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Spielesiegel Sicher spielen auf einen Blick

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann

Artikel vom 24.08.2010

Noch immer sind Eltern mit der Auswahl der richtigen Videospiele für ihre Kinder überfordert. Das Gütesiegel «Pädagogisch wertvoll» soll abhelfen. Medienpädagoge Torben Kohring verrät news.de, wie Eltern davon profitieren können.

Herr Kohring, warum gibt es das Gütesiegel «Pädagogisch wertvoll» und wofür ist es gut?

Torben Kohring: Das Gütesiegel entstand in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels. Hintergrund war, dem Einzelhandel eine Orientierung zu bieten, mit der interessierte Käufer fachgerecht beraten werden können. Das Gütesiegel gibt unabhängig von der Qualität Auskunft darüber, welche pädagogischen Qualifizierungen und Werte es bietet.

Und wer entscheidet, was nun pädagogisch wertvoll ist?

Kohring: Wir haben darauf geachtet, die Vermarktung des Siegels und die pädagogische Bewertung strikt zu trennen. Die Jury besteht aus zwölf Mitgliedern, die in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, in Schulen, als Lehrer oder in der Wissenschaft arbeiten. Jeder hat einen aktiven Bezug zum Medium Game.

Woran orientieren sich die Jurymitglieder bei der Klassifizierung?

Kohring: Der Katalog mit den Kriterien ist fast zehn Seiten lang. Zur Debatte steht, ob ein Spiel kindgerecht ist, ob es Spielen und Lernen so verknüpft, dass der Spielspaß darunter nicht leidet, was bei gut gemeinten didaktischen Programmen leider noch immer der Fall ist, oder ob ein Spiel strategische Tiefe hat. Einen Blick werfen die Prüfer aber auch darauf, ob ein Spiel Hirntraining oder Bewegung bietet, also ob beim Spielen kognitive Fähigkeiten abgefragt werden, ob Kultur vermittelt oder die ästhetische Bildung angeregt wird. Grundsätzlich kann danach jedes Spiel das allgemeine Siegel oder eines in einer Unterkategorie erhalten.

Bleibt die Frage, wie die Eltern erfahren können, ob ein Spiel dieses Gütesiegel bekommen hat?

Kohring: Wir hoffen, dass die Firmen, deren Spiele das Siegel bekommen, es auch auf der Verpackung anbringen oder auf den Internetseiten damit werben. Der Aufwand ist natürlich hoch. Deshalb müssen wir erst einmal abwarten. Ansonsten ist der Blick auf die Webseite des Gütesiegels ratsam. Dort kann die Liste eingesehen und ein Spiel nach bestimmten Kriterien auch ausgesucht werden. Zudem sehen die Eltern dort direkt die Begründung der Jury. Ganz wichtig ist uns, dass die Bewertung keine Rangliste darstellt.

Wie viele Spiele haben denn bislang das Siegel erhalten?

Kohring: Von 27 geprüften Spielen bekamen 14 das Siegel. Eine weitere Einstufung soll es noch in diesem Jahr geben.

Und welches Spiel würden Sie, auch mit Blick auf die vergangene Gamescom, Eltern und Kindern besonders an Herz legen?

Kohring: Scribblenauts hat bei uns bereits ein Siegel bekommen. Im Herbst erscheint Super Scribblenauts. Das ist ein Spiel, das man sich unbedingt anschauen sollte, selbst wenn es von uns noch kein Siegel hat. Ein Blick lohnt aber auch auf Kinect-Spiele, denn Bewegungsspiele liegen derzeit im Trend.

Torben Kohring arbeitet als Medienpädagoge beim Computerprojekt Köln, ist Projektleiter des Spieleratgeber-NRW und organisiert den Prüfvorgang für das Gütesiegel «Pädagogisch wertvoll».

sca/reu/news.de
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