Theremin Musik aus dem Nichts

Schwebende Hände, schwebende Töne. Wer Theremin spielt, ist wie ein meditierender Dirigent, der eine faszinierende Klangwelt erzeugt. Die 1919 erfundene Technik dahinter ist simpel, das Ergebnis dafür umso futuristischer.

Barbara Buchholz (Foto)
Wohl die bekannteste Theremin-Spielerin Deutschlands: Barbara Buchholz. Bild: Wikipedia/Gregor Hohenberg

Sie sehen ein wenig aus wie ein Kofferradio mit integriertem Tauchsieder. Theremine bestehen im Prinzip aus einem Gehäuse, ein bisschen Elektronik und zwei Antennen. Die wenigen Knöpfe am Gehäuse sind nur für Klangeinstellungen und Lautstärke, das eigentliche Bedienelement kommt mit dem Musikanten: die Hände.

Denn durch deren Nähe zu den Antennen entstehen - völlig berührungslos - Töne, die sich durch die Handbewegungen stufenlos verändern lassen. Thereminspieler in Aktion sehen daher eher aus wie Dirigenten eines digitalen Orchesters.

Und was entsteht dabei? Seltsame, geigenartige Klänge sind es, die die Theremin-Spieler aus ihren Instrumenten holen - entweder sphärisch und elektronisch entrückt oder eher jaulend und quietschend, zum Beispiel wenn bekannte Rock- oder Pop-Lieder intoniert werden.

Theremine: Schwebende Faszination
zurück Weiter Bausatz (Foto) Zur Fotostrecke Foto: Wikipedia/ Hutschi

Die Theremin-Klangwelt ist natürlich perfekt für einen Synthie-Pop- und Elektro-Musiker wie Jean Michel Jarre, aber er ist bei weitem nicht der einzige, der das schräge Instrument einsetzte. Auch Mando Diao, Led Zeppelin, Tom Waits und die Beach Boys setzten schon auf Theremin-Klänge. Bekannte deutsche Theremin-Interpreten sind Barbara Buchholz und Carolina Eyck.

Die Funktionsweise ähnelt der eines Kondensators, was vereinfacht erklärt heißt: Die beiden Antennen erzeugen sogenannte Schwingkreise für Lautstärke und Tonhöhe. Mit den Händen verändert der Spieler die Frequenzen der Schwingkreise - und deren Klang und Lautstärke.

Das Ur-Theremin hat viele Verwandte - in verschiedenen Größen, mit optischen Hilfsmitteln zum leichteren Spielen oder klanglichen Modifikationen. Findige Elektroniker bauen sie selbst, andere können sich Bausätze kaufen. Eines ist aber allen Instrumenten gemein: die Faszination, aus dem Nichts Musik zu machen.

Musikinstrument: Theremin mit Begleitung
Video: youtube/weirdvideos1

Theremin: Der Erfinder spielt sein Instrument
Video: youtube/slonikyouth
Theremin: Schräge Töne am ersten Tag

Mary had a little something from Michael Dalby on Vimeo.

Video: Vimeo/Michael Dalby

sis/news.de

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