Energiesparlampen Blauer Engel gegen Kennzeichnungs-Chaos

Im September stirbt auch die 60-Watt-Gl├╝hbirne, gleichzeitig werden die neuen Energiesparlampen mit einer Flut von Zusatzinformationen gespickt. Zu verwirrend, meinen Verbrauchersch├╝tzer und fordern den «Blauen Engel» f├╝r die sparsamen Leuchten.

Eine aufgeschnittene Energiesparlampe in Gl├╝hbirnenform: Durch den mattierten Leuchtk├Ârper wird das Licht der Energiesparlampe diffus abgegeben. Bild: dpa

Verbrauchersch├╝tzer und Umweltbundesamt haben die Hersteller zur Kennzeichnung ihrer Energiesparlampen mit dem Umweltsiegel «Blauer Engel» aufgefordert. Dies sei dringend notwendig, damit sich Verbraucher beim Kauf der Lampen besser orientieren k├Ânnten, erkl├Ąrten sie in Berlin. Denn: Ab 1. September m├╝ssen Energiesparlampen mit einer Vielzahl von Informationen verkauft werden.

Schon heute seien die Informationen auf der Verpackung verwirrend, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, Gerd Billen. Ab September finden sich auf den Verpackungen dann Angaben ├╝ber die Leuchtkraft in Lumen, die Lichtfarbe wie etwa «warmwei├č», der Quecksilbergehalt in Milligramm, Lebensdauer bei durchschnittlich drei Stunden Nutzung pro Tag, Schaltzyklen, Anlaufzeit und die Information, ob die Lampe dimmbar ist.

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Der Kauf m├╝sse einfach sein

Das sei f├╝r den Kunden zu verwirrend. «Die Hersteller m├╝ssen darauf achten, dass die Energiesparlampe nicht zum ├ärgerthema wird», sagte Billen. Der «Blaue Engel» biete eine wichtige Orientierung, denn er fasse viele f├╝r den Verbraucher wichtige Aspekte der Energiesparlampen zusammen, erkl├Ąrte er. So w├╝rden etwa Informationen zu Lebensdauer, Anlaufzeit und Quecksilbergehalt geb├╝ndelt und die Qualit├Ąt der Lampen garantiert.

«Der Kauf muss einfach sein, und ich muss als Verbraucher schnell erkennen k├Ânnen, was sind denn die f├╝r mich wichtigen Eigenschaften.» Billen verdeutlichte, dass es einen gro├čen Unterschied mache, ob eine Lampe f├╝r den Flur, wo sie oft an und ausgeschaltet wird und schnell Licht geben muss, f├╝r das Wohnzimmer, wo man einen w├Ąrmeren Lichtton bevorzugt, oder f├╝r das Schlafzimmer gesucht werde, wo die Lampe vielleicht dimmbar sein soll.

Bisher h├Ątten jedoch alle angefragten Hersteller die Forderung nach Einf├╝hrung des «Blauen Engels» bei Energiesparlampen abgelehnt, sagte Billen. Unterst├╝tzung gebe es allerdings von Bundesumweltminister Norbert R├Âttgen und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

Ab 1. September keine neuen 60-Watt Birnen mehr

F├╝r die Verbraucher wird das Problem der verwirrenden Produktinformationen dringlich, weil ab 1. September keine neuen Gl├╝hbirnen mehr in den Handel kommen, die mehr als 60 Watt Leistung haben. Dann greift die zweite Stufe der EU-├ľko-Richtlinie, die in den n├Ąchsten zwei Jahren den Verkauf herk├Âmmlicher Gl├╝hlampen komplett verbietet. Dadurch sollen langfristig EU-weit 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr gespart werden.

Verbraucher profitieren nach Angaben des Umweltbundesamtes auch finanziell von dieser Umstellung. Eine Energiesparlampe reduziere ├╝ber die gesamte Lebensdauer hinweg die Stromkosten um 50 bis 180 Euro.

Evelyn Hagenah vom Umweltbundesamt betonte die Notwendigkeit, kaputte Energiesparlampen ohne gro├čen Aufwand wieder zur├╝ckgeben zu k├Ânnen. Da diese Quecksilber enthalten, d├╝rfen sie nicht in den Hausm├╝ll oder die Gelbe Tonne. Bisher werden sie an Wertstoffh├Âfen und von einigen wenigen H├Ąndlern angenommen. «Praktischer w├Ąre, wenn alte Lampen direkt im Laden zur├╝ckgenommen werden - wo ich sie kaufe, werde ich sie auch wieder los», sagte Hagenah.

sis/ham/reu/news.de/ap

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