Smartphone-Navis Günstig-gute Co-Piloten

Smartphone-Navis (Foto)
Ob kostenlos oder kostenpflichtig: Die meisten Navi-Apps sind keine Totalausfälle. Bild: news.de/iStockphoto (montage)

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Unzählige Apps machen das Smartphone zum Navi-Ersatz. Die Unterschiede zwischen den kostenlosen und kostenpflichten Programmen sind groß. Welche Apps besonders überzeugen und für wen sie geeignet sind, lesen Sie hier.

Langsam aber stetig erobern Smartphones den Massenmarkt. Und auch die Datentarife für den mobilen Internetzugang erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Warum also nicht die Möglichkeiten der Alleskönner voll ausschöpfen?

Die meisten Smartphones haben einen GPS-Empfänger an Bord, bieten ständigen Zugang zum Internet, verfügen über leistungsfähige Prozessoren, gut ablesbare Displays, beherrschen Sprachsteuerung und, und, und. Das sind die besten Voraussetzungen, um Geräte wie das funktionsbeschränkte Navi abzulösen. Natürlich brauchen sie dazu die richtige Software. Die liefern unzählige kostenlose und -pflichtige Apps. Doch sind die so ausgereift, dass sie dem althergebrachten Straßenführer tatsächlich das Wasserreichen können?

Navigationshilfen
App geht die Reise

Für die gängigen Smartphone-Betriebssysteme iPhone-OS, Android, Windows Mobile und Symbian hat die Computerzeitschrift c't die gängigen App-Lösungen genau unter die Lupe genommen. Unerfreulich fiel das Ergebnis für die alten Navis aus.

Mit Datentarif oder ohne

Grundsätzlich lassen sich die App-Piloten in zwei Gruppen einteilen: Onboard- und Offboard-Lösungen. Dieses kleine Detail kann entscheidend sein, besonders für jene, die aufs Geld schauen müssen. Grundsätzlich würden sich Letztere für all jene eigenen, die eine Datenflatrate gebucht haben. Wer allerdings im Ausland navigieren möchte, sollte die Finger davon lassen. Denn diese Apps laden immer nur das Material herunter, das sie gerade brauchen - sie benötigen also ständig Zugang zum Internet und seien deshalb in schlecht abgedeckten Regionen problematisch.

Mit einer Onboard-Lösung geht der Smartphone-Nutzer hingegen auf Nummer sicher. Diese Apps laden das gesamte Kartenmaterial auf einmal herunter und speichern es auf dem Gerät selbst. Sie müssen also nicht ständig online sein, um ihre Arbeit zu erledigen. Im c't-Test waren nur Sklobber, Google Maps Navigation und der O2-Navigator ständig internethungrig. Alle anderen Testkandidaten waren hingegen speicherfreudig.

Kostenlos - für Gelegenheitsfahrer

Ohne Bezahlung kommen die Nüvifon-Navigation, Google-Maps-Navigation, Nokias Ovi Maps und Sklobber aus. Keines der Programme ist ein Totalausfall. Im Gegenteil. Mit der kostenlosen Google-Navigation erhalten Gelegenheitsfahrer ein ausreichendes Produkt, urteilen die c't-Tester. Allerdings sei die App relativ funktionsarm. Mehr kann die Nüvifone-Navigation, die allerdings nur zum Nüvifone M10 beziehungsweise A50 kompatibel ist. Sie biete allerhand kostenlose Live-Dienste wie Verkehrsinfos oder auch Radarfallenwarnungen.

Mit Ovi und Sklobber kämen Fußgänger voll auf ihre Kosten: «In Hannover und Hamburg beispielsweise kennt Sklobber fast jeden Schleichpfad und errechnet auf Spaziergängen durchweg kürzere Routen als die Konkurrenz», fanden die Tester heraus. Ovi empfehlen sie zudem auch Reiselustigen, dank Lonely-Planet-Reiseführer.

Aufgepasst bei kostenlosen Basisversionen. Die bekommen beispielsweise Vertragskunden zu ihrem Gerät angeboten. Ein guter Service. Allerdings müssen hier Extrafunktionen zugekauft werden. Außerdem arbeiten die Apps oft nur, wenn sie im richtigen Netz eingeklinkt sind.

Kostenpflichtig - für Vielfahrer

Dem Stand-Alone-Navi ebenbürtig sind im c't-Test einige der kostenpflichtigen Anwendungen. Lob gibt es hier besonders für die Kombination iPhone und TomTom-App - «die erste Wahl für Pendler und Vielfahrer». TomTom lieferte die beste Routenkalkulation und glänze mit einer guten Smartphone-Integration. Mit 90 Euro sei die Software von TomTom aber teuer. Günstiger sind die Apps Falk Navigator und CoPilot Live - beide kosten 50 Euro.

Während Erstere ebenfalls nur iPhone-kompatibel ist, darf der CoPilot auch auf Android- und Windows-Geräte. Beide Programme seien aber etwas für Detailverliebte, denn sie böten viele Einstellungsmöglichkeiten für Stimmausgabe oder Darstellung. Falk bietet seinen Kunden einen integrierten Shop, in dem sie kostenpflichtige Stadtpläne herunter laden können.

Fazit: Ob kostenlos oder kostenpflichtig: Im c't-Test zeigte sich, dass keine der untersuchten Apps ein Totalausfall ist. Allerdings sollten sie exakt auf die eigenen Bedürfnisse hin ausgesucht werden. Wer wirklich ständig auf ein gutes Navi angewiesen ist, der greift besser zu den kostenpflichtigen Platzhirschen. Gelegenheitsfahrern reichen die kostenlosen Angebote von Google und Co.

ham/ivb/news.de

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