Viele «Aber» bleiben
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Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Artikel vom 10.08.2010
Ein Relikt aus den 1980er Jahren beißt sich auf dem Fernseher fest: der Videotext. Nun steht mit HbbTV ein Nachfolger in den Startlöchern. Doch diese Technologie muss noch einige Hindernisse nehmen, um an den Erfolg des Teletexts anzuknüpfen.
Der Videotext - eine Erfolgsgeschichte: Während die Fernsehbilder in den vergangenen 30 Jahren immer schärfer und detailreicher wurden und der Sound immer klarer, blieben die programmbegleitenden Informationen kleine gelbe, rote oder blaue Pixel vor schwarzem Hintergrund. Gestört hat das niemanden, ganz im Gegenteil: Zur Fußball-WM erreichte der Teletext wieder Rekordeinschaltquoten.
Das ist auch kein Wunder, ist der Videotext doch eine ausgereifte Technologie: Sie ist auf jedem Fernseher verfügbar, schnell aufgerufen und präsentiert kurz und knapp die wichtigsten Informationen ohne großen Suchaufwand für den Zuschauer.
Keine Frage, der Videotext ist gut, aber es geht eben immer besser. HbbTV strebt nach Revolution: Statt pixeligen Kurztexten bringt die neue Technologie hochauflösende Bilder und Videos aus dem Internet schick aufgearbeitet per Knopfdruck - Red Button - auf den heimischen Bildschirm. Das ist verlockend: HbbTV hat riesiges Potenzial und es ist wirklich mal Zeit für etwas Neues. Doch es gibt ein paar Probleme.
Zuerst einmal müssen sich die Zuschauer neue HbbTV-Fernseher oder -Receiver zulegen. Unwahrscheinlich, denn die deutschen Wohnzimmer wurden erst kürzlich mit Flachbildschirmen ausgestattet. Niemand wird schon wieder in eine neue Technologie investieren.
Und gerade haben sich die Verbraucher durch das hochauflösende Abkürzungschaos gekämpft, da wird ihnen schon wieder ein neues Kürzel vor die Nase gesetzt. Hier blickt doch niemand mehr durch. Dass einige Hersteller dann erst einmal noch abwarten, ob sie HbbTV auch in ihren Geräten anbieten wollen, verschlimmert die Situation zusätzlich und verunsichert die Zuschauer weiter.
Und dann üben sich auch die Programmveranstalter in nobler Zurückhaltung: Sicher, Konzepte gibt es, aber außer den Öffentlich-rechtlichen scheint niemand bereit für einen Marktstart zu sein. Ohne Inhalte aber geht HbbTV mit Sicherheit baden.
Und dann wäre da noch der Internetzugang: Selbstverständlich für die einen. Eine Katastrophe für alle anderen, die eben nicht über einen Breitbandzugang verfügen. Die haben nämlich reichlich wenig vom besseren Videotext. Viele mögliche HbbTV-Anwendungen wie Videos, Games oder Bilder können sie nicht nutzen.
kas/news.de
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