzert von Scooter entspannen. Außerdem warten noch so illustre Gäste wie Inka Bause, Jürgen Karney oder Lou Bega auf dem Messegelände. Und es gibt wieder das Projekt Schule@Ifa. Mit diesem können Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse auf Lern-Parcours die Ifa erkunden.
ham/ivb/news.de
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