Nachgerechnet So viel kostet das Heimkino

Heimkino (Foto)
Wer in eine gute Heimkino-Anlage investiert im günstigsten Falle etwa 760 Euro. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Das Fernsehbild muss heute nicht nur klar sein, es muss scharf sein. Blu-Ray und HDTV locken mit den passenden Bildern, doch was kostet der Einstieg ins hochauflösende Fernsehen? News.de hat zwei Varianten nachgerechnet.

«Januar 2010 – die Welt wird schärfer» - Im ProSieben-Spot für HDTV schwört eine bedeutungsschwangere Stimme aus dem Off die Zuschauer auf das neue hochauflösende Programm ein, gerade als ob es um Leben oder Tod ginge. HDTV ist das beherrschende Thema der deutschen Medienlandschaft. Doch wie kommt man eigentlich an die scharfen, brillanten und bunten Bilder?

Hier heißt es: viele Wege führen nach Rom. Wir sind für Sie zumindest drei dieser Wege gegangen: Ein Blu-Ray-Heimkino für die schmale Geldbörse und eines für das großzügigere Budget. Das dritte Beispiel befasst sich mit dem HD-Fernsehen.

Preiswerter, aber guter Einstieg

Wer in den Genuss eines guten HD-Films kommen will, der braucht den passenden Fernseher. Das Logo Full-HD sollte auf ihm prangen: Damit ist garantiert, dass das Gerät auch wirklich die höchste HDTV-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln beherrscht. Wer am Fernseher allzu sehr spart, tut sich keinen Gefallen. Ein einfacher oder veralteter Blu-Ray-Player ist schneller und schmerzfreier ausgetauscht als der teure LCD-Schirm, das Gleiche gilt für ein preiswerte Boxen.

HD
HD(TV) in Deutschland

Gute Geräte mit einer anständigen Bilddiagonale gibt es um die 500 Euro. Dazu zählt zum Beispiel der Philips 37 PFL5604H: Er kostet im Online-Shop inklusive Versand etwa 480 Euro.

Für den wahren HD-Genuss muss der DVD-Player aber ausrangiert und durch einen Blu-Ray-Player ersetzt werden. Sonst nützt auch der Full-HD-Fernseher nichts. Ein günstiges Gerät ist LGs BD 350. Der Minimalist unter den Blu-Ray-Playern kostet im Online-Shop inklusive Versand nur 79,99.

Nicht nur die Blu-Ray liefert das hochauflösende Bild. Auch Fernsehsender selbst bieten ihr Programm in HD an. Dafür braucht es aber, falls im Fernseher nicht schon vorhanden, den richtigen HD-fähigen Receiver. Die von uns ausgewählten Fernseher haben beide einen HD-fähigen DVB-C-Tuner - Kabelgucker müssen also nicht extra investieren. Das ist auch schwierige, denn HD-Kabelreceiver sind momentan eher Mangelware.

Ok Go
Die Supermaschine in HD
Video: youtube/Okgo

Für das richtige Heimkino-Erlebnis reichen die kleinen flachen Fernseherboxen natürlich nicht aus. Ein Soundsystem muss her: Einsteiger greifen hier zum Beispiel zum Teufel Lautsprecher-System Kompakt 30 für etwa 200 Euro. Es kommt mit vier Satelliten und einem 150 Watt Subwoofer.

Summe: Alles in allem kostet das einfache, aber gut Heimkino 750 bis 800 Euro. Noch billiger? Natürlich ist nach unten noch Luft, aber allzu billige Komponenten wollten wir nicht empfehlen: Sie vergällen schlicht den Spaß.

Darf es etwas teurer sein?

Sitzt das Portemonnaie etwas lockerer, dann ist vielleicht ein Loewe-TV-Gerät die richtige Wahl. Das traditionsreiche Unternehmen mit Sitz in Kronach ist berühmt für seine hochwertigen Geräte und überzeugt regelmäßig in Tests. Allerdings kostet «Made in Germany» auch extra: Loewes Connect 37 Full-HD+ 100 liegt bei 2100 Euro.

Für etwa 223 Euro im Online-Shop (inklusive Versand) gibt es auch beim Blu-Ray-Player noch mehr Ausstattung: Samsungs BD-P 3600 ist der Testsieger der letzten Auswertung der Stiftung Warentest. Das Gerät spielt Internetvideos ab und überzeugte auch die Tester von c't und Audio Video Foto Bild.

Das Lautsprecherset Teufel Theater 4 Hybrid Concert-Set 5.2 ist der Testsieger der Stiftung Warentest und lässt es auch laut dem Audio-Magazin «echt krachen». Für 1099 Euro plus etwa 49,90 Euro Versand kommt das Luxus-System direkt nach Hause.

Summe: Mehrere Tausender müssen eingeplant werden, für gehobene Ansprüche sind 3000 Euro bis 3500 Euro realistisch. Aufgrund der Vielzahl an möglichen Kombinationen von Geräte ist dies aber eher ein Richtwert und: nach oben ist die Skala immer offen.

Endlich richtig Fernsehen

Wer sein hochauflösendes Programm via Satellit empfängt, der braucht meist ein Zusatzgerät. Receiver ohne Festplatte sind dabei die günstigere Variante. So liegt zum Beispiel der Smart MX04HDCI bei etwa 100 Euro.  Wenn Geld keine Rolle spielt, dann ist der Festplatten-Receiver die richtige Wahl: Für etwa 600 Euro bekommt man den Testsieger der Stiftung Warentest, den TechniSat DigiCorder HDS 2 Plus.

Wer auch die privaten Programme von RTL oder ProSieben hochauflösend empfangen will, der braucht einen HD-Receiver mit CI+-Schacht. Passende Geräte gibt es im Online-Shop ab etwa 150 Euro, wie den Comag SL 60HD+.

Zu diesen Anschaffungskosten kommen noch die Preise fürs Programm, wenn man mehr als die öffentlich-rechtlichen HD-Programme empfangen will. Während die kostenfrei sind, lassen sich die Privaten die zusätzlichen Pixel derzeit extra bezahlen. So kommen RTL, Pro Sieben oder Sat1 über das Astra-Angebot Hdplus in den Fernseher. Die Smartcard bekommt man zu passenden Receiver dazu und guckt ein Jahr gratis - dann kostete der hochauflösende Genuss 50 Euro im Jahr.

Sky bietet HD-Programme für einen Aufpreis von 10 Euro zu seinen Paketen an. Am günstigsten wird es mit dem Sky-Welt-Paket für 26,90 inklusive HD. Wer das volle Programm will, der muss hier etwa 59,90 Euro im Monat einplanen. Die Sky-Angebote gibt es über Satellit und Kabel. Zusätzliche HD-Pakete bietet zum Beispiel auch Telecloumbus für 4,99 Euro im Monat an, auch Kabel BW liefert vier HD-Programme für 4,90 Euro monatlich.

Das news.de-Fazit

Mit etwas weniger als 800 Euro kommen Sparfüchse also schon eine gute HD-Komplettausstattung. Auf den ersten Blick ist das eine große Zahl. Doch Unterhaltungselektronik ist billig wie nie. Wer früher einen anständigen Röhrenfernseher samt Videorecorder und Soundsystem haben wollte, musste teilweise noch mehr investieren gerade in der Einführungsphase der Geräte.

So zahlte man für die ersten Videorecorder laut Computerbild noch bis zu 3000 Mark. Die Redakteure haben auch herausgefunden, dass der Röhrenfernseher Monolith 95 mit einer Bilddiagonale von 95 Zentimetern in der Mitte der 1980er Jahre immerhin mit 8000 Mark zu Buche schlug.

kab/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Frank Neumann
  • Kommentar 1
  • 20.04.2010 17:48

Der Artikel den Privat Sendern in HDTV betreffend hat der Artikel einen groben Fehler. Der HDTV Receiver benötigt keinen CI Plus Schacht. Nicht einmal HD+ taugliche Receiver haben diesen. So auch der im Artikel genannte Comag SL 60HD+. Receiver. Dieser hat den Standard üblichen CI 1.0 Schacht. Der Receiver muss lediglich HD+ zertifiziert sein. Aber auch hier Achtung mit den Geräten können die HD+ Sender ( RTL HD, PRO 7 HD usw.) nicht uneingeschränkt aufgezeichnet werden. Von HD+ zertifizierten Geräte sollte man daher Abstand nehmen.

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