So wird der PC zur Glotze
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Krieg um die Fernbedienung? Das muss nicht sein. Mit einer TV-Karte wird der PC zur Zweit-Glotze. Welche Modelle es gibt und was sie kosten, lesen Sie hier.
Seinen PC mit einer TV-Karte zu veredeln, bringt einige Vorteile: Wer Konflikten auf dem heimischen Sofa aus dem Weg gehen will, der zieht sich dieser Tage einfach zum Fußballgucken ins Arbeitszimmer zurück. Auch wer gerade einfach am Rechner arbeitet, kann jederzeit eine ablenkende Fernsehpause einlegen.
Schon beim Kauf sollten Verbraucher auf Markenprodukte setzen und ein Auge auf Serviceleistungen haben. TV-Karten gibt es in jedem Elektrofachmarkt als Mitnahmeartikel sowohl für die internen PCI- und PCIe-SchnittstellenDas sind Schnittstellen die externe Geräte wie TV-Karten mit dem Prozessor des Rechners verbinden. als auch als externes Gerät mit USB-Anschluss. «Die Geräte können Anwender ungetestet kaufen», sagt Klaus Braasch von Computerportal chip.de. Keines der Geräte falle qualitativ stark ab, Fehlkäufe sind also unwahrscheinlich.
Glasklare Bilder via Satellit
Während externe TV-Empfänger einfach via USB-Kabel mit dem Rechner verbunden werden, sind TV-Karten zum Einbauen eher eine Sache für Tüftler. Die wichtigste Entscheidung vor dem Kauf ist Braasch zufolge die Wahl der Empfangstechnik für das Fernsehen auf dem PC. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: einerseits digital via Satellit, Kabel oder DVB-T-Antenne, andererseits noch analog per Kabel. «Grundsätzlich ist der digitale Satellitenempfang als flexibelste und qualitativ beste Variante zu empfehlen», sagt Benjamin Lorenz von der Zeitschrift PC Praxis. Per Satellit sei das Angebot der frei empfangbaren Free-TV und Pay-TV-Programme am größten und die Bildqualität besonders gut.
Als Alternative biete sich der digitale Kabelempfang an. «Auch dort ist die Bildqualität ausgezeichnet», sagt Lorenz. Welche Sender bereitgestellt werden, hängt aber von der lokalen Kabelgesellschaft ab - das Angebot kann von einer Region zur nächsten stark variieren. Für den Empfang der digitalen Kabelprogramme ist in vielen Regionen außerdem eine TV-Karte mit CI-Slot und zusätzlichem Entschlüsselungsmodul (CAM) nötig. Nicht immer ist der Slot schon vorhanden - bei einigen Modellen gibt es aber Erweiterungskarten oder die Karte kann nachgerüstet werden.
DVB-T: geringe Kosten, geringere Bildqualität
Wer zu Hause weder über einen Kabelanschluss noch über eine Satellitenschüssel verfügt, kann auch via DVB-T fernsehen. Die Bildqualität ist aufgrund der geringeren Datenrate aber qualitativ nicht mit Kabel oder Satellit vergleichbar, erklärt Lorenz. Zudem seien über DVB-T keine hochauflösenden Sender im HDTV-Standard verfügbar.
Die Qualität von DVB-T ist Braasch zufolge vor allem in Großstädten gut. Grundsätzlich eigne sich diese Empfangsart auch eher für «normales» Fernsehen: Tagesschau gucken sei zwar problemlos möglich, bei Sportübertragungen mit schnell wechselnden Bildern stoße die Technik aber an ihre Grenzen.
Der Vorteil von DVB-T ist Lorenz zufolge, dass kompakte und preiswerte Receiver als USB-Sticks vielfach verbreitet sind und sie bereits ab 30 Euro zu haben sind. Für den digitalen stationären Empfang per Kabel oder Satellit sind Winkels zufolge rund 60 Euro fällig. Für Kabel- oder Satellitenempfang liegen die Preise um etwa zehn bis 20 Euro darüber, sagt Jörn Lembke vom Hersteller PCTV Systems in Braunschweig.
Regelmäßige Updates garantieren beste Ergebnisse
Im Test der Computerzeitschrift PC Praxis hat der «Quattro Stick» von PCTV unter den externen DVB-T-Empfängern besonders gut abgeschnitten. Mit 69 Euro und 48 empfangbaren Kanälen ist er «ein universeller und guter TV-Stick, nicht nur für den DVB-T Empfang», lautet das Fazit von Lorenz. Ebenso gut im Preisleistungsverhältnis ist die Karte «WinTV HVR 930c» von Hauppauge für 57 Euro. Mit sehr variablen TV-Empfänger, aber mit einem hohen Preis von 110 Euro belegt die «eyetv hybrid» von elgato den dritten Platz.
Bei den DVB-S TV-Karten hat die «SkyStar HD 2» von Technisat überzeugt. Die Karte gibt es im Handel für rund 54 Euro. «Hervorzuheben ist ihre solide, hochwertige Technik sowie der schnelle Suchlauf und die anspruchsvolle Software», sagt Lorenz. Mit 175 Euro etwas teurer, dafür aber mit langen Schaltzeiten und USB-Box ausgestattet, ist die Karte «eyesat tv» von elgato.
Beim Kaufen und Einrichten der Karte sollte man es nicht belassen: Ähnlich wie für Grafikkarten seien Softwareupdates auch für TV-Karten wichtig, sagt Lembke. «Wer aus seiner TV-Karte oder seinem USB-TV-Stick das Beste herausholen möchte, sollte regelmäßig die Webseite des Herstellers besuchen und verfügbare Softwareupdates installieren.»
sis/sca/news.de/dpa
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