Die richtigen Handys und Tarife für Kinder
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Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Artikel vom 11.08.2010
Wer sich gegen das Jammern, Gezetere und Gebettele nicht mehr behaupten kann, dem bleibt keine Wahl: Ein Handy muss her. Doch welche Modelle eignen sich für Kinder und welche Tarife verhindern Horrorrechnungen? News.de hat die richtigen Tipps.
Bei Kindern gehört das Handy längst zur Standardausrüstung: Laut JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest haben schon 88 Prozent der 12- bis 13-jährigen Jungen und Mädchen ein Handy. Auch bei den 6- bis 11-Jährigen ist die Tendenz zum Handy-Besitz steigend.
Ob Grundschulkinder tatsächlich mit einem Mobiltelefon ausgestattet werden sollten, darüber lässt sich streiten. Gründe dafür liegen auf der Hand: Handys gehören heute zum Alltag. Eltern führen ihre Kinder so an die moderne Technikwelt heran. Andererseits bietet ein Handy Sicherheit für die Eltern, die ihre Kinder nicht jeden Tag zur Schule bringen und wieder abholen können. Und dann wäre da noch der Gruppenzwang: Wird einem Kind das Handy verwehrt, kann es leicht passieren, dass es in der Klasse zum «uncoolen» Außenseiter wird.
Vor dem neunten Geburtstag sollten kleine Hände aber nicht mit einem Handy in Berührung kommen - so die allgemeine pädagogische Empfehlung. «Schau hin!», eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, weist aber darauf hin, dass auch für jüngere Kinder ein «Notfallhandy» sinnvoll sein könne, wenn beispielsweise der Schulweg sehr lang sei.
Irgendein Gerät sollten Sie Ihrem Kind nicht in die Hand drücken. Mittlerweile gibt es spezielle Kinderhandys, für etwas ältere Grundschüler sind auch Einsteigermodelle ohne viel Schnickschnack geeignet. Wichtig: Ein Handy für Kids sollte robust sein, rät das Computermagzin Chip. Auf dem Schulhof muss es einiges aushalten und im Rucksack drücken schwere Bücher. Zudem lohne es sich, eine geeignete Schutzhülle für das Gerät anzuschaffen. Wer sich statt eines Kinderhandys, das oft nur über einige Tasten verfügt, für ein Handy mit Display entscheidet, dem empfiehlt der TÜV-Rheinland darauf zu achten, dass dieses mindestens zwei Zoll groß ist. Spiele ein Kind damit, sollten es sogar drei bis vier Zoll sein.
Auch der Akku sollte mehrere Tage im Standby mitmachen. Zudem rät Chip, dass er mindestens drei Stunden Sprechzeit ermöglichen sollte. Den Herstellerangaben sollten Eltern aber nicht blind vertrauen. Grundsätzlich gelte, dass Mutimedia-Handys früher schlapp machen.
«Schau hin!» empfiehlt den SAR-WertDieser Wert gibt Auskunft, wie stark die Sendeleistung eines Handys ist. des Geräts im Auge zu haben. Je niedriger dieser ist, desto weniger Handystrahlung wird abgegeben. Obwohl der negative Einfluss dieser Strahlung bis heute nicht eindeutig bewiesen ist, gehen Eltern hier besser auf Nummer sicher.
Wer sein Kind überwachen und im Notfall orten will, sollte darauf achten, dass das Gerät über einen GPS-Empfänger verfügt. Funkzellenbasierte Lösungen versagen meist: Sie können mehr als einen Kilometer daneben liegen.
Der richtige Tarif für das Kind
Ist das passende Handy gekauft, gilt es, noch den passenden Tarif zu finden - hier hilft zum Beispiel das Online-Portal teltarif.de, das Angebote im Überblick zeigt. (Achtung: Nicht alle Angaben sind auf dem aktuellsten Stand.) Grundsätzlich haben Eltern die Wahl zwischen Prepaid-Angeboten und Verträgen mit einer bestimmten Laufzeit.
Vor hohen Kosten schützen hier Erstere - eine monatliche Gebühr gibt es nicht, ist das Guthaben auf der Karte aufgebraucht, kann das Kind selbst nicht telefonieren, ist aber noch erreichbar. Ein solches Prepaid-Angebot gibt es bespielsweise von E-Plus mit der Young-Stars-Karte, die ein Startguthaben von 10 Euro bietet. Eine Aufladung kostet mindestens 15 Euro, Anrufe ins Mobil- und Festnetz kosten 15 Cent pro Minute. Zudem können Ortungen hinzugebucht und kostenlose Rufnummern festgelegt werden.
Laufzeit-Verträge bieten alle großen Mobilfunkunternehmen. So gibt Vodafone mit dem CallYa-Superflat-Tarif die Möglichkeit, eine Zweitkarte zum bereits bestehenden Vertrag zuzubuchen. Das Kind kann dann kostenlos ins Festnetz und zu Vodafone telefonieren. SMS-Guthaben und Guthaben für das Telefonieren in andere Netze können wie bei einem Prepaid-Angebot aufgeladen werden. Im Monat kostet der Tarif 9,95 Euro. Sonderrufnummern sind gesperrt.
Die Telekom bietet ohne monatliche Grundgebühr, dafür aber mit 5 Euro monatlicher Mindestaufladung, die CombiCard-Teens an. Diesen Tarif können ebenfalls nur Eltern buchen, die bereits einen bestehenden Mobilfunk-Vertrag mit der Telekom abgeschlossen haben. Anrufe ins Fest- und Mobilfunknetz von T-Mobile kosten 29 Cent und sind nach der ersten Minute kostenlos. Zu einer festgelegten Elternnummer sind Anrufe bis zu 30 Sekunden lang kostenlos. Auch hier sind teure Sonderrufnummern automatisch gesperrt.
Natürlich gibt es auch auf Kinder spezialisierte Anbieter wie KandyMobile oder Toggo Mobile. Ersteres will für seinen Tarif monatlich 2,95 Euro. Anrufe ins Mobilfunk- und Festnetz kosten 19 Cent. Zusätzlich zur Sim-Karte können Eltern hier auch Handys dazukaufen. Zur Auswahl stehen derzeit das KandyMobile, das einzige Gerät mit «Blauem Engel» für geringe Strahlung. Außerdem gibt es für ältere Kinder das Nokia 1661 und das Samsung Corby. Eltern können sich auch bei einem Ortungsservice anmelden. Die ersten vier Suchaktionen sind gratis, danach sind laut Teltarif 75 Cent bis 1 Euro pro Vorgang fällig.
Toggo Mobile will für sein Angebot 9,95 Euro im Monat. Hier sind Gratisgespräche zu einer ausgewählten Fest- oder Mobilfunknummer möglich, ansonsten kosten Anrufe 25 Cent. Auch Toggo bietet die Ortungsfunktion über SMS und Internet: Monatlich sind acht Vorgänge inklusive, danach zahlen die Eltern auch hier.
ham/ivb/news.de
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