Picassos Wiedergeburt
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 21.08.2010
Van Gogh, Picasso und Dürer sind große Namen. Als Künstler haben aber auch die Meister klein angefangen. Wer ihnen näher kommen will und an den Künstler in sich glaubt, kann sich bei Nintendo digitale Hilfe holen.
Sport, Musik, Kunst - das sind die Fächer, die den meisten Menschen in der Schule mit Mühe gerade so gelingen. Mehr aber auch nicht. Daran lässt sich - zumindest mit Blick auf die künstlerische Ader - etwas ändern. Wer sich nicht blamieren will, kann heimlich und zu Hause oder ganz offen seinen Umgang mit Pinsel, Bleistift und Farbe trainieren. Dafür sorgt Nintendo mit dem Serious Game Art Academy.
Dabei wird der Nintendo DS zur digitalen Leinwand, der Stylus zum Pinsel und die Konsole selbst zum effektiven Lehrer. Das Programm setzt bei den Grundlagen an und erklärt verschiedene Techniken. Weil auf eine Vertonung verzichtet wurde, muss der Spieler viel lesen. Doch die Texte sind kurz, prägnant, schnell zu verstehen - und setzen da an, wo mancher überzeugt ist, der Kunstlehrer habe zu Schulzeiten versagt.
Zwei Modi bieten Einsteigern und geübteren Kunstanfängern ausreichend Raum, zu lernen und sich auszuprobieren. Wer vollkommen unsicher in der Nutzung der Utensilien ist, greift zunächst auf die Lektionen mit Vince zurück, dessen Name die Entwickler wohl in Anlehnung an Vincent van Gogh gewählt haben.
Frontalunterricht war gestern
Neben den Grundlagen, die darauf verweisen, wann welcher Bleistift- oder Pinseltyp sinnvoll ist, bringt der digitale Lehrer wichtige Informationen etwa zur Farblehre und Wissenswertes über die Methoden einzelner, berühmter Künstler mit. Statt aber den Spieler erst mitlesen und dann ausprobieren zu lassen, wurden die Lektionen in verschiedene Schritte untergliedert. Dabei lässt sich jederzeit vor- oder zurückspulen.
Ausgangspunkt des Trainings ist das Abzeichnen. Dabei erweist sich das integrierte Gitternetz als hilfreich, das die DS-Nutzer über die Bildvorlagen legen können. Sinnvoll ist das, um das Gefühl für Proportionen zu trainieren und das Auge an das richtige Maß für Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Wer sich allerdings nur darauf verlässt, lernt nur Abmalen. Um die malerischen Fähigkeiten zu verbessern, sollten neben der Konsole immer auch die konventionellen Materialien liegen, mit denen das Erlernte unter realen Bedingungen ausprobiert wird.
Damit hängen bleibt, was die Lektionen vermitteln wollen, eignet sich der Modus «Freies Zeichen». Gedacht als Spielwiese, lassen sich hier Ideen umsetzen und Kniffe üben. Geeignet ist dieser Modus aber auch, um kreativ Zeit zu überbrücken.
Die Konsole braucht Papier
Wer seine Fortschritte dokumentieren will, hat dazu Gelegenheit in der Bildergalerie. Die lässt sich aufrufen, sobald Vince einmal mit seinen Anmerkungen fertig ist. Wer möchte, kann seine Kunstversuche in verschiedenen Rahmen aufzeichnen. Als komfortabel erweisen sich zudem die drei Speicherplätze, die das Spielmodul bietet. So können entweder drei Spieler gleichzeitig das Programm nutzen und den Stand ihrer Lektionen sichern, oder aber ein Spieler legt hier drei unterschiedliche Lektionsstände ab, um diese später wieder aufrufen zu können.
Technisch ist das Programm recht einfach gehalten. Wer allerdings einen Nintendo DS sein eigen nennt, ist in Sachen Leinwandgröße recht eingeschränkt. Der kleine Touchscreen macht das Zeichnen mit etwas größeren Händen schwierig, zudem reagiert die Konsole trotz vorheriger Kalibrierung des Sensorbereichs recht ungenau. Auf die Dauer frustriert das.
Besser stehen Besitzer eines Nintendo DSi da, der mit etwas größeren Displays aufwartet und für den dank integrierter Kamera eine zusätzliche Option zur Verfügung steht. Am besten eignet sich allerdings ein Nintendo DSi XL, denn die Oma-Konsole bietet die mit Abstand beste Displaygröße für die zeichnerischen Übungen und neben dem Stylus einen zusätzlichen Pen, mit dem sich der digitale Kunstkurs etwas realistischer anfühlt.
Doch egal mit welchem Nintendo-Handheld das Programm ausprobiert wird: Die Konsole sollte immer auf einer stabilen, wackelfesten Unterlage liegen.
Fazit: Art Academy ist ein nützliches, kleines Serious Game - ein tragbarer Kunstkurs für jedermann. Verständlich und mit vielen Übungen versehen, bieten die Lektionen ein gutes Training. Ob man das allein auf der Konsole macht, bleibt dahingestellt. Wer sich neben den DS Papier, Farbe, Bleistift legt, bekommt ein besseres Gefühl dafür, wie sich künstlerisches Arbeiten anfühlt. Das kann die Konsole nicht ersetzen.
Sinnvoll ist das DS-Programm insbesondere für jene, die es sich finanziell oder zeitlich nicht erlauben wollen oder können, einen Kurs beim Profi oder in der Volkshochschule zu besuchen. Mit rund 25 Euro steht der Inhalt des Moduls in einem sehr guten Verhältnis zum Preis. Für Bahn- oder Autofahrten eignet sich die Art Academy aber nicht.
Titel: Art Academy - Zeichen- und Maltechniken Schritt für Schritt erlernen
Genre: Lernspiel
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Preis: zirka 26 Euro
Sprache: deutsch
USK: -
Altersempfehlung der Redaktion: ab 8 Jahre
Plattform: Nintendo DS
Veröffentlichungsdatum: August 2010
Weiterspielen: Punkt, Punkt, Komma, Strich - Die Pinselparty (Nintendo DS)
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