Notebook-Service Abkassieren statt reparieren

Notebook-Reparatur (Foto)
Ist der Laptop nach Ablauf der Garantiezeit ein Fall für den Doktor, dann haben Kunden oft das Nachsehen. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Geht das Notebook nach Ablauf der Herstellergarantie kaputt, haben Kunden oft das Nachsehen. Viele Hersteller verlangen für ihren Reparaturservice nicht nur Geduld, sondern auch einige Scheinchen. Nur Apple und HP machen ihre Arbeit zufriedenstellend.

Teuer war es und auf dem neuesten Stand der Technik – noch nicht einmal zwei Jahre später ist das Notebook überholt und eigentlich nichts mehr wert. Sondermüll. Und was passiert, wenn der Greis kaputt geht, obwohl die Herstellergarantie längst abgelaufen ist? Eine Frage, der die Stiftung Warentest nachging. Bestätigt wurde dabei der schlechte Ruf, den der Service der großen Elektronikkonzerne hat.

Getestet wurden zehn führende Unternehmen, die sich mit den Problemen dreier Testkunden auseinandersetzen mussten: einer verschmutzten Linse im DVD-Laufwerk, einem gebrochenem Kontakt am Netzwerkanschluss und einer fehlenden Taste am Keyboard.

Warten und zahlen – teure Servicehotlines

Erste Hürde für die geplagten Kunden ist die Service-Hotline. Und die geht ins Geld. Einige Hersteller wie Sony, Toshiba oder Medion hätten für Geräte außerhalb der Garantiezeit eine eigene Hotline geschaltet und zwar über eine 0900-Nummer. Am teuersten telefonieren Medion-Kunden. Hier kostet die Hotline-Odyssee laut Test-Redakteuren 6,90 Euro.

Die nächste Hürde nehmen Kunden, wenn sie ihr Gerät einschicken oder abgeben müssen. Hier verfolgten die Konzerne unterschiedliche Strategien. Bei Sony und Apple werden die Geräte an Werkstätten in der Nähe übergeben. Andere Anbieter wie Fujitsu hätten die Tester mal aufgefordert, das Gerät in einer nahen Werkstatt abzugeben und mal, das Gerät einzuschicken.

Dell entsendete einen Techniker. Was bequem klingt, ist es nicht: Termine seien mit den beschäftigten Servicekräften kaum zu finden und der Hausbesuch letztlich dank Pauschale von 175 Euro auch noch recht teuer. Besonders dreist: Bei Dell zahlten die Kunden im Voraus. Alle anderen Hersteller machten erst einen Kostenvoranschlag, nachdem sie das Gerät untersucht hatten.

Austausch statt Reparatur

Defekte Teile wurden während der Reparatur nicht einfach repariert – sie wurden ausgestauscht, fanden die Test-Redakteure heraus. Für den Kunden ist das mit höheren Kosten verbunden. Lediglich Apple und Medion tauschten auch auf Kulanz, Sony reparierte eine defekte Netzwerkbuchse und entschuldigte sich sogar für lange Reperaturzeiten.

Andere Anbieter wie Acer, Medion oder Samsung gaben dagegen nicht einmal Auskunft, wie lange eine Reparatur dauern könnte. Wahrscheinlich nicht ohne Grund: Deren Kunden warten am längsten, bei Medion und Samsung sogar bis zu vier Wochen. Auch bei den Reparaturen liegt Samsung mit teuren 229 Euro weit vorn. Überflügelt werden die Südkoreaner nur von Fujitsu.

Vorbildlich zeigen sich Apple und HP – sie sind nicht nur am günstigsten, sondern auch am schnellsten. Etwa fünf Werktage dauerte es im Test, bis die Geräte wieder beim Kunden waren. Für die Instandsetzung verlangte HP 78 Euro, bei Apple waren es 118 Euro. Außerhalb der Wertung lief Asus: Das Unternehmen weigerte sich zwei der Testgeräte überhaupt anzunehmen, da sie mit fünf Jahren schon zu alt seien.

ham/reu/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • mengesguenter
  • Kommentar 4
  • 07.01.2011 02:34

Und wer Kennt Mysn Notebook ? inerhalb der Garantie keine Ersatzteile! seltsam sie bauen Gebrauchteile ein (ob die wohl auch funktionieren) jetzt ist er schon 9 Wochen unterwegs. na ja er war ja schon mal 6 Wochen zur Reperatur, hat nur nichts gebracht der fehler ist immer noch vorhanden. muß ein software fehler sein (hat mann gesagt) neue festplatte neue Software (immer noch defekt) was kann das nur sein das man es nicht reparieren kann. Fileicht wahren die gebrauchten teile auch nicht in ordnung. ich sollte vielleicht noch einen Kaufen damit ich einen zum schreiben habe L.G.v. Günter

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  • Felix Kroll
  • Kommentar 3
  • 30.06.2010 23:48

Eine fehlende Taste, eine verstaubte Linse und eine defekte Buchse. Das wusste aber zunächst nicht der Techniker des jeweiligen Reparaturbetriebes. Das Gerät kommt auf die Werkbank zur Prüfung und Anfertigung eines Kosten-Voranschlages. Dieser Vorgang ist natürlich nicht umsonst. Der Zeitaufwand für die Erstellung eines Kostenanschlages ist fast der Gleiche wie der, einer Reparatur. Die verschmutzte Linse tauscht niemand aus, die wird gereingt. Die fehlende Taste muss durch eine Neue ersetzt werden und die Buchse kann man nachlöten oder austauschen. 1 Stunde Arb.lohn + 5 Euro Materialkosten.

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  • Retro Jetzt
  • Kommentar 2
  • 30.06.2010 14:00
Antwort auf Kommentar 1

..."Dell entsendete einen Techniker. Was bequem klingt, ist es nicht: Termine seien mit den beschäftigten Servicekräften kaum zu finden und der Hausbesuch letztlich dank Pauschale von 175 Euro auch noch recht teuer. Besonders dreist: Bei Dell zahlten die Kunden im Voraus. Alle anderen Hersteller machten erst einen Kostenvoranschlag, nachdem sie das Gerät untersucht hatten."... Der beste Service überhaupt ?? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil !!

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