Mini-Beamer Zigarettenschachtel für Wandbilder

Mini-Beamer (Foto)
Handliche Formate, leicht transportabel: Trotzdem taugen Mini-Beamer nicht für jeden Zweck. Bild: news.de

Von Susanne Ehlerding
Dank handlichen Formats sind Mini-Beamer eine Bereicherung. Doch sind die Geräte zukunftstauglich? Mit Heimkino haben sie nämlich ihre Probleme.

Beamer werden immer kleiner - mit Erfolg. Für die handlichen Modelle sieht die Fraunhofer Gesellschaft einen «Markt mit immensem Wachstumspotenzial». Laut Schätzungen des Marktforschungsinstituts Insight Media sollen 2012 - je nach Szenario - 10 bis 45 Millionen Stück weltweit verkauft werden.

Doch was können die kleinen Projektoren? Sie arbeiten mit Leuchtdioden und nicht mit den in großen Beamern verwendeten Hochdruckentladungslampen. Tatsächlich besitzen die kleinen Beamer weniger Leuchtkraft, wie Martin Jäger von der Zeitschrift Chip sagt. «Während Geräte fürs Heimkino oder im Konferenzraum 1200 Lumen haben, sind es bei Minibeamern meist um die 100 Lumen.» In dieser Größenklasse - vom Umfang einer Schale Erdbeeren - tauchten aber schon die ersten helleren Geräte mit rund 300 Lumen auf. Besonders kleine Picobeamer von der Größe einer Zigarettenschachtel brächten es meist nur auf zehn Lumen.

«Ein Handelsreisender, der auf gute Verkaufsergebnisse angewiesen ist, sollte schon sehen, dass ein großer Beamer vor Ort installiert ist», rät Jäger. LED-Beamer dagegen lieferten ein gutes Bild, wenn sie relativ nah vor einer Leinwand stünden, etwa im Abstand von einem Meter. «In einem normalen Raum an einem trüben Tag geht das wunderbar», sagt der Experte. Laut Herstellerangaben beispielsweise von Acer können die Geräte dann eine Bilddiagonale von bis zu 1,50 Metern erreichen. Rechnen müsse man bei vielen Minibeamern allerdings mit einem «Kisseneffekt», sagt Jäger. Dabei sei das Bild an den Kanten nach innen gewölbt.

Minibeamer sind auch nicht so mobil, wie es auf den ersten Blick scheint. Schließlich laufen sie meist nur mit Netzteil. «Man ist also auf eine Steckdose in der Nähe angewiesen», sagt Jäger. Außerdem müssten die LED gekühlt werden, selbst wenn sie weniger Wärme als die Hochentladungslampen erzeugten. «Es läuft also ein kleiner Ventilator, der durchaus Geräusche macht.»

Was die Auflösung angeht, können die meisten Minibeamer nicht mit den großen Modellen mithalten. «Viele liefern nur 640 mal 480 Pixel», sagt Jäger. Beamer fürs Heimkino böten dagegen oft Full HD, also 1920 mal 1080 Pixel. Bei Beamern, wie sie neuerdings in Handys und Digitalkameras eingebaut werden, handele es sich im Vergleich dazu eher um «Spielzeug», sagt Jäger. Sie seien etwas für Early Adopters, also Leute, die gern als erste eine neue technische Errungenschaft kaufen. Wie bei den Picobeamern gebe es in der Regel kein Stativ dazu, sodass man das Handy oder die Kamera während der Projektion immer in der Hand halten müsse.

Jäger ist dennoch davon überzeugt, dass die Beamer auf längere Sicht immer kleiner würden und dennoch über immer mehr Lichtstärke verfügten. So hat die Fraunhofer Gesellschaft gerade die Entwicklung eines Diplomanden zum Patent angemeldet. In seinem ultraflachen Projektor werden viele Mikrolinsen - ein Array - als Objektiv verwendet. Dadurch lasse sich die Baulänge des Gerätes noch einmal deutlich reduzieren, ohne die Bildhelligkeit zu beeinträchtigen, melden die Forscher.

ham/kat/reu/news.de/ddp

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