Marionette Verbraucher
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 30.06.2010
Gibt das Notebook seinen Geist auf, ist die Panik beim Besitzer groß. Richtig ärgerlich wird's, wenn die Garantie abgelaufen ist. Denn bei solchen Reparaturen treiben die Unternehmen gern die Preise in die Höhe. Das ist ihre Form der Kundenerziehung.
Auch wenn der technische Fortschritt den Lebensalltag erheblich erleichtert hat. Einen gewaltigen Pferdefuß hat er: Gerade Computer sind schneller veraltet, als das dafür investierte Geld und das schwarze Loch auf dem Konto zu verschmerzen sind.
Nicht umsonst hegt und pflegt unsereins seinen «Schlepptop». Doch es liegt in der Natur der Sache, dass Dinge einfach mal kaputt gehen. Gerade bei tragbaren Computern lieber früher als später. Denn nach nicht einmal fünf Jahren hat der kleine Rechenknecht das Greisenalter längst überschritten.
Und wie jeder weiß: Altenpflege ist teuer. Den Computerkonzernen ist das nicht neu. Für Reparaturleistungen wollen sie möglichst nur große Scheine sehen. Doch leider wird die Entscheidung, ob Reparatur oder doch Austausch, nur selten im Sinne des Kunden entschieden. Stattdessen wird denen, die ohne ihre Notebooks nicht leben können, auch noch der letzte auftreibbare Cent abgeknöpft.
Dahinter steckt schlicht Marktkalkül. Schließlich bringt ein neu verkaufter Rechner mehr Gewinn als eine Dienstleistung. Was der Verbraucher wirklich will, interessiert nicht. Nur die - möglichst steigenden - schwarzen Zahlen in der Jahresbilanz zählen.
Den Entscheidern über die Kunden(un)zufriedenheit bleibt deshalb nur zu wünschen, dass ihnen auf dem Altenteil nicht mal dasselbe passiert, was sie mit ihren Computern betreiben. Nach dem Motto: Der Finger ist gebrochen, also hacken wird den alten Arm ab und hängen einen neuen dran. Oder besser: Tauscht doch gleich den ganzen Menschen aus.
sis/reu/news.de
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