Grill-Technik Alles wird Glut

Glut (Foto)
Wenn sie einmal an sind, glühen sie schön lange: Briketts für den Holzkohlegrill. Bild: Flickr/manuel myers

Von news.de-Redakteur Karsten Busch
Der Frühling ist da, der Grillfreund wird unruhig, doch ein Blick in den Keller zeigt: Ein neuer Grill muss her. Aber welcher soll es sein? Es gibt Modelle für jeden Anspruch und Geldbeutel. Bei der Auswahl hilft unser Überblick für die Grillsaison.

Das klassische Holzkohle-Grillen mit Rauch und Bierlöschen nennt sich direktes Grillen: Das Essen liegt direkt über der Glut. Der Nachteil, der beim schnellen Hinterhofgrillen oft entsteht: Tropfende Flüssigkeit in Form von Fett, Marinade oder Bier erzeugt oft viel Rauch und krebserregende Stoffe - Grillgourmets rümpfen die Nase. Zum Genuss wird das herkömmliche Grillen aber, wenn die Speisen gut vorbereitet sind, die Grillbriketts gut durchgeglüht sind und auf sauberem Grill ohne viel Rauchentwicklung gearbeitet wird. Wer länger gleichmäßige Hitze haben möchte, greift zudem zu Briketts statt Holzkohle. Diese sind zwar schwerer zu entzünden und brauchen länger zum Durchglühen, liefern dann aber länger Hitze und müssen seltener nachgelegt werden.

Der Kult um den Rost
Grillen in allen Facetten
P_16012299491_HighRes.jpg (Foto) Zur Fotostrecke

Im Gegensatz zum Kohlemodell gibt es bei Gasgrills keine unangenehme Rauchentwicklung. Wer also empfindliche Nachbarn hat oder keinen Grillqualm mag, setzt auf die Grills mit der Gasflasche. Prinzipbedingt haben sie auch keine längere Vorglühzeit sondern liefern Hitze, wenn sie gebraucht wird.

Elektrogrills eignen sich nicht für den schnellen Ausflüg ins Grüne, glänzen aber auf dem Balkon und durch ihre kompakte Bauform. Sie sind allerdings nicht jedermanns Sache, fehlt doch noch mehr als beim Gasgrill die klassische Grillatmosphäre. Doch sie sind besser als ihr Ruf, leichter zu handhaben und sie belästigen die Nachbarn auf Balkonien nicht. Kosten: ab 30 Euro.

Bauformen

Grills gibt es in vielen Bauformen. Den klassischen und klapprigen Rundgrill aus Blech kennt wohl jeder und ja, sie grillen zufriedenstellend. Es gibt aber genügend gute Gründe, zu anderen Bauformen zu greifen – über die Stabilität hinaus. Kosten: ab 7 Euro.

Da wären die Standgrills mit Kohlebefeuerung. Sie gibt es als Säulengrill mit Kaminwirkung, als flexiblen Tausendsassa Kugelgrill und als luxuriöse Grillstation. Modelle mit Deckel, insbesondere der Kugelgrill, garen die Speisen indirekt. Dabei liegt das Grillgut nicht direkt über der Glut, sondern über einer Auffangschale mit Wasser, in welche Fett und Öl tropfen können. Die Kohle wird neben diese Tropfschale platziert, die Hitze wird durch Luftzirkulation verteilt und diese mit Schiebern reguliert.

Elektrogrills
Brutzeln mit Kabel
Cloer-Elektrogrill (Foto) Zur Fotostrecke

Kugelgrills gibt es auch mit Gas statt Kohle. Weitere Vorteile, die sie teilweise mit anderen Standgrills teilen: ein Extra-Rost plus Auffangbehälter für die Asche, eine Zugluftregulierung per Hebel, isolierte Griffe, Räder für leichteren Transport und Ablagemöglichkeiten für Grillzubehör.

Das klassische Bild des Gasgrills ist für viele das amerikanische: ein Grillwagen oder eine Grillstation mit Deckel im Garten, bestückt mit aufwändigen Speisen. Wer gerne spontan grillt, sollte aber Gas auf Vorrat besorgen, denn dieses gibt es nicht an jeder Tankstelle. Gasgrills gibt es teils schon unter 100 Euro, größere und besser ausgestattete Modelle kosten aber weit darüber und Grillstationen kosten oft mehrere hundert Euro.

Über Einweggrills freuen sich besonders Vergessliche oder Spontangriller. Ein Abstecher in den Supermarkt oder zur Tankstelle und mit Feuerzeug oder Streichholz läuft der flache Grill, der Anzünder, Kohle und eine dünne Blechhülle mit Rost integriert hat. Dass durch dieses Wegwerfprinzip unnötiger Müll entsteht, versteht sich von selbst. Die Funktion passt, wenn man zu zweit ist und außer Würsten und kleinen Steaks keine größeren Ansprüche hat. Kosten: Ab 2,50 Euro.

Mobile Klappgrills gibt es in allen möglichen Formen – zum Beispiel als kleine Kugel oder in Zylinderform. Prinzipbedingt muss oft Kohle nachgelegt werden und viel Grillgut passt nicht drauf. Für das Picknick zu zweit taugen sie aber allemal. Kosten: ab 30 Euro.

Denkbar einfach nach dem Prinzip «Feuer, Rost, Fleisch» funktionieren Schwenker. Ein großer runder Rost, höhenverstellbar aufgehängt an einem Dreibein, schwebt frei über der Flamme oder dem Glutbehälter. Diese Art des Grillens ist nicht nur urig, mit Zusatzgeräten kann der Rost auch in eine Rotation versetzt werden, was zu besseren Gar-Ergebnissen führt. Schwenker sind schlechter transportierbar, aber praktisch und einfach aufgebaut. Kosten: ab 50 Euro.

Bei den genannten Formen handelt es sich um die gängisten hierzulande, weltweit gibt es viele weitere. Immer beliebter werden bei deutschen Grillern der sogenannte Smoker, in dem die Speisen sehr lange und im heißen Rauch gegart und geräuchert werden. Eine exotische Form des Grillens ist die im «Dutch Oven», einer Art Metalltopf. Das Grillgut wird bei geschlossenem Deckel gegart. Auf diesem können ebenfalls glühende Kohlen liegen, um gleichmäßige Hitze zu gewährleisten.

Sinnvolles Grillzubehör

Was beim direkten Grillen im eigenen Saft schmoren soll, kann in eine Alufolien-Grillschale mit Abtropflöchern. Das Grillgut kommt nicht mit schädlichen Dämpfen durch tropfende Flüssigkeit in Berührung und klebt nicht am Grillrost fest. Konsequenter als die Schalen ist allerdings das indirekte Grillen, bei welchem die Hitzeverteilung auch besser als bei den Schalen ist. Kosten: wenige Euro für mehrere Schalen.

Ein Grillkamin macht das Anzünden der Holzkohlen - insbesondere der schwerer zu entzündenden Briketts - zum Kinderspiel. Er sieht aus wie ein übergrößer Metallbecher mit Griff. In ihn wird ein Stück Kohleanzünder gelegt, darüber kommt die Kohle. Nach 20 Minuten und ohne Spiritus, Wedeln und andere Verrenkungen kann der Grillmeister die Glut in die Grillwanne kippen und die Speisen auf den Rost legen. Kostenpunkt: ab 15 Euro. 

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • markus
  • Kommentar 2
  • 12.04.2010 14:31

Interessanter Beitrag der eigentlich alles wichtige abdeckt. Ergänzend kann ich aber noch die beiden Seiten http://Grillsportverein.de und http://Grillfans.de empfehlen.

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  • markus
  • Kommentar 1
  • 12.04.2010 14:30

Interessanter Beitrag der eigentlich alles wichtige abdeckt. Ergänzend kann ich aber noch die beiden Seiten Grillsportverein.de und Grillfans.de empfehlen.

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