Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber - 22.07.2010, 10.21 Uhr

Kleine Barkunde: Das perfekte Eis für jeden Drink

Gewürfelt oder gecrusht? Eis ist in einem guten Cocktail unverzichtbar. Doch bei der Herstellung gibt es einiges zu beachten. Ob Maschine oder Holzhammer  - news.de verrät, wie Sie das beste Eis für Ihren Sommerdrink herstellen.

Eis gehört zu den wichtigsten Zutaten eines guten Cocktails. Bild: iStockphoto

Ob als Würfel oder in kleinsten Stücken - Eis ist einer der wichtigsten Bestandteile eines Cocktails. Es kühlt die einzelnen Zutaten herunter und verdünnt mit dem Schmelzwasser Drinks mit hohem Alkoholanteil, erklärt Ulf Neuhaus, Vizepräsident der Deutschen Barkeeper Union und Inhaber der NewTownBar in Dresden.

Gerade im Sommer sehnt sich wohl jeder nach der eisigen Erfrischung. Der normale Eiswürfel sei der Universalist unter den Getränkekühlern: «Aufgrund seiner Größe und Temperatur schmilzt er nur sehr langsam und gibt wenig Schmelzwasser ab.» Trotzdem muss gerade im professionellen Barbereich einiges bei der Herstellung der Würfel beachtet werden. So sollte die Kerntemperatur zum Beispiel etwa minus 20 Grad betragen.

FOTOS: Coole Drinks Ein Prosit auf die Hitze

Da auch professionelle Eisbereiter das gefrorene Nass nur auf 15 Grad minus herunterkühlen, bedient sich Neuhaus in seiner Bar eines Tricks: «Nach der Produktion im Eisbereiter werden die Würfel noch einmal in einer Tiefkühltruhe auf minus 20 Grad Celsius gefrostet. Das Eis wäre sonst zu weich: Es würde viel zu schnell schmelzen und unseren Drink nicht optimal herunterkühlen.»

Zu Hause genügten die herkömmliche Eiswürfelformen aus Plastik oder Silikon zur Herstellung. Die meisten Gefrierschänke sollten für Temperaturen um die minus 30 Grad sorgen können. Aber Vorsicht: Besser ist es, die Eiswürfel nicht in unmittelbarer Nähe zu Lebensmitteln zu lagern. Sie könnten deren Geschmack annehmen und damit den Cocktailgenuss verderben.

Vom Würfel zu kleinen Splittern

Während sich Eiswürfel relativ einfach herstellen lassen, ist das mit Crushed Ice so eine Sache. Viele Hobbymixer haben sicher ihre ganz eigene Strategie entwickelt, das gefrorene Wasser zu zersplittern. Der Holzhammer dürfte in jedem Fall hilfreich sein: Mit dem rückt der clevere Cocktailgenießer einfach Eiswürfeln, eingepfercht in einen Gefrierbeutel oder ein Küchentuch, zu Leibe. Das ist zwar oft eine ganz schöne Sauerei - aber zweckdienlich und vor allem günstig.

Wer nur ab und zu nach Feierabend zum Long Island Iced Tea greift, dem reicht das grobschlächtige Holzhammerprinzip. Viel- und Gewohnheitstrinker investieren etwas mehr in ihr Hobby und zersplittern das Eis mit professioneller Hilfe: per Ice-Crusher oder mit einem stabilen Mixer mit Crush-Funktion.

Ice-Crusher überzeugen nicht

Prinzipiell gibt es zwei Varianten: den elektrischen Eiszerkleinerer und den manuellen mit Kurbel. Beide funktionieren nach demselben Prinzip - oben in die Maschine kommt das Eis, rotierende Messer verabeiten es zu kleinen Stücken. In einem Praxistest mit Barkeepern hat WDR-Redakeurin Sigrid Müller beide Varianten untersucht. Die Barkeeper bevorzugten die handbetriebene Variante, kritisierten aber, dass bei allen Geräten eine zu kleine Menge Eis zubereitet werden könne. Bei den elektronischen Modellen hatten die Tester Angst um ihre Finger, da die Rotatoren bei allen untersuchten Modellen frei zugänglich waren. Zudem waren einige Geräte sehr laut. Kritik gab es auch für die Eisqualität – mal waren die Stücke zu klein und mal zu groß.

Für einen elektrischen Eiscrusher müssen Interessenten zwischen 30 und 40 Euro einplanen. Der Testsieger bei den Barkeepern, ein manuelles Gerät, schlage mit etwa 35 Euro zu Buche. Gerade bei den Eiscrushern mit Kurbel geht es wesentlich günstiger. Für Cocktailpartys sei jedoch keines der getesteten Geräte geeignet gewesen, resümieren die WDR-Tester. Gerade Caipirinha-Fans sollten deshalb aber nicht auf das zerstückelte Eis verzichten. Natürlich - und das ist ein nicht zu vernachlässigender Luxus - gibt es auch gecrushtes Eis an der Tankstelle um die Ecke.

Ein neuer Trend aus Japan

In seiner Bar setzt Neuhaus aber längst auf einen neuen Eistrend: «Seit einiger Zeit werden in guten Bars in Deutschland Drinks mit ‹Eisbällen› angeboten. Dieser Eye-Catcher und Trend kommt aus Japan. Aus großen Eisblöcken schnitzt man mit speziellen Messern runde Eiskugeln

Wer kein Samurai ist, kann sich natürlich auch hier das passende Werkzeug bestellen. Allerdings ist das Ice Ball Mold nicht gerade günstig. Im japantrendshop kostet es 148 Euro zuzüglich Versandkosten.

kat/ham/reu/news.de

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