Haushaltsgeräte Sinnlose Shopping-Sünden

Sinnlose Haushaltsgeräte (Foto)
Kreative Köpfe definieren den Sinn ihrer Shopping-Sünden einfach um. Bild: istockphoto

Von den news.de-Redakteuren Sophia Sieber und Konrad Rüdiger
Sandwich-Toaster, Zuckerwatte-Maschine und Entsafter: Das sind Haushaltsgeräte, ohne die die Welt ein bisschen schlechter wäre. Oder vielleicht doch nicht? News.de hat eine Hitliste der sinnlosesten Haushaltsgeräte zusammengestellt.

Jeder hat mindestens eins davon und es steht unbenutzt im Keller oder Abstellschrank als mahnendes Relikt der eigenen Maßlosigkeit: Ein sinnloses Haushaltsgerät. Im Jahr 2005 hat ein britischer Versicherer herausgefunden, dass 45 Prozent aller Engländer, die einen Sandwich-Maker besitzen, ihn nie benutzt haben. Mehr als 315 Millionen britische Pfund wanderten damit sozusagen vom Konto in die Tonne.

Das viel verkaufte, aber wenig genutzte Küchengerät geißelt die Menschheit schon seit einigen Jahrzehnten – in den USA wurde in den 1920er Jahren das erste Patent eines Sandwich-Toasters angemeldet, so wie wir ihn heute kennen. Erste Modelle gab es aber schon viel früher. Sie bestanden vermutlich wie die ersten Waffeleisen aus zwei Eisenplatten, die auf den Ofen oder offenes Feuer kamen.

Haushaltsgeräte
Ohne Sinn, aber mit Stecker
Pfefferstreuer (Foto) Zur Fotostrecke

Seit mindestens genau so langer Zeit spinnt schon die Zuckerwatte-Maschine hauchdünne Zucker-Sirup-Fäden auf dünne Holzstäbchen. Erfunden hat die klebrige Masse übrigens ein Zahnarzt. Ob er wusste, was er damit angerichtet hat, ist allerdings nicht belegt. Etwa zur selben Zeit – also am Ende des 19.Jahrhunderts poppte auch Mais zum ersten Mal in einer eigens dafür kreierten Maschine auf. Seine Hochphase hatte der Popcorn-Maker allerdings schon in den 1980er Jahren wieder hinter sich. Da wurde nämlich das Microwellen-Popcorn erfunden.

Wie viele Menschen diese Entwicklung scheinbar erst jetzt mitbekommen haben, zeigt ein Blick auf Ebay. Weit mehr als 400 Angebote gibt es derzeit, mehr als ein Viertel davon sind Ein-Euro-Gebote. Unbelegt ist, wie viele dieser Ruinen des menschlichen Erfindergeistes von der unaufhaltsamen Fortschrittswelle in die dunklen Katakomben unserer Haushalte gedrängt wurden. In den Küchen konnten gar nicht so viele Steckdosen installiert werden, wie angebliche Küchenhelfer ihre Stecker in unsere Küchen schlängelten. Und nicht zuletzt ist da meist noch der Drang zur Handarbeit, der dem mühsamen Entstauben und Zusammensuchen der versifften Zubehörteile eindeutig den Rang abläuft.

Doch was, wenn man eines oder mehrere dieser ungeheuren Ungeheuer mit Stecker herumstehen hat? Und es vielleicht doch loswerden möchte? Ist das Online-Auktionshaus wirklich die einzige Chance, seine Shopping-Sünden einer nicht existenten Nachfrage zu übereignen? Nein. Sicher, bei Ebay macht man am Ende vielleicht sogar noch ein paar Cent Profit. Cleverer ist es doch aber, den vermeintlich sinnlosen Zeitgenossen wieder einen Sinn zu geben. So könnte doch die Popcorn-Maschine ein Laufrad für den Hamster sein, im Mixer findet der Goldfisch ein neues Heim und die Zitruspresse ist ein prima Briefbeschwerer.

Welche Geräte es noch in unsere Hitliste geschafft haben, lesen Sie in unserer Fotostrecke.

reu/news.de

Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • WebWatcher
  • Kommentar 8
  • 17.12.2010 20:22
Antwort auf Kommentar 4

Sorry, mein Kommentar wurde dem falschen Beitrag zugeordnet. Sollte eigentlich zu Beitrag 4 (VIER) gehören ...

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  • WebWatcher
  • Kommentar 7
  • 17.12.2010 20:18
Antwort auf Kommentar 6

Stimme Ihnen zu. Manche der aufgelisteten Geräte oder "Helfer" sind schon sehr merkwürdig ausgewählt, vermutlich von Menschen, die vor allem die "Tiefkühlpizza in den Ofen schieben" können und nicht recht wissen, was man alles Leckeres mit Fondue oder gar Saftpressen z.B. zubereiten kann, das sich anders nur sehr schwer herstellen ließe. Gewiss, in jedem Haushalt gibt's wohl die "Ladenhüter", die man/frau mal sich eingebildet haben, aber dann in der Ecke für sinnloses Geräte gelandet sind. Aber die sehen für mich ganz anders aus ... doch die Nutzer sind eben verschieden. Q.E.D.

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  • Roland
  • Kommentar 6
  • 02.06.2010 12:41

Wenn hier mal nicht ein paar Vertriebler der Firmen selbst Partei ergriffen haben. Zu auffällig, meine Herren!

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