Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber - 18.04.2010, 08.04 Uhr

Technik-Check: Sind Sie fit für Südafrika?

Braucht man in Südafrika einen Steckdosen-Adapter? Kann ich dort mit jedem Handy telefonieren? Soll der USB-Stick für DVB-T-Fernsehen ins Gepäck? News.de hat die Antworten für alle Südafrikareisenden - nicht nur zur Fußball-WM.

Kapstadt ist die drittgrößte Stadt Südafrikas. Das Cape Town Stadion wurde eigens für die Fußball-Weltmeisterschaft gebaut. Bild: dpa

Regenbogennation - so wird Südafrika auch genannt. Das Land ist ein Schmelztiegel zahlreicher Völkergruppen und zieht mit seinem Tafelberg, dem Kruger-Nationalpark, Johannisburg oder Kapstadt seit Jahrzehnten neugrierige und abenteuerlustige Reisende in seinen Bann.

Wie Sie auf Ihrer Reise ans Kap der Guten Hoffnung den Kontakt zu den Daheimgebliebenen nicht verlieren, ihren eigenen Fön in die afrikanischen Steckdosen bekommen oder wie Sie einfach ihre Emails checken können, haben wir zusammengetragen.

Handyboom macht das Telefonieren günstig

Aufatmen können alle Handy-Besitzer. Egal, ob Dual-, Tri- oder Quadband-Geräte - in Südafrika werden sie ohne Probleme funktionieren und auch die Netzabdeckung ist sehr gut. Roaming ist in alle deutschen Netze möglich, geht aber ins Geld. Deshalb empfiehlt Andreas Wenzel, Referent für das südliche Afrika vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft, auf Anbieter vor Ort zurückzugreifen. Jeder, der seinen Reisepass vorzeigen könne, kann einheimische Simkarten sehr günstig erwerben - folgende Anbieter stehen derzeit dafür zu Wahl: MTN, die Vodafone-Tocher Vodacom und CellC.

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Auf Flughäfen und in jeder Shopping-Mall seien diese Angebote nicht zu übersehen, Guthaben gibt es schon ab etwa 10 Rand, also umgerechnet einem Euro. Im Vergleich zu Deutschland ist das Telefonieren mit dem Handy in Südafrika günstiger.

Südafrika erfährt schon seit einigen Jahren einen wahren Handyboom: «Das liegt vor allem daran, dass ein Festanschluss sehr teuer ist.  Auch auf dem Land ist das Handy deshalb das Standardtelefon, worüber sogar Bankgeschäfte gemacht werden», erläutert Experte.

Daheimgebliebenen empfiehlt Wenzel, mit Billigvorwahlen ins afrikanische Handynetz zu telefonieren, allerdings könne es gerade in Stoßzeiten passieren, dass die Netze überlastet sind.

Keine Experimente mit dem Eurostecker

Auch die Stromversorgung der mobilen Telefone sollte kein Problem darstellen: Die Stromspannung In Südafrika  liegt bei 220 Volt und entspricht damit auch der europäischen Norm, das heißt, alle Geräte, die hierzulande funktionieren, leisten ihre Dienste auch am Kap der Guten Hoffnung.

Allerdings sind die südafrikanischen Steckdosen völlig anderes aufgebaut als ihre deutschen Pendants: Sie haben in der Regel drei Kontakte - einen Außenleiter, einen Neutralleiter und einen Schutzleiter. Eurostecker passen mitunter, aber Vorsicht - bei mindestens genau so vielen funktioniert es nicht: In seinem privaten Online-Reiseführer für Südafrika berichtet Thoralf Teubner davon, dass einige Hotelgäste mit zu viel Kraftaufwand den Stecker in die falschen Steckerkontakte hingebogen haben und damit anschließend für mehrere Stunden die Stromversorgung des gesamten Hotels lahmgelegt hätten - so etwas habe er auf seinen Reisen schon mehrere Male erlebt.

Die Investition in einen Stromadapter macht solche gewagten Manöver völlig überflüssig und ist auch für den Geldbeutel gut zu verschmerzen. Wenzel rät aber vom Kauf in Deutschland ab: «In der Tat macht es Sinn gleich nach der Landung in den ersten größeren Supermarkt gehen», dort seien die Adapter günstiger als hierzulande. In Fünf-Sterne-Hotels liegen die nützlichen Geräte standardmäßig aus.

Wimax bringt die Südafrikaner ins Internet

«Südafrika verfügt generell über eine gute Infrastruktur was die Telekomunikation betrifft. Leider bildet der Internetbereich eine Ausnahme», erklärt Ovid Jacota von Wikinger Reisen. Er schätzt, dass von etwa 50 Millionen Einwohnern nur etwa 5,5 Millionen über einen privaten Internetzugang verfügen.  «Selbst für unsere Verhältnisse ist die Internetnutzung für die Bevölkerung sehr teuer», sagt Andreas Wenzel. Seiner Einschätzung nach kostet ein Arbeitstag im Internet (etwa 10 Stunden) circa acht Euro.

Internetcafes sind daher die sehr weit verbreitete und beliebte Alternative. «In den letzten Jahren hat sich sehr viel in der Wimax-Entwicklung getan. Stadien, Hotels und Cafés sind sind mit drahtlosem Internet ausgestattet», so Wenzel. Hier könne man sich über seine Kreditkarte bequem einloggen. Allerdings sei die Datenübertragungsrate geringer als in Deutschland: «Wer E-Mails zum Beispiel mit Bildanhängen nach Afrika versende, der sollte sie vorher verkleinern. Sonst kann das schnell als unfreundlicher Akt interpretiert werden.».

Digitales Fernsehen auf dem Vormarsch

Obwohl die Fernsehabdeckung relativ hoch ist, besitzt längst nicht jeder Südafrikaner ein eigenes Gerät. Fernsehen ist laut Wenzel deshalb eher ein gemeinschaftliches Event und spiele auch eine große Rolle für Südafrikaner, allein schon um die englische Premier LeagueDie Premier League ist die höchste Spielklasse im englischen Fußball. sehen zu können..

Auf dem Vormarsch ist gerade das digitale Bezahlfernsehen DSTV, obowhl die monatlichen Preise durchaus auf deutschem Niveau liegen. So kostet das Grundpaket monatlich etwa 50 Euro plus Empfangstechnik: Dafür kann man viele nationale und internationale Programme via Satellit ansehen.

In vielen Hotels gibt es auch deutsches Fernsehen: Über Satellit bietet das südafrikanische Unternehmen Deukom die Programme von Euronews, 3sat, ProSieben, RTL , ARD oder ZDF an. Für die Einheimischen kostet die monatliche Versorgung mit deutschem Fernsehen etwa 54 Euro monatlich und ist damit sehr teuer. Reisende, die länger  im Land bleiben, haben außerdem die Möglichkeit Mini-Vertrage abzuschließen: Drei Monate deutsches Fernsehen kosten dann etwa 212 Euro.

Getestet wird derzeit auch das digitale terrestrische Fernsehen: Via DVB-T kann man dann zum Beispiel einige Sender des staatlichen Fernsehens SABC ansehen sowie private Programme. Wer also auf mobiles Fernsehen nicht verzichten will, der sollte seinen DVB-T-Stick mitnehmen.

«Das Interesse an Unterhaltungstechnik ist generell sehr groß», sagt Wenzel, wer in Südafrika zu etwas Geld komme, der kaufe sich digitales Fernsehen, einen Flachbildschirm, ein Auto und ein Handy. 

Auch das geistige Gepäck zählt

Doch wer seine Koffer nach Südafrika packt, braucht neben dem richtigen Stromadapter noch etwas, erklärt Jacota: «Die Fähigkeit, die Welt durch die Augen der Südafrikaner zu sehen. Natürliche, ehrlich gemeinte Neugierde ist ein wichtiger Bestandteil dieser Fähigkeit. Es hilft ebenfalls, wenn man im geistigen Gepäck  etwas  Abenteuerlust, Spass am Entdecken und Lebensfreude dabei hat.»

kab/news.de

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