Schützen Sie sich vor gierigen Angreifern!
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Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Artikel vom 17.06.2010
Eine aktuelle Stude des Bundesinnenministeriums belegt: Identitätsdiebstahl im Internet wird immer raffinierter. Wie Sie sich dagegen schützen können, verrät news.de.
Jeder, der sich im Internet bewegt, hat eine digitale Identität. Wie auch im normalen Leben ist diese definiert durch bestimmte Daten wie Namen, Adresse, Geburtsdatum oder Personalausweisnummer. In der Online-Welt sind daran noch weitere Informationen wie Pass- und Kennwörter oder E-Mail-Adressen gebunden.
In einer gerade durch das Bundesinnenministerium veröffentlichten Studie zum Identitätsdiebstahl und -missbrauch heißt es, dass Angriffe auf die digitale Identität von Surfern weiter zunehmen. Während sich das Interesse der Kriminellen in den vergangenen Jahren eher auf das Ausspähen von Online-Banking-Zugangsdaten konzentrierte, stehe nun die komplette digitale Identität eines Nutzers im Fokus. Dazu gehört nicht nur das Profil in sozialen Netzwerken, sondern auch bei E-Mail-Dienstleistern, Auktionshäusern oder auch Packstationen.
Täter verändern die Vorgehensweise
Auch ihre Vorgehensweise haben die Täter verändert: Sie nutzten heute vorweigend Schwachstellen in Betriebssystemen oder anderer Software auf dem PC, um sogenannte trojanische Pferde einzuschleusen. Das sind Programme, die ohne Wissen des Nutzers im Hintergrund arbeiten und zum Beispiel die Zugangsdaten zum Online-Auktionshaus vom Rechner stehlen.
Die heutigen Angreifer setzen auf präparierte Websites. Diese stellen die Kriminellen entweder selbst online, oder sie schleusen durch Sicherheitslücken auf schlampig gepflegten Portalen schädliche Software ein. Wenn der Nutzer die Website besucht, lädt er sich unbemerkt die schädliche Software herunter. Experten sprechen von Drive-by-Downloads (sinngemäß: Infizieren im Vorbeifahren).
Informatik-Kenntnisse sind für solche Angriffe nicht nötig. Die nötige Software gibt es auf dem Schwarzmarkt. Sie ist mittlerweile so ausgetüftelt, dass sie «fortgeschrittene Abwehrmaßnahmen» umgehen könne, erklären die Studienautoren.
Die Verbreitung und Nutzung schädlicher Software folge «einem strikten Geschäftsmodell, das auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist und nichts mehr mit der ‹spielerischen› Komponente vergangener Tage zu tun hat», schreiben die Wissenschaftler von der Ruhr-Universität Bochum und der Universität des Saarlandes.
Für die Zukunft prognostiziert das Bundesinnenministerium noch vielfältigere Angriffe, da neue Techniken und Plattformen immer neue Szenarien ermöglichten. Für die Verbraucher gibt es trotz der wachsenden Rafinesse der Täter Verhaltensregeln, um sich gegen die Angriffe zu schützen. Grundsätzlich gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Tipps gegen Angreifer
Schon oft gehört, aber zwingend nötig: Halten Sie ihr System immer auf dem neusten Stand und füttern Sie es mit den aktuellsten Sicherheitsupdates. Gleiches gilt für den Browser und andere Software.
Sicherheitszertifikate überprüfen: Nicht nur beim Online-Banking, sondern immer dann, wenn sie persönlich Informationen weitergeben, sollten Sie die Sicherheitszertifikate einer Website überprüfen. Dazu genügt ein Doppelklick auf das Schlosssymbol in der Browserleiste.
Nie ohne https: Vor der Eingabe privater Daten müssen Sie sicherstellen, dass die Website gesichert ist. Die Information können Sie ebenfalls aus der Browserleiste ziehen, dort sollte die URL mit einem https:// starten und nicht nur mit einem http.
Tippen statt klicken: Sie wissen zu welcher Website Sie wollen? Dann tippen Sie die URL besser händisch in die Browserzeile. Folgen Sie nicht einfach einem angebotenem Link. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Laut PC Welt sind Tippfehler sehr beliebt bei Kriminellen: So ziehen sie Nutzer auf eine speziell präparierte Seite, die der gewünschten zum Verwechseln ähnlich sieht. Allerdings würde der Betroffene auf diesen Fakesites aufgefordert, persönliche Daten einzugeben.
Traue niemandem: Wer den Absender einer E-Mail nicht kennt, der sollte die elektronische Post auch auf keinen Fall öffnen. Wenn die Neugierde aber doch zu groß war und die Mail unbekannter Herkunft bereits geöffnet ist, dann folgen Sie niemals einem darin enthaltenen Link. Gleiches gilt für Anhänge von Mails bekannter Absender. Die PC-Welt-Redakteure empfehlen beispielsweise via ICQ oder mit einem Telefonat abzuklären, ob alles seine Richtigkeit hat.
Nutzen Sie mehrere Passwörter: Sicher, es ist nicht leicht, sich für Benutzerkonto, Banking, E-Mail-Konto, soziale Netzwerke oder Online-Händler verschiedene Zahlen-Wort-Kombinationen zu merken. Sicherheit gibt hier beispielsweise eine Passwortkarte.
Virenprogramme und Firewalls: Dass Antiviren-Software und Firewalls auf jeden Rechner gehören, ist kein Geheimnis. Dass diese immer auf dem neusten Stand sein müssen, auch nicht. Dafür reicht es aber nicht, sie nur einmal am Tag zu aktualisieren. Die Experten von PC Welt empfehlen zudem eher auf Hardware-Firewalls zu setzen, denn diese sorgen dafür, dass Angreifer erst gar nicht mit dem System in Berührung kommen.
Arbeiten als eingeschränkter Benutzer: Zu Ihrem zusätzlichen Admin-Konto sollten sie ein weiteres mit eingeschränkten Benutzerrechten anlegen, über das sie arbeiten und surfen. Damit könnten Schadprogramme, die so auf den PC gelangten, nicht in das System eingreifen.
Offline-Schutz genauso wichtig: Wer sicher gehen will, dass persönliche Daten nicht in falsche Hände geraten, der sollte auch offline dafür sorgen. In den Aktenschredder gehören deshalb alle physischen Dokumente mit vertraulichen oder personenbezogenen Informationen und nicht einfach in die blaue Tonne.
kat/reu/news.de/dpa
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