Empfangstechniken Welcher TV-Typ sind Sie?

Fernsehen (Foto)
Vielseher, die auch gerne mal ins Ausland schauen, sollten ihr digitales Programm via Satellit empfangen. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Wo gibt es das beste Bild? Wo zahle ich am wenigsten? Welche Ansprüche Sie an das Fernsehprogramm haben, entscheidet darüber, welchen Empfangsweg Sie wählen. News.de verrät Ihnen, wie Sie sich entscheiden sollten.

Grundsätzlich gibt es in Deutschland drei Wege Fernsehen zu empfangen: via Satellit, Kabel oder Antenne. Während die Zuschauer bei den ersten beiden zwischen digitalem und analogem Signal wählen können, ist die Terrestrik über Antenne schon vollständig digitalisiert.

In den Satellitenhaushalten empfingen im Jahr 2009 laut ALM immerhin schon 74,1 Prozent digital. Nur 30 Prozent sind es in den Kabelhaushalten. Bis zum Jahr 2012 soll aber auch die Digitalisierung des Satellitenempfangs abgeschlossen sein. Dann wird kein Programm mehr analog ausgestrahlt. Dass zwingt Kabelkunden früher oder später zum digitalen Umstieg.

HD
HD(TV) in Deutschland

Tatsächlich ist der digitale Empfang vorteilhafter als der analoge: Digitales Fernsehen nutzt Frequenzen effizienter, deshalb können mehr Programme pro Kanal übertragen werden. Gleichzeitig werden Zusatzdienste möglich: Prominentester Vertreter ist der elektronische Programmführer (EPG), der zusätzliche Informationen zu Sendungen und Filmen bietet. Und nicht nur das: Die Bildqualität ist deutlich besser und auch beim Sound profitiert der Zuschauer, da beispielsweise Raumklang übertragen werden kann.

Damit Sie wissen, wie Sie sich spätestens 2012 entscheiden müssen, haben wir die Vor- und Nachteile digitaler Empfangswege zusammengestragen:

Für genügsame Fans öffentlich-rechtlicher Programme: DVB-T

Das digitale Antennenfernsehen, DVB-T, löst den analogen Empfang via Antenne vollständig ab. Synonym wird für diesen Empfangsweg der Slogan «Das Überallfernsehen» genutzt, weil die Signale nicht nur über eine stationäre Außenantenne, sondern auch über eine kleine mobile Zimmerantenne empfangen werden können. Zusätzlich machen DVB-T-Sticks den Laptop zur portablen Glotze - auch bei hohe Geschwindigkeiten von 130 km/h.

Verfügbar ist das digitale Antennenfernsehen praktisch überall, allerdings ist die Versorgung in Ballungszentren besser als auf dem Land oder in bergigen Regionen. Vom Standort abhängig ist, ob Zuschauer eine Dach- oder Zimmerantenne benötigen – eine Empfangsprognose gibt es auf ueberallfernsehen.de.

DVB-T ist der kostengünstigste aller Empfangswege: Das benötigte Equipment ist preiswert und normalerweise ohne großen Aufwand montiert. Monatliche Gebühren gibt es nicht. Dafür müssen Zuschauer aber ein relativ geringes Programmangebot in Kauf nehmen. Grundsätzlich können die öffentlich-rechtlichen Programme wie Das Erste, ZDF, 3sat oder die jeweiligen Dritten empfangen werden, in einigen Regionen kommen private Veranstalter und Radioprogramme dazu. Die RTL-Gruppe bietet in Leipzig und Stuttgart zwei Pay-TV-Programme an.

Derzeit können noch keine HDTV-Programme via DVB-T empfangen werden, mittelfristig sei dies aber denkbar, sagt Christoph de Leuw von Audio Video Foto Bild: «Da steckt noch am meisten Potenzial.» Bisher bekommen Zuschauer via DVB-T im Vergleich die schlechtere Bildqualität: «Der Empfang über einfache Stabantennen ist technisch nur in bestimmten Frequenzbereichen möglich. Je mehr Daten übertragen werden sollen, um so breiter müssen die Frequenzbereiche sein. Deshalb stehen Sender und Regulierungsbehörden vor der Wahl: Hohe Bildqualität oder viele Sender. Bei DVB-T lief dann eben der Kompromiss darauf hinaus, dass es viele Sender in ordentlicher Bildqualität gibt», erklärt de Leuw.

Für Mieter ohne Balkon und dickes Bankkonto: DVB-C

Viele Mieter zahlen eine Kabelgrundgebühr häufig pauschal mit der Miete oder sie dürfen keine Satellitenschüssel, samt Verkabelung an der Hauswand und in der Wohnung montieren. Wie bei DVB-T haben Zuschauer für den digitalen Kabelempfang (DVB-C) relativ geringe Anschaffungskosten, da der benötigte Receiver meist von den Anbietern gestellt wird. Dafür ist aber eine monatliche Gebühr fällig, die je nach Programmangebot unterschiedlich hoch ausfällt.

Im Vergleich zu DVB-T gibt es eine riesiges Auswahl. Zu den freiempfangbaren kommen Pay-TV-Programme des Premiere-Nachfolgers Sky, die HD-Programme der ProSiebenSat.1- und RTL-Mediengruppe hinzu. Letztere benötigen aber spezielle Receiver oder Fernseher.

Eine Schwäche des digitalen Kabelempfangs sieht de Leuw darin, dass bisher nur wenige HDTV-Programme verfügbar sind. Trotzdem ist die Bildqualität im Vergleich zu DVB-T sehr gut.

Für cosmopolite Allesgucker: DVB-S

«Die Bildqualität hängt von der Datenmenge ab, die pro Sekunde übertragen werden kann (Datenrate). Die ist per Satellit am höchsten», erklärt der Experte. Zuschauer sehen hier das beste Bild. Und sie sehen auch die meisten Bilder, denn via Satellit haben sie die größte Programmauswahl - auch aus dem Ausland.

Allerdings brauchen Interessierte eine Satellitenschüssel und die nötige Verkabelung. In Mietwohungen sei das problematisch. Außerdem ist technisches Verständnis bei der Installation und Ausrichtung der Spiegel ratsam.

Obwohl die Anschaffungskosten bei diesem Empfangsweg relativ hoch sind, dürfte er um einiges günstiger sein als DVB-C. Monatliche Gebühren entfallen.

ham/ivb/news.de

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