Von news.de-Redakteur Karsten Busch - 08.04.2010, 15.47 Uhr

Merkhilfe: Das Nonplusultra für Passwortgestresste

Wieviele Passwörter kann sich ein Mensch merken und wie oft kann er diese noch erneuern? Die Frage muss sich niemand mehr stellen, der das Nonplusultra hat: die Passwortkarte. Ein Stück Papier macht Ratespiele überflüssig und Passwörter sicher.

Endlich frei: Nie wieder Passwörter merken mit der Passwortkarte. Bild: Istockphoto/news.de

Sie sind überall und wir müssen uns mit ihnen befassen, ob wir wollen oder nicht: Passwörter.Selbst wer sich mit Hilfe verschiedener Kniff sichere Codes ausgedacht hat und verschiedene für verschiedene Zwecke nutzt,kommt nicht zur Ruhe. Denn viele Diensteanbieter empfehlen, was auch Experten dringend raten: Das Passwort regelmäßig zu wechseln. Und manchmal ist dies sogar zwingend nötig – zum Beispiel, wenn der Arbeitgeber der Sicherheit wegen einen Passwortwechsel in regelmäßigen Abständen vorschreibt.

Wer sich solchen Ansprüchen ausgesetzt sieht oder den Empfehlungen folgen will, ist schnell überfordert. Doch gegen den Stress ist ein Kraut gewachsen. Findige Geister haben sich das Hilfsmittel Passwortkarte ausgedacht.

Geniales Prinzip vermeidet Frust

Diese macht das Merken von mehreren Passwörtern überflüssig und vereinfacht gleichzeitig einen regelmäßigen Wechsel. Das Schöne dabei: Man darf sie offen mit sich herumtragen - zum Beispiel in der Brieftasche - und kann sie selbst erzeugen.

Das Prinzip ist so einfach wie clever - wir haben die Benutzung im Videobeitrag erklärt. Die Karte ist eine zufällige Mischung aus Buchstaben und Zahlen, angeordnet in einer Art übergroßem Schachfeld. Sie bietet etliche tausend Passwortkombinationen und wer sie zufällig in die Hände bekommt, kann das gewählte des Kartenbesitzers nicht erraten.

Dieser merkt sich nur die zwei Koordinaten des Anfangsbuchstabens, die Länge und die Leserichtung, nicht das sehr komplexe Passwort selbst. Zum regelmäßigen Wechsel eines Passworts verschiebt er diesen Anfangspunkt zum Beispiel einfach um eine Position nach rechts.

Ganz wichtig: der Anfangspunkt darf keinesfalls auf der Karte markiert werden, sonst kann ein Dieb das Passwort mit mehreren Versuchen erraten.

Übersicht ist garantiert

Dagegen ist es durchaus unbedenklich, den Verwendungszweck der Karte mit einer allgemeinen Bezeichnung auf dieser zu vermerken - zum Beispiel «Mail», oder «Arbeit». So lassen sich mehrere Karten mit verschieden Zeichenmischungen, aber den gleichen Startkoordinaten für mehrere Einsatzzwecke verwenden.

Wer gar keine Mühe aufwenden will, lädt sich eine bestehende Passwortkarte herunter – zum Beispiel bei passwortkarte.de oder beim Schweizer Unternehmen Safernova. Auf dessen Webseite gibt es für Privatkunden eine kostenlose Passwortkarte zum Download. Der Link zu ihr findet sich unten rechts auf der Seite. Praktisch: Die Zeichenfolge der Karte ändert sich bei jedem Download - so können einfach verschiedene Karten erzeugt werden.

Das Herstellen einer Karte für die eigenen Ansprüche ist nicht viel schwerer und die verwendeten Zeichen können dabei verschiedenen Anforderungen angepasst werden. Auf der Webseite meine-passwortkarte.de wählt man die gewünschte Art der Karte aus und die Zeichen, die sie enthalten soll. Die Seite ist zwar in englischer Sprache, die Karte mit Kurzanleitung wird aber auf deutsch erzeugt.

So geht’s: Wählen Sie im Auswahlmenü die zweite Kartenvariante «Cardtype 2». Anschließend entscheiden Sie im Ausklappmenü «Type» über die Art der verwendeten Zeichen (characters): Großbuchstaben (uppercase), Kleinbuchstaben (lowercase), Ziffern (numbers) und Sonderzeichen (special chars). Die sicherste Variante ist die letzte: «All Characters + Numbers + Special Chars». Alle anderen Felder lassen Sie frei und klicken auf «Generate PDF». Wollen Sie eine verlorene Karte neu ausdrucken dann geben Sie deren ID-Nummer in das Feld Card ID ein und klicken auf «Generate PDF». Eine Kurzanleitung für die Karte gibt es von den Autoren der Seite (Link führt direkt zum PDF-Dokument).

Alles fertig? Dann stecken Sie ihre neue Passworthilfe ins Portemonnaie, notieren sie deren ID-Nummer oder legen sich eine Kopie in den heimischen Schreibtisch. Nun können Sie Passwortproblemen getrost adé sagen.

reu/news.de

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