Jung, männlich und blass war gestern
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 12.08.2010
Deutschland spielt - aber nicht nur Fußball. Immerhin 29 Prozent der Deutschen bezeichnen sich einer aktuellen Umfrage zufolge als Video- oder Computerspieler. Und die Frauen unter ihnen machen den zockenden Männern das Feld streitig.
Nach dem Spitzenjahr 2008 hat die Spielebranche einen Einbruch erlebt. Doch inzwischen steigen Umsatz- und Absatzzahlen wieder. Deutschland ist derweil auf dem Weg zur Zockernation. Denn die Vorherrschaft der jungen Spieler scheint sich aufzulösen. Davon zumindest ist Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer der Bitkom, angesichts einer neuen Studio von Bitkom, der Gesellschaft für Konsumforschung und Aris Umfrageforschung überzeugt.
Die Zahlen zeigen, dass die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen den jungen Spielern zwar noch nicht ganz den Rang abläuft, aber mit der Gruppe der 14-Jährigen beim Wunsch, sich ein neues Spiel kaufen zu wollen, zumindest gleichzieht (33 Prozent). Deutlich macht die aktuelle Studie aber, dass Computer- und Videospiele in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Denn auch unter den 40- bis 49-Jährigen (24 Prozent) und den 50- bis 59-Jährigen (21 Prozent) ist die digitale Unterhaltung gefragt.
Wenig überraschend ist dabei, dass rund 80 Prozent aller 14- bis 19-Jährigen Videospiele spielen. Auffällig hingegen: Unter den 50- bis 59-Jährigen greifen inzwischen 17 Prozent zu den Spielen. Bei den 60- bis 69-Jährigen sind es immerhin noch 5 Prozent.
Bestätigt hat sich der Trend, dass Videospiele längst keine Männerdomäne mehr sind. Immerhin spielen 27 Prozent der deutschen Frauen, bei den Männern sind es 32 Prozent. Trotzdem scheiden sich die Geister der Geschlechter - zumindest beim Genre. Während die Spielerinnen Denkspiele und Social Games bevorzugen, setzen die Männer weiterhin ganz klar auf Action. Bei Casual Games, Fitness- und Simulationsspielen nähern sich Männer und Frauen inzwischen aber ebenfalls an.
«Dass sich die Unterschiede ausprägen konnten, ist primär darauf zurückzuführen, dass inzwischen ein breites Portfolio im Spielemarkt verfügbar ist», sagt Rohleder. «Vor etwa zehn Jahren war das Publikum noch jung, männlich und blass. Jetzt gibt es eine breite Resonanz auf dem Spielemarkt über alle Alters- und Bildungsgruppen hinweg.»
Dennoch bewahren sich die deutschen Spieler ihre Eigenheiten. Während im Rest der Welt die Konsolen ganz klar auf dem Vormarsch sind, ist der PC hierzulande die beliebteste Spielplattform. Konsolen, Handys und Laptops sind zwar auch gefragt, haben aber noch immer viel Wachstumspotenzial als Plattformen.
Mag mit Videospielen auch viel Geld verdient werden. Deutschland hat daran nur wenig Anteil. Hierzulande arbeiten laut Bitkom gerade rund 5000 Beschäftigte im Bereich Gaming und Programmierung. Die Top-Spiele hingegen kämen meist aus dem angelsächsischen Raum, aber auch aus Australien und Neuseeland.
sis/news.de
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