Die 3D-Konsole im news.de-Check
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Von news.de Redakteurin Mandy Hannemann, Köln
Artikel vom 19.08.2010
Nintendos neuer Handheld bleibt den Besuchern der Gamescom verwehrt. Doch news.de hat hinter verschlossenen Türen einen Protoypen des 3DS in die Finger bekommen - und war überrascht, wie das kleine Display mit 3D-Animationen zurechtkommt.
Auch wenn Microsoft die Gamescom mit dem Steuersystem Xbox Kinect überflutet hat: Nintendos 3DS hat den Redmondern auf der Messe definitiv den Rang abgelaufen - obgleich das die wenigsten Messebesucher mitbekommen haben dürften. Doch zumindest hinter verschlossenen Türen hat Nintendo nicht mit den Reizen seiner neuen Konsolengeneration gegeizt.
Das Fazit vorweg: News.de ist begeistert von dem neuen Handheld. Der ist zwar etwas dicker als Nintendo DS und DSi, doch bei der Haptik haben die Entwickler unübersehbar darauf geachtet, dass das Gerät trotz vieler neuer Features weiterhin in die Hosentasche passt.
Auf Fotos darf die enorm gut aussehende 3D-Animation zwar noch nicht gezeigt werden. Doch die Präsentation im Fachbesucherbereich ließ in Sachen Auflösung und grafischer Gesamtleistung deutlich werden, wie weit der Fortschritt in der Entwicklung reicht. Der ist so groß, dass die dreidimensionale Darstellung von Spielen trotz vergleichsweise kleiner Bildschirme der Leistung auf der Kinoleinwand in kaum etwas nachsteht.
Fliegengewicht mit Bestleistung
Beim Blick auf Spiele wie Mario Kart DS, Cats and Dogs oder den Kinotrailer zum Film Legend of the Guardians taucht der Spieler förmlich ins Geschehen ein. Schärfe, enorme Detailtiefe und brillante Farben lassen unbestreitbar deutlich werden: Nintendo setzt neue Maßstäbe in der Branche. Und das, obwohl die Konsole ein Fliegengewicht bleibt.
In Sachen technische Details haben die Entwickler Bewährtes mit Neuem kombiniert. Der untere Bildschirm funktioniert in seinem 4:3-Format weiterhin als Touchscreen. Beim oberen Display setzt Nintendo hingegen auf Widescreen mit HD-Qualität. Um die 3D-Effekte ungetrübt genießen zu können, muss die Konsole möglichst gerade gehalten werden. Wird sie angekippt, ist zu sehen, wie die 3D-Animation funktioniert: zwei Bilder werden überlagert. Allerdings hat das Hochglanz-Widescreen-Display einen klaren Nachteil: Bei ungünstigem Lichteinfall spiegelt es stark.
Am rechten Rand des Displays findet sich der 3D-Def-Slider, ein Schieberegler, mit dem Spieler einstellen können, wie stark die 3D-Effekte angezeigt werden sollen. Die Auswahl reicht von zweidimensional bis zur Kino-Tiefe. Erhalten bleibt dem Spieler die Aufzeichnung von Bildern. Das Handheld-Innere verfügt weiterhin über eine Kamera. An der Konsolenoberseite hat Nintendo allerdings in die Mehrdimensionalität investiert. Dort findet der Spieler nunmehr zwei Kameras, womit sich Bilder dreidimensional aufzeichnen lassen.
Steuerung mit besserem Blick
In Sachen Steuerung ist Nintendo ebenfalls einen Schritt weiter: Neben dem üblichen Steuerkreuz und den Aktionstasten verfügt der Konsolenneuling über ein 360-Grad-Slide-Pad, mit dem sich innerhalb von Spielen beispielsweise die Kameraperspektive verändern lässt. Obendrein ist Nintendo offenbar dem iPhone auf den Fersen. Immerhin ist der 3DS mit Bewegungssensoren und einem Gyroskop ausgestattet, wodurch Bewegungen der Konsole in die Steuerung integriert werden.
Großen Wert legen die Japaner inzwischen auch auf den Datenaustausch. Das funktionierte bisher nur über eine eingeschaltete Konsole. Künftig sollen Informationen auch im Standby-Modus ausgetauscht werden können. Damit rückt der Handheld stärker in den Fokus des Social Gaming. Ein Beispiel: Dragon Quest IX: Hüter des Himmels verfügt in den Gasthäusern des Spiels über Vernetzungsoptionen, das heißt, die Spieler können sich dort virtuell gegenseitig besuchen.
Trotz aller zusätzlichen Technologien besinnt sich Nintendo auch beim 3DS auf die Basis: die Fangemeinde. Damit deren Sammlung an Spielen kein Fall für den Mülleimer wird, ist der neue Handheld abwärtskompatibel. Die Klassiker behalten so ihre Berechtigung im Regal zu stehen.
Großes Kino
Doch sie bekommen harte Konkurrenz. Das grafische Können der kleinen Konsole ist so gut, dass sich durchaus auch Filme abspielen lassen. Nintendos Handheld wird somit zum Konsolenkino im Hosentaschenformat. Dem integrierten SD-Kartenslot könnte so viel mehr Bedeutung zukommen. Kleine Urlaubsfilmchen aufzuzeichnen und zu Hause präsentieren zu können - das hat schon was.
Dennoch lässt der japanische Konzern die Welt noch zappeln. Das gilt für den Veröffentlichtungstermin wie für den Preis. Und auch in Sachen Leistungsaufnahme schweigt sich der Konzern noch aus. Mit Blick auf die Grafikleistung dürfte es sich jedoch kaum vermeiden lassen, dass der Handheld mehr Strom verbrauchen wird als seine Vorgänger. Details wird Nintendo aber vermutlich auf der Tokio Game Show bekanntgeben.
sis/ivb/news.de
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